Museum erinnert an blutige Schlacht im Lohner Bruch

hzMuseum eröffnet

Richard Lammers hat im Eichenhof ein Museum zur Schlacht im Lohner Bruch eröffnet. Dabei sind noch lange nicht alle Geheimnisse um das Kriegsgeschehen gelüftet.

Stadtlohn

, 03.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stadtlohn ist seit dem Wochenende um eine Attraktion reicher. Im Eichenhof eröffnete Richard Lammers sein Museum zur Schlacht im Lohner Bruch, die den heutigen Acker neben dem Eichenhof im 30-jährigen Krieg in ein Blutfeld mit Tausenden Toten und Verwundeten verwandelte. Am 6. August 1623 trafen die Truppen von Herzog Christian von Braunschweig und Graf von Tilly an diesem Ort aufeinander. Nicht umsonst gab Lammers seinem Museum den Untertitel „Als Stadtlohn für einen Tag der Mittelpunkt Europas war“.

Lang gehegter Wunsch

Mit Hilfe des Heimatvereins Stadtlohn und Stadtarchivar Ulrich Söbbing konzipierte Lammers seinen lang gehegten Wunsch, am Ort des Geschehens ein Museum einzurichten. Im Mittelpunkt des Museums steht ein Diorama der Schlacht am Lohner Bruch, das Herbert Switkowsky gebaut hat. Es ist eine Fortsetzung des Dioramas in der Marienschule. Deutlich zeigt es den Hof Warmert, der noch heute als Nachbarhof vom Eichenhof existiert, und den Hof Leding, der niedergebrannt wurde, sowie den immer noch vorhandenen Bach, die Lepping Welle.

Erste Ideen entwickelt

Seit 1997 hat sich Richard Lammers mit dem Gedanken getragen, ein derartiges Museum zu errichten. 1998 wurde das Ende des 30-jährigen Krieges vor 350 Jahren gefeiert. Das spornte ihn noch mehr an. Zusammen mit dem damaligen Kulturamtsleiter Bernhard Üpping entwickelte er erste Ideen dazu. Die Bronzeplatte mit dem Gedicht von Annette von Droste Hülshoff zu dieser Schlacht wurde vom Heimatverein Stadtlohn und vom Schützenverein Almsick vor dem Eichenhof angebracht. Es folgte 2006 eine Sonderausstellung zur Schlacht im Eichenhof. Der Umbau der Stube zum Museum begann bereits 2016.

Spurensuche

Lammers begab sich auf Spurensuche in Museen und Archiven. Er entdeckte im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ein Flugblatt vom 6. August 1623, welches die Schlachtformation im Lohner Bruch zeigte. Danach wurde das Diorama gebaut und mit fachlicher Unterstützung von Ulrich Söbbing das Schlachtgetümmel nachgestellt. „Vielleicht könnte man 2023, wenn sich die Schlacht zum 400. Mal jährt, ein Schlachtszenario nachspielen“, blickte Lammers in die Zukunft.

Ulrich Söbbing überbrachte nicht nur die Grüße der Stadt, sondern bezeichnete den Eichenhof auch als „Ort der Geschichte“, an dem Geschichte erlebbar würde mit diesem Museum.

Suche nach Gräbern

Allerdings sei die Erforschung des Ortes des Geschehens noch längst nicht abgeschlossen, ergänzte Söbbing. „Immer wieder wird gefragt, wo die vielen Toten geblieben sind. An einigen Stellen hat man kleinere Gräber gefunden. Frühere Untersuchungen haben nicht mehr ergeben. Eine Firma aus Heek hat vor kurzem das Gebiet mit Drohnen abgeflogen und Verdachtspunkte festgemacht. Nächste Woche werden diese Punkte mit speziellen Geräten abgefahren“, so Söbbing. Am Ende der Vernissage übergab Söbbing dem Museumsgründer Lammers als Geschenk noch eine Handvoll Musketenkugeln, die aus der Schlacht am Lohner Bruch stammen.

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