Politik sendet starkes Signal ans Jugendwerk für Integrationsarbeit

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Bisher wurde die Projektstelle „Gemeinsam lernen" im Jugendwerk immer befristet gefördert. Nun beschloss die Politik die Entfristung. Das sorgt bei den Verantwortlichen für Erleichterung.

Stadtlohn

, 08.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Richtiggehend erleichtert zeigt sich Eva Vehring. Die pädagogische Leiterin des Jugendwerks sieht mit der von Hauptauschuss und Rat der Stadt Stadtlohn bewilligten Entfristung der Projektstelle „Gemeinsames Lernen“ einen wichtigen Meilenstein gerade in der Integrationsarbeit gesetzt. „Speziell in der Integrationsarbeit sind Vertrauen und Verlässlichkeit sowie vertraute Ansprechpartner unheimlich wichtig. Das vermittelt das Gefühl von Sicherheit“, erklärt Eva Vehring.

Seit 2011 wurden im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Projekte zur Integration für Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte angeboten. „Da sind wir ganz klein angefangen, es hat sich dann schnell entwickelt", so Vehring. 2014 konnte mit Förderung des Landesjugendamtes (LWL) die Projektstelle „Gemeinsam Lernen“ ins Leben gerufen werden. Valerina Fischer ist mittlerweile die dritte Projektmitarbeiterin.

Entfristung fördert die besondere Kontinuität im Jugendwerk

„Mit einer unbefristeten Stelle können wir nun für die so wichtige Kontinuität sorgen – die Projektstelle wird so deutlich aufgewertet“, so Vehring. Die tragfähigen Strukturen könnten nun ausgebaut und verfestigt werden, erklärt Valerina Fischer, die schon als Praktikantin und Honorarkraft die Entwicklung des Teams begleiten konnte.

Vor allem nach der Flüchtlingskrise 2015 sei die Aufgabe noch wichtiger geworden: „Gerade Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung müssen Sorgen und Ängste genommen werden. Ich spüre einfach, dass es ihnen guttut, ein bekanntes Gesicht, jemanden, der ihnen auf Augenhöhe begegnet, vor Ort zu haben“, berichtet Valerina Fischer.

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Neben Gruppenarbeiten sei auch die Einzelbetreuung unheimlich wichtig – ebenso wie die Aufklärungsarbeit, zum Beispiel aktuell zum richtigen Verhalten in der Coronakrise. Dazu hatte sich die Stadtlohnerin an die Orte begeben, wo sich die Jugendlichen verstärkt aufhalten, um mit diesen ins Gespräch zu kommen. Letztlich gehe es auch darum, die Eltern mit ins Boot zu nehmen – zum Beispiel durch Teilnahmen am Flüchtlingscafe in Stadtlohn.

Dabei betont sie, dass Integrationsarbeit nicht bedeute, allein mit Menschen mit Migrationshintergrund zu arbeiten: „Da sind wir alle angesprochen, nur dann kann Integration nachhaltig funktionieren.“ Durch die persönliche Begleitung erfahre sie, dass „Emotionen stärker als Fakten“ seien. „Ich habe unheimlich viel Freude an der Vielfalt der Kulturen. Diese Vielfalt wollen wir sichtbar und erlebbar machen“, erklärt die 27-Jährige.

Projekt genießt Vorbildcharakter

Das Projekt sei mittlerweile über die Grenzen Stadtlohns hinaus bekannt, habe Vorbildcharakter und sei mit seinen vielen Bausteinen in ein starkes Netzwerk eingebunden, so Vehring. Seit Beginn des Projektes konnten circa 600 Kinder und Jugendliche erreicht werden. Bislang war die Stelle noch durch das LWL immer wieder zeitlich befristet gefördert worden. Sollte diese Förderung wegfallen, übernimmt das Jugendwerk (mitfinanziert durch die Stadt Stadtlohn) die Personalkosten.

„Wir sehen diese Entscheidung vor allem als Wertschätzung der Politik für die wichtige Arbeit, die wir im Jugendwerk leisten. Ein starker Rückhalt in Stadtlohn“, so Eva Vehring. „Motivation und Inspiration zugleich. Wir haben im Team einfach eine riesen Freude an dieser Arbeit“, ergänzt Fischer. Nun freue man sich, gestärkt das Programm in der Corona-Krise wieder langsam hochfahren zu können. „Integrationsarbeit lebt nun einmal von sozialen Kontakten", weiß die Sozialpädagogin.

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