Neues Bürogebäude setzt städtebaulichen Akzent an Stadtlohns Stadteingang

hzErster Spatenstich

Der südliche Stadteingang erhält ein neues architektonisches Gesicht: An der Eschstraße entsteht ein dreigeschossiges Bürogebäude. Hinter der Investition stecken auch Familiengeschichten.

Stadtlohn

, 17.07.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Atmosphäre am Freitagmittag auf der Baustelle an der Eschstraße ist herzlich, vertraut und fast familiär. Man kennt sich. Die Familien Borgers und Kuglarz pflegen seit fast 70 Jahren über drei Generationen hinweg gutnachbarschaftliche und geschäftliche Kontakte. Ihr jüngstes gemeinsames Projekt verleiht nun dem südlichen Stadteingang Stadtlohns ein neues architektonisches Gesicht.

Erster Spatenstich am Freitag

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat am Freitag der Neubau eines Bürogebäudes für die Steuerberatungsgesellschaft Heisterborg begonnen. Investor und Generalunternehmer ist das Generalbauunternehmen Borgers. Gemeinsam haben die beiden Stadtlohner Traditionsunternehmen auf einer Grundstücksfläche von 3300 Quadratmetern an der Eschstraße ein dreigeschossiges Bürogebäude mit einer Brutto-Geschossfläche von 2900 Quadratmetern geplant.

Die Firma Borgers errichtet an der Eschstraße ein neues Bürogebäude. Hierhin verlegt die Steuerberatungsgesellschaft Heisterborg ihren Firmensitz.

Die Firma Borgers errichtet an der Eschstraße ein neues Bürogebäude. Hierhin verlegt die Steuerberatungsgesellschaft Heisterborg ihren Firmensitz. © Borgers

Das große Baustellenschild zeigt, was bis jetzt auf dem freigeräumten Bauland entstehen soll: ein klassisches Klinkergebäude bestehend aus zwei dreigeschossigen Baukörpern, die über eine Glasfassade miteinander verbunden sind. „Das Gebäude wird im industriellen Umfeld einen optischen Auftakt bei der Einfahrt ins Stadtgebiet von Stadtlohn bilden und setzt eine Marke: Hier beginnt die Stadt“, sagt Borgers-Geschäftsführer Dr. Herbert Daldrup, bevor er zum Spaten greift.

Heisterborg-Geschäftsführer Carsten Kuglarz freut sich. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seiner Steuerkanzlei an vier Standorten ist auf über 100 angestiegen. „Allein in Stadtlohn sind es 75. Unser Stammsitz ,An der Bleeke‘ platzt aus allen Nähten“, sagt Carsten Kuglarz. Vor einem Jahr suchte er das Gespräch mit der Firma Borgers, wie schon vor fast 70 Jahren sein Großvater.

Carsten Kuglarz: „Wir haben über Neubaupläne gesprochen, aber wir hatten noch nicht das passende Grundstück.“

Grundstück mit Familiengeschichte

Inge Borgers aber hatte eines, und zwar in exponierter Lage an der Eschstraße: Hier stand ihr Elternhaus. Hier ist sie aufgewachsen. Ihre Eltern Heinz und Gertrud Bordiek betrieben hier ein Bus-, Krankentransport- und Taxiunternehmen. „Diese Linde kenne ich schon seit Kindertagen“, sagt sie am Freitag.

Der markante Baum ist zum Schutz vor dem schweren Baugerät großzügig abgezäunt. Er soll auf jeden Fall erhalten bleiben, das war für Inge Borgers ein Herzensanliegen. „Die Linde fügt sich sehr gut in das Gesamtbild der Außenfassade ein“, sagt Inge Borgers‘ Schwiegersohn Herbert Daldrup. Er freut sich, dass das Unternehmen Borgers, das sonst deutschlandweit Immobilien im Industrie- und Gewerbebau errichtet, dieses Mal quasi vor der eigenen Haustür arbeiten kann.

„Homeoffice kann Büros nicht ersetzen“

In der Coronakrise hatte die Steuerberatungsgesellschaft Heisterborg zunächst komplett auf Homeoffice umgestellt. Gewinnt das Homeoffice nicht auf Dauer an Bedeutung? Sind große Büroflächen eigentlich noch notwendig? Carsten Kuglarz hat dazu eine klare Meinung: „Die Coronakrise hat uns ganz klar gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit im Büro ist, welchen Wert die unmittelbaren menschlichen Begegnungen haben.“ Darum gehören neben den Büros auch Ruheräume, Lounge-Bereiche und ein großer Gemeinschaftsbereich mit Küche zum Projekt.

Heisterborg betreut seine Mandanten seit fast 70 Jahren und vereint die Bereiche Steuerberatung, Wirtschaftsberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung unter einem Dach an vier Standorten in Stadtlohn, Emsbüren, Epe und Münster.

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Im ersten Bauabschnitt werden in dem neuen Bürogebäude bis zu 90 Arbeitsplätze geschaffen. Zwei weitere Bauabschnitte wären auf dem Grundstück möglich. Carsten Kuglarz winkt auf Nachfrage lachend ab: „Nein, dafür gibt es noch keine konkreten Pläne.“ Vielleicht ist das ja ein Projekt für die vierte Generation.

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