Seifriz-Preis: Werstep-Lift aus Stadtlohn erleichtert Baustellenarbeit

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Ein leichter und schnell aufzubauender Lift soll die Arbeit auf Baustellen erleichtern. Sein Stadtlohner Erfinder Werner Steppat hat dafür gerade den Professor-Adalbert-Seifriz-Preis bekommen.

von Horst Andresen

Stadtlohn

, 27.09.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist Schweißfachmann, Metallbaumeister, Tüftler, Chef der Profi Metall & Technik GmbH in Stadtlohn – und weiß offenbar genau, was auf dem Bau gebraucht wird: Werner Steppat (50) hat einen Miniaufzug gebaut, der es (Hobby-)Handwerkern auf der Baustelle leicht macht: den Werner-Steppat-, kurz Werstep-Lift. Die Erfindung kommt an: Im November gab es dafür den Innovationspreis NRW, jetzt den hochangesehenen Professor-Adalbert-Seifriz-Preis.

Lift setzt sich gegen 40 Mitbewerber durch

Der sagt dem Otto-Normalverbraucher hier vielleicht nicht so viel, ist in Baden-Württemberg, dem Herkunftsland der Stifter, aber eine Größe. Er wird jedes Jahr dreimal vergeben. „Dass wir nach dem NRW-Preis hier auch erfolgreich sein würden, damit hätte ich nie gerechnet“, sagt Werner Steppat nach der Auszeichnung im Schloss Raesfeld.

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Der Lift aus Stadtlohn setzte sich im Wettbewerb gegen 40 andere Bewerber durch – mithilfe der Westfälischen Hochschule (WH) Bocholt. Steppat und der gleichfalls ausgezeichnete Professor Dr. Franz-Josef Peizmann, Leiter des Mechatronik-Instituts an der Fachhochschule, brachten gemeinsam das neue Produkt zur Serienreife.

Der Werstep-Lift ist sehr kompakt, kann von einer Person schnell aufbaut werden und hebt bis zu 125 Kilogramm in zwölf Meter Höhe.

Der Werstep-Lift ist sehr kompakt, kann von einer Person schnell aufbaut werden und hebt bis zu 125 Kilogramm in zwölf Meter Höhe. © Profi Metall & Technik GmbH

Mit dem Baustellenlift brach das Unternehmen aus Stadtlohn mit seinen acht Beschäftigten nicht nur in die Phalanx der wirtschaftsstarken Baden-Württemberger ein, wurde in Raesfeld gelobt: Es sei auch ein Innovationsprojekt par excellence, zeigten sich Vertreter der Handwerkskammer Münster sichtlich stolz. Eine Fachjury hatte entschieden.

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Der Verein Technologietransfer Handwerk verleiht jährlich diesen Transferpreis Handwerk und Wissenschaft, immerhin schon zum 31. Mal mit Preisgeldern bis zu 25.000 Euro, informierte die Handwerkskammer Münster. Deren Präsident, Hans Hund aus Bocholt, unterstrich vor Gästen im Schloss, dass sich „das Motto ,Meister sucht Professor‘ bewährt‘ hat. Und es mache ihn „stolz, dass schon mehr als 30 Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Münster mit ihren Kooperationspartnern mit der Auszeichnung prämiert wurden“.

Aushängeschild für die gesamte Handwerkskammer

Es sei ein „wirklich toller Erfolg für das Handwerk im Kammerbezirk“, dass dieser bundesweite Transferpreis in die Region vergeben werden könne. Hund: „Das ist zugleich ein Aushängeschild für uns und ein Zeichen für Innovation.“ Durch solcherart Kooperationen könnten auch Akademiker für das Handwerk gewonnen werden.

Werner Steppat sei ein Tüftler, der immer wieder Neuentwicklungen auf den Markt bringe: „Sie verfügen über eine Vielzahl an Schutzrechtsanmeldungen und haben regelmäßig Erfolg bei der Anmeldung von Gebrauchsmustern oder Patentanmeldungen.“ Der Stadtlohner habe es geschafft, was er mit seinen Worten selbst so bezeichnen würde – „der elendigen Schlepperei auf den Baustellen ein Ende zu setzen. Das ist gelungen“.

Coronavirus durchkreuzt Vermarktungspläne

Einige der Lifte hat Steppat zum Nettopreis von 3000 Euro bereits schon verkauft. Richtig vemarktet werden sollte er bei der internationalen Baumesse im März in München: „Wir hatten alles aufgebaut, Hotelzimmer gebucht, dann kam Corona.“ Und die Absage der Messe. Dennoch sind ihm nach Vorführungen die Lastenaufzüge quasi aus der Hand weggekauft worden: „Der Lift basiert auf einem einfachen Stecksystem, ist leicht zu transportieren und aufzubauen. Ich würde sagen, nicht nur genial einfach, sondern einfach genial.“

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Und Professor Peizmann, dessen Institut zum vierten Mal für Handwerks-Kooperationen ausgezeichnet wurde, pflichtet Unternehmer Werner Steppat bei: „Es ist ein Produkt geworden, das man von der Stange kaufen kann.“

Werstep-Lift passt auf jede Baustelle

  • Der Werstep-Lift schaffe so nicht nur Erleichterung auf der Baustelle sondern auch für das Unternehmen selbst: Schließlich steigere sich die Attraktivität der Firma durch dieses neue Standbein. Gleichzeitig seien so Arbeitsplätze geschaffen worden. Soweit zumindest das Lob in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer.
  • Der Lift verbinde „dank seiner besonderen Konstruktion sämtliche Vorteile. Der Kran besteht aus wenigen Komponenten, die sich binnen weniger Minuten ohne Werkzeug montieren lassen.“ Der Lift sei ideal für Groß- und Tagesbaustellen, wo sich keine aufwendige Installation lohne.
  • Dank kompakter Stellfläche passe der Lift in kleinste Räume oder auf Balkone. Die Elemente seien leicht transportier- und aufbaubar. Der Lift hat nach Firmenangaben eine Traglast von 125 Kilogramm bei 12 Metern Hubhöhe (Modell Basic). So könnten mühelos Lasten bis in die dritte Etage gehoben werden. Weitere Einzelheiten zu dem Lift auf www.werstep.de
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