Nachbarn erfreut: Aldi schlägt den Knoten durch und verlegt Lärmquelle

hzAldi-Markt

„Wir sind total glücklich!“, sagt Michaela Himmelberg. Monatelang fühlte sie und andere Berkelbogen-Nacharn sich von Lüftungslärm des Aldi-Marktes am Breul belästigt. Jetzt gibt es eine Lösung.

Stadtlohn

, 17.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aldi schlägt den Knoten durch. Nach monatelangem Streit mit Nachbarn wegen lauter Lüftungsgeräusche packt der Discounter am Breul das Problem jetzt bei den Wurzeln. Die strittige Lüftungsanlage wird demontiert und an anderer Stelle auf dem Grundstück fernab der Wohnbebauung wieder installiert. „Auf freiwilliger Basis“, wie Dirk Heilken vom Fachbereich Bauen, Wohnen und Immissionsschutz des Kreises Borken am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion betonte.

Kreis misst seit Monaten die Lärmemissionen

Monatelang liefen die Nachbarn der Straße „Am Berkelbogen“ Sturm gegen die Anlage, die ihrer Ansicht nach viel zu laut ist. „Es ist furchtbar, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche“, sagt Anwohnerin Michaela Himmelberg. Immer wieder beschäftigte das Problem den Kreis Borken als zuständige Baugenehmigungsbehörde. Aldi besserte mit kleinen Maßnahmen nach, aber die Klagen der Nachbarn hielten an.

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In der vergangenen Woche spitzte sich das Problem weiter zu. Bei extremen Außentemperaturen lief die Anlage unter Volllast – auch nachts, obwohl das eigentlich nicht erlaubt war. Erneute Abnahme-Lärmmessungen des Kreises Borken am Montag vergangener Woche zeigten, dass die Grenzwerte nachts nicht eingehalten wurden. Am Dienstag habe der Kreis Borken Aldi daher ein ordnungsrechtliches Verfahren angedroht, so Dirk Heilken.

Nachtabsenkung versehentlich abgeschaltet

Soweit sei es dann aber doch nicht gekommen, weil Aldi noch am gleichen Tag glaubhaft versichern konnte, dass die Nachtabsenkung nach Wartungsarbeiten durch eine Drittfirma versehentlich deaktiviert geblieben sei. „Wir haben am Mittwoch erneut kontrolliert und festgestellt, dass die Nachtabsenkung wieder funktionierte und auch nachts die Grenzwerte eingehalten wurden“, sagt Dirk Heilken vom Kreis Borken.

Doch am Donnerstag dann neues Ungemach: „Es gab tagsüber ein störendes metallisches Geklapper an der Anlage, das nicht tolerierbar war“, sagt Dirk Heilken. Darauf habe Aldi noch einmal grundsätzlich über eine „optimale Lösung“ nachgedacht. Mit dem Ergebnis seiner Überlegungen überraschte Aldi an Freitag dann die Anwohner und den Kreis Borken gleichermaßen.

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Heilken: „Aldi hat sich zu einer großen Lösung auf freiwilliger Basis entschieden. Christian Meidt, Aldi-Bereichsgeschäftsführer Filialbau erklärt die Pläne: „Die zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf der Rückseite des Objektes aufgestellte Kälteanlage wird teilweise in den Innenbereich des Gebäudes verlegt. Des Weiteren wird der verbleibende Geräteteil mit Lüftungsmotoren durch ein größeres und noch leiseres Gerät ersetzt und auf die Parkplatzseite verlagert.“

Aldi wolle „eine möglichst große Sicherheit und nachhaltige Lösung im Sinne einer guten und verträglichen Nachbarschaft schaffen, auch wenn damit größere Investitionen für uns verbunden sind“, so Christian Meidt.

„Diese Entscheidung ist sehr erfreulich für die Nachbarn“, sagt Dirk Heilken. Und für den Kreis Borken wohl auch. Denn Beschwerden und Lärmmessungen haben die Mitarbeiter des Bereichs Immissionsschutz seit Monaten immer wieder beschäftigt.

Umbau im September

Der Umbau soll nach Heilkens Angaben vom 7. bis zum 10. September erfolgen. Das heißt, drei Wochen müssen die Anwohner noch mit den Lärmemissionen leben. „Das werden wir auch noch schaffen – jetzt wo wir wissen, das der Lärm bald ein Ende hat“, sagt Michaela Himmelberg. „Ich freue mich darauf, endlich mal wieder im Garten in Ruhe Kaffee trinken zu können oder bei offenen Fenster schlafen zu können.“ Sie ist froh, dass sich am Ende die Hartnäckigkeit der Nachbarn ausgezahlt hat. „Vielleicht hat das ja auch Auswirkungen auf die künftige Planung von Aldi-Märkten“, so hofft sie.

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