Blühstreifen mit Wildblumen sollen helfen, in Stadtlohn die Artenvielfalt zu fördern. © Stefan Grothues
Biodiversität

Nisthilfen, Wildblumen und Schafe: Was Stadtlohn für Artenvielfalt tut

Vor fünf Jahren hat der Runde Tisch „Biodiversität“ im Kreis Borken ein Maßnahmenpaket für Artenvielfalt auf den Weg gebracht. „Was ist eigentlich in Stadtlohn daraus geworden?“, fragte die FDP.

„Die Erhaltung und Förderung der Biodiversität ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.“ Diese Erkenntnis war vor genau fünf Jahren, im April 2016, die Grundlage für die Abschlusserklärung des Runden Tisches Biodiversität, die von den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Kreises Borken unterzeichnet wurde.

FDP fragt: Was ist konkret passiert?

Aber was ist in Stadtlohn aus den Maßnahmenvorschlägen konkret geworden? Das wollte die FDP jüngst im Umwelt- und Bauausschuss wissen. Mit der Antwort war die FDP mehr als zufrieden.

Konkret fragte der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Albert Daniels auch nach Wiederaufforstungen. „Es ist bekannt, dass auf städtischen Flächen im letzten Jahr sehr viele Bäume geschlagen werden mussten, da diese durch die trockene Witterung der letzten drei Jahre Schaden genommen hatten.“

Mathias Pennekamp, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt im Stadtlohner Rathaus, beantwortete die Frage der FDP schriftlich. Er weist darauf hin, dass die Hauptakteure bei dieser Vereinbarung die Landwirte und die Waldbauern seien.

Dennoch habe auch die Stadt Stadtlohn einiges auf den Weg gebracht:

  • Die städtischen Wallhecken, Baumreihen und Feldhecken werden regelmäßig gepflegt. Es wurden mehrere hundert Meter Baumreihe aus Eiche und Obstbäumen entlang der Wirtschaftswege gepflanzt und damit eine Eichenreihe am Schützenweg kompensiert und im Verhältnis 3 : 1 vermehrt.
  • Es wurden auf innerstädtischen Beeten, auf städtischen Ackerflächen und auf Flächen der Abwasserwirtschaft Blühstreifen angesät. Im Rahmen des ländlichen Wegenetzkonzeptes wurden die Grundlagen des weiteren Umgangs mit den Wegeseitenrändern im Sinne der Biodiversität berücksichtigt.
  • Es wurden im Rahmen verschiedener Maßnahmen etwa 150 Fledermauskästen und 120 Nisthilfen für Vögel direkt durch die Stadt aufgehängt, zusätzlich wurde die Nistkastenaktion des Vereins der Vogelfreunde jährlich finanziell unterstützt.
  • Ein verrohrter Wasserlauf wurde durch die Stadt auf einer Länge von 110 Metern offengelegt und renaturiert.
  • Im Auftrag der Stadt wurde eine Ackerfläche am jüdischen Friedhof zu einer artenreichen Wiese mit Blänken und Obstbaumhochstämmen extensiviert und ökologisch aufgewertet.
  • In Wenningfeld wurde auf einer städtischen Fläche auf etwa 3000 Quadratmetern Wald neu aufgepflanzt. In bestehenden städtischen Waldflächen wurden Baumsetzlinge in entstandenen Lichtungen nachgepflanzt.
  • Im Auftrag der Stadt wurde auf privaten Flächen Wald neu angepflanzt oder Nadelwald in Laubwald umgewandelt.
  • An den Regenrückhaltebecken Annastraße, Bohnenkampstraße, Dinkellandstraße, Opelstraße, Owwering und Thyssenstraße wurden insgesamt 29 Obstbäume gepflanzt.
  • Darüber hinaus magern die Grünflächen an den Rückhaltebecken weiter aus, sodass sie mit der Zeit artenreicher werden. Auch die Beweidung mit Schafen trägt zur ökologischen Bewirtschaftung bei.

Der Umwelt- und Bauausschuss nahm die Mitteilung mit Zustimmung zur Kenntnis. Ludger Bergerbusch, sachkundiger Bürger der FDP im Ausschuss lobte: „Das ist ja erfreulich, dass schon so viel gemacht wurde. Das wird ja oft gar nicht gesehen.“

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Redaktion Ahaus
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