Über 60 Musikerinnen und Musiker der Wiesentaler und des Spielmannszuges verfolgten die jüngste Ratssitzung in der Stadthalle. Am Ende freuten sie sich, dass die Stadt ein neues Probenzentrum im ehemaligen Kindergarten an der Straße Am Bach zur Verfügung stellt. © Stefan Grothues
Probenräume

Neue Räume für Wiesentaler und Spielmannszug wecken Begehrlichkeiten

135.000 Euro investiert die Stadt Stadtlohn in neue Probenräume für die Wiesentaler und den Spielmannszug. Das weckt Begehrlichkeiten. Jetzt melden auch die Husaren Bedarf an.

Groß wie selten war am Mittwochabend der Zuschauerandrang im Stadtlohner Rat: Weit über 60 junge Musikerinnen und Musiker der Wiesentaler Kapelle und des Spielmannszuges der KG waren zur Sitzung in die Stadthalle gekommen. Und am Ende spendeten sie den Politikern einen dicken Applaus.

Einstimmig 135.000 Euro bereitgestellt

Einstimmig hatte zuvor der Rat beschlossen, den beiden Musikvereinen neue Probenräume im ehemaligen Kindergarten an der Straße Am Bach zu schaffen. 40.000 Euro stellt die Stadt für den Umbau im Bestand und weitere 95.000 Euro für eine Erweiterung des ehemaligen Kindergartengebäudes bereit.

In der ehemaligen Kita Am Bach soll ein neues Probenzentrum für die Wiesentaler und den Spielmannszug entstehen. Die Husaren wären auch gerne dabei.
In der ehemaligen Kita Am Bach soll ein neues Probenzentrum für die Wiesentaler und den Spielmannszug entstehen. Die Husaren wären auch gerne dabei. © Markus Gehring © Markus Gehring

Nicht im Zuschauerraum vertreten war die dritte große Stadtlohner Kapelle: die Husaren. Die hatten erst aus der Münsterland Zeitung von den Probenraumplänen erfahren. In einem Brief an den Bürgermeister meldeten sich die Husaren kurz vor der Sitzung auch zu Wort. „Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass auch wir keine eigenen Probenräume haben“, so Thomas Lüfkens, Vorsitzender der Husaren, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Thomas Lüfkens betont: „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung der Stadt, viel Geld in die Hand zu nehmen, um Probenräume für die Wiesentaler und den Spielmannszug zu schaffen. Das ist ein gutes Zeichen für die Musik. Gleichzeitig möchten wir aber sagen: Hallo, uns gibt es auch noch. Wir würden gerne dabei sein!“

„Josef-Albers-Saal ist zu klein für Husarenproben“

Das Hauptorchester der Husaren umfasst rund 70 Musikerinnen und Musiker. „Wir haben in der ehemaligen Marienschule zwei eigene Räume“, erklärt Thomas Lüfkens: einen Lagerraum für Instrumente und einen kleinen Probenraum für sechs oder sieben Musiker. Das Hauptorchester probt im Josef-Albers-Saal. Lüfkens: „Der ist eigentlich zu klein. Und es ist nicht unser eigener Raum. Das heißt: Wir müssen Schlagzeug, Stühle und Instrumente vor und nach jeder Probe ein- und ausräumen.“

Die Husarenkapelle in Aktion: Beim Konzert unter Coronabedingungen im Herbst 2020 in der Stadthalle. Nun soll es im August wieder ein großes Konzert geben: Am 22. August auf einer Bühne, die auf dem Marktplatz steht. © Veranstalter © Veranstalter

Als der Vorstand der Husaren von den Probenraumplänen der Stadt, der Wiesentaler und des Spielmannszuges in der Zeitung las, da dachte Thomas Lüfkens gleich: „Das könnte was richtig Großes werden, wenn alle drei Musikvereine, die in Stadtlohn mit Blasmusik zu tun haben, an einem Ort proben könnten. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, einen Anbau auch für uns zu schaffen.“ Die Kapelle habe dem Vorstand für diese Idee bereits den Rücken gestärkt. Lüfkens: „Auch wir haben viele Handwerker in unseren Reihen und sicher auch eine hohe Bereitschaft für Eigenleistungen.“

Husaren-Brief löst Verwunderung in den Fraktionen aus

In den Fraktionen löste der Brief der Husaren Verwunderung aus. Marion Ballenthin (CDU) erklärte: „Wir hatten uns im Vorfeld erkundigt. Es hieß, die Husaren seien gut untergebracht und es bestehe kein Bedarf für Veränderungen.“ Angelika Kessels (FDP) sprach von Irritationen und sagte: „Ich bin nicht begeistert über die Vorgehensweise der Husaren.“ Hermann Steverding (UWG) bezweifelte, dass am ehemaligen Kindergarten Am Bach auch für die Husaren noch ein großer Anbau platztechnisch möglich sei.

Einig aber waren sich alle Fraktionen mit Bürgermeister Berthold Dittmann, der erklärte: „Wir sollten mit den Husaren sprechen. Wir wollen ja keinen Musikverein ausklammern. Es wird uns sicher gelingen, eine gute Lösung zu finden.“ Eine Möglichkeit brachte Marion Ballenthin ins Gespräch: „Wenn die OGS aus der ehemaligen Marienschule wie geplant zur Fliednerschule zieht, dann gibt es vielleicht an der Marienschule Möglichkeiten, neue Probenräume für die Husaren zu schaffen.“

Der Husaren-Vorsitzende Thomas Lüfkens freut sich über das Gesprächsangebot. Er will den Vorstoß der Husaren auch nicht falsch verstanden wissen. „Wir wollten eine Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Nicht dass es später heißt: Hättet ihr mal rechtzeitig was gesagt.“

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Redaktion Ahaus
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