Mehr Straftaten in Stadtlohn: Mehr Diebstähle, mehr Körperverletzungen, mehr Drogendelikte

hzKriminalitätsstatistik

Die Zahl der Straftaten in Stadtlohn ist gestiegen. Und dieser Anstieg ist in fast allen Bereichen zu sehen: Körperverletzungen, Diebstähle, Einbrüche, Drogendelikte.

Stadtlohn

, 15.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Plus 2800 Prozent. Diese Zahl fällt in der Kriminalitätsstatistik für Stadtlohn besonders ins Auge. Es geht um Wirtschaftskriminalität. Thorsten Ohm von der Pressestelle der Kreispolizei relativiert die Zahl im Gespräch: „Das ist schon ein enormer prozentualer Anstieg, aber man muss sich da auch die absoluten Zahlen anschauen.“

Konkret heißt das, dass es in Stadtlohn im Jahr 2019 29 Fälle von Wirtschaftskriminalität gegeben hat, im Vorjahr war es nur einer. Woher genau der Anstieg kommt und ob es in Stadtlohn im vergangenen Jahr besondere Ereignisse in diesem Bereich gab, kann Thorsten Ohm am Freitagmittag nicht sagen.

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Doch es gibt auch Zahlen in der Statistik, die etwas mehr Aufschluss über die konkrete Situation in Stadtlohn geben. Da wär zunächst einmal die Gesamtzahl der Straftaten. Die ist von 893 auf 972 gestiegen. Das ist kreisweit eher ungewöhnlich, dann insgesamt ist hier ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Kriminalität in Stadtlohn in fast jeder Kategorie gestiegen

Auffällig in Stadtlohn ist, dass es in fast jeder Kategorie einen Anstieg gibt. Besonders groß ist der bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. 2019 waren es 83 Fälle, im Vorjahr nur 49. „Drogendelikte sind sogenannte Kontrolldelikte“, erklärt Thorsten Ohm. „Das heißt, dass sie meist bei Kontrollen auffallen und dann in den meisten Fällen auch direkt aufgeklärt sind.“

In Stadtlohn gab es in fast allen Bereichen einen Anstieg bei den Fallzahlen.

In Stadtlohn gab es in fast allen Bereichen einen Anstieg bei den Fallzahlen. © Leonie Sauerland

Kein Wunder also, dass die Aufklärungsrate in dieser Kategorie bei 91 Prozent liegt. Genau das Gegenteil ist bei Diebstählen der Fall. Bei Taschen- (6 Fälle) und Autodiebstählen (8 Fälle) liegt die Aufklärungsrate bei 0 Prozent. Bei Fahrraddiebstählen (155 Fälle) konnte die Polizei gerade mal in 3,2 Prozent der Fälle einen Täter ausmachen.

„Das ist typisch, weil es in diesen Fällen keine klare Spurenlage gibt“, erklärt Thorsten Ohm. Solche Delikte können häufig nur dann aufgeklärt werden, wenn Täter auf frischer Tat ertappt werden.

Mehr Straßenkriminalität und mehr Körperverletzungen

In der Kategorie Straßenkriminalität ist die Zahl mit 377 Fällen (+10) in etwas auf dem Level des Vorjahres geblieben. Hierunter fallen zum Beispiel sexuelle Belästigung, exhibitionistische Handlungen, Raubüberfälle oder Sachbeschädigungen an Fahrzeugen. Auch hier ist die Aufklärungsrate mit 9,5 Prozent sehr niedrig.

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Die Zahl der Gewalttaten ist mit 19 weder gestiegen noch gesunken. Eine Straftat gegen das Leben, also einen Mord oder Totschlag, gab es in Stadtlohn im Jahr 2019 nicht. Auch bei den Raubdelikten (4) und den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (18) sind die Zahlen auf einem recht niedrigen Niveau beinahe unverändert geblieben.

Bei den Körperverletzungen hingegen ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. 92 Mal war das 2019 der Fall, im Vorjahr waren es 69 Delikte. Die Aufklärungsquote ist hier mit 88 Prozent recht hoch. Die Polizei konnte 76 Täter ausmachen.

Einbrüche: Polizei rät zu Prävention

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Einbrüche, von 7 auf 26. Damit widerspricht die Entwicklung in Stadtlohn dem allgemeinen Trend. „Insgesamt sinkt die Zahl der Einbrüche“, sagt Thorsten Ohm. Ein Rückgang von zwölf Prozent verzeichnet die Polizei hier im gesamten Kreis Borken.

Der Anstieg in Stadtlohn sei jedoch kein Grund zur Sorge. Die Zahl im vergangenen Jahr sei mit sieben Fällen einfach extrem niedrig gewesen. Präventionsmaßnahmen am eigenen Haus sind laut Polizei der beste Schutz gegen Einbrüche.

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Im kreisweiten Vergleich liegt Stadtlohn im unteren Mittelfeld, was die Gefährdung durch Kriminalität angeht. Für den Vergleich gibt der Kreis Borken die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl an, also die Zahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner.

So lassen sich die Kommunen besser miteinander vergleichen. In Stadtlohn ist diese Zahl leicht gestiegen und liegt nun bei 4783. In fünf Kommunen im Kreis Borken ist die Gefährdung durch Kriminalität höher, in elf Kommunen ist sie niedriger.

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