Radfahrer-Schutz: Stadtlohn will Ortsschild um 1000 Meter verschieben, um Autos zu bremsen

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Der Radwegebau nach Gescher lässt noch länger auf sich warten. Jetzt will die Stadt mit einem anderen Kniff den Autoverkehr am Breul bremsen, damit sich Radfahrer sicherer fühlen können.

Stadtlohn

, 02.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Wunsch nach einer direkten Radwegeverbindung entlang der L 608 (Breul) nach Gescher ist alt. Schon vor zwei Jahren hat der Rat einstimmig Geld für die notwendigen Planungsarbeiten bereitgestellt. Doch ohne Landesmittel kann der Bau nicht starten. Immerhin kostet ein Kilometer Radweg 200.000 Euro. Wann die Fördermittel vom Land fließen werden, ist aber noch unklar.

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Die FDP hat in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses einen neuen Vorstoß unternommen, um wenigstens übergangsweise den Radverkehr entlang der Straße Breul sicherer zu machen.

FDP schlägt verschiedene Radfahrstreifen-Modelle vor

„Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir eine Zwischenlösung hinbekommen“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Schöning und präsentierte verschiedene, von niederländischen Vorbildern inspirierte Vorschläge für den Abschnitt zwischen der Firma Kemper und dem Kreisverkehr Breul: Fahrradschutzstreifen zum Beispiel oder eine Verlegung der Fahrbahn, um einen breiten Radweg für beide Fahrtrichtungen zu schaffen.

Der Ausschuss reagierte zurückhaltend. Die Maßnahmen seien sehr aufwendig für ein Provisorium und der Erfolg sei nicht sicher. Josef Wansing (CDU) machte einen anderen Vorschlag: „Es gibt doch ein einfache Lösung: Wir verschieben das Ortseingangsschild stadtauswärts bis zum Kreisverkehr. Dann haben wir für den Autoverkehr eine klare Tempobegrenzung auf 50 km/h.“

Ortsschild-Verschiebung als Königsweg

Bei UWG, SPD und FDP stieß der Vorschlag auf Zustimmung. Otger Harks bezeichnete ihn sogar als „Königsweg, der schnell und effektiv für mehr Sicherheit sorgt.“

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Allerdings: Bei Vertretern des Kreises Borken und von Straßen.NRW stößt diese Idee auf Skepsis. Bei der letzten Verkehrsschau im Sommer lehnten sie die Umsetzung des Ortsschildes um rund einen Kilometer stadtauswärts ab, weil der Breul in diesem Abschnitt keine Zufahrten habe und damit auch keine typische innerörtliche Straße sei.

Neuer Vorstoß beim Kreis Borken

Der Planungs- und Bauausschuss sieht das anders. Er empfahl dem Rat einen entsprechenden Beschluss zu fassen und beim Kreis einen erneuten Vorstoß zu unternehmen. Außerdem sollen die Fahrradstreifen farblich neu markiert werden.

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