Neuer Kindergarten: Belasteter Sand rund um Rohbau am Hessenweg muss ausgetauscht werden

hzKindergarten

Rund um den Kindergartenrohbau am Hessenweg muss der Sand ausgetauscht werden. Der Grund: Fälschlicheweise ist dort Recyling-Sand verfüllt worden. Und der ist „recyclingtypisch“ belastet.

Stadtlohn

, 29.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zu 20 Lkw-Ladungen voller belasteten Sandes werden im Januar von der Kindergarten-Baustelle am Hessenweg abtransportiert. Danach wird neuer, unbelasteter Füllsand angeliefert. Eine Falschlieferung ist der Grund für den aufwendigen Austausch.

Neuer Kindergarten: Belasteter Sand rund um Rohbau am Hessenweg muss ausgetauscht werden

Der Kindergartenbau am Hessenweg liegt im Zeitplan. Durch den Sandaustausch wird sich die Bauzeit nicht verzögern. © Markus Gehring

Das hat Bürgermeister Helmut Könning am Dienstag im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss mitgeteilt. Statt des bestellten reinen Grubensandes sei auf der Baustelle von einem Unternehmen Recyling-Sand geliefert und verfüllt worden. „Dieser Sand wird zwar bei vielen Bauvorhaben verwendet, doch für den Kindergartenneubau hatte die Stadt ausdrücklich Füllsand und keinen Recyling-Sand ausgeschrieben“, so der Bürgermeister.

Gutachter stellt „recylingtypische Belastungen“ fest

Nachdem die Falschlieferung aufgefallen war, hat die Stadt den Recyling-Sand beprobt und gutachterlich untersuchen zu lassen, um sicherzustellen, dass er für den Kindergartenbau geeignet ist. Dabei wurden „recylingtypische Belastungen“ festgestellt, so Helmut Könning. Der Sand enthielt polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Sulfate und Cyanide, so Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp.

Belastung entstehen durch Aufbereitung alter Baustoffe

Die Belastung ergebe sich, wenn Ziegelmauerwerk oder Straßenbelag zerkleinert und mit Sand zu Recycling-Sand vermengt werden. Pennekamp: „Es gibt bestimmte Grenzwerte für bestimmte Verwendungen.“ Der gelieferte Recycling-Sand sei für die Freilandverfüllung nicht geeignet und müsse ausgetauscht werden.

Bürgermeister Könning: „Wir haben in Abstimmung mit dem Träger der Kita sowie den beauftragten Unternehmen entschieden, dass die gesamte Anfüllung mit Sand um den Rohbau herum ausgetauscht wird und der bestellte Füllsand ohne Belastungen geliefert und eingebaut wird“, so Helmut Könning.

„Nach der Entfernung des Recycling-Sandes werden wir die Randbereiche genau untersuchen. Wir wollen belegen können, dass da nichts mehr ist“, sagte Mathias Pennekamp.

Unter dem Gebäude kann der Sand bleiben

Und was ist mit dem Sand, auf dem der Rohbau errichtet wurde? Unterhalb des Gebäudes könne der Recycling-Sand ohne Weiteres eingesetzt werden und gefahrlos verbleiben, erklärte Bürgermeister Könning im Ausschuss. Das habe ein Fachgutachter bestätigt.

Jetzt lesen

Der Austausch des Sandes findet nach Angaben der Stadt in enger Abstimmung mit den beteiligten Firmen statt und soll Anfang Januar beginnen. Der Austausch könne auch parallel zu den anderen Arbeiten erfolgen, sodass keine zeitliche Verzögerung entstehe.

Zeitplan wird eingehalten

„Im Übrigen ist der Bau der Kita im Zeitplan und dem Einzug der fünf Gruppen im Sommer 2020 steht nichts entgegen“, so Bürgermeister Helmut Könning. Zusätzliche Kosten für den Austausch entstehen der Stadt Stadtlohn nicht. Mathias Pennekamp: „Wir hatten ja schließlich reinen Grubensand bestellt.“

Lesen Sie jetzt