Stadt Stadtlohn schlägt Alarm: Fälle von Vandalismus und wilden Müllkippen häufen sich

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Eingeworfene Scheiben, Brandstiftungen und Schmierereien – die Zahl der Vandalismus-Fälle ist gerade sehr hoch. Auch wilde Müllkippen kommen häufiger vor. Die Stadt sendet einen Appell.

Stadtlohn

, 30.05.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz grausam, entsetzlich, ein absoluter Hammer – Günter Wewers findet im Gespräch mit der Redaktion klare Worte zu den aktuellsten Fällen von Vandalismus in Stadtlohn. „Jeden Montagmorgen, wenn ich ins Rathaus komme, höre ich wieder von neuen Vorkommnissen. Das hat vor sieben, acht Wochen angefangen und scheint sich jetzt sogar noch zu steigern“, meint der Erste Beigeordnete.

Bereit Mitte April haben unbekannte Täter im Losberg randaliert. Sie haben das Toilettenhaus an der Minigolfanlage in Brand gesteckt, Scheiben eingeschlagen, Rollrasen herausgerissen und Mülltonen auf dem Gelände des SuS Stadtlohn angezündet. Mitte Mai dann wurde ein Kunstwerk hinter dem Haus Hakenfort beschädigt. In den vergangenen Wochen kamen außerdem zahlreiche Schmierereien an Schulen und Sporthallen und eingeworfene Scheiben an der Losbergschule und am Busbahnhof dazu.

Skulptur am Haus Hakenfort kann repariert werden

„Man könnte meinen, dass es Leute gibt, die vor gar nichts mehr Respekt haben“, fasst Klaus-Dieter Weßing, der bei der Stadtverwaltung für Schulen, Kultur und Sport zuständig ist, die Vorkommnisse der letzten Tage und Wochen zusammen. Auch Günter Wewers fragt sich, ob es sich um Gleichgültigkeit oder um gezielte Aktionen handelt.

Stadt Stadtlohn schlägt Alarm: Fälle von Vandalismus und wilden Müllkippen häufen sich

Unbekannte haben die Scheiben eines Wartehäuschens am Busbahnhof eingeschlagen. © Stadt Stadtlohn

Im Fall der zerstörten Skulptur am Haus Hakenfort gibt es positive Nachrichten. Die Künstlerin hat sich den Schaden vor Ort angeschaut und einer Reparatur zugestimmt. „Sie war ziemlich betrübt, aber ist damit einverstanden, dass unser Bauhof die gebrochenen Metallstreben schweißt“, so Günter Wewers. Nach der Reparatur soll die Skulptur fünf Meter von ihrem alten Standort entfernt wieder aufgestellt werden. Dort ist sie besser einsehbar. Die Stadt hofft, dass das das Kunstwerk vor erneutem Vandalismus schützt.

Restmüll, Sperrmüll und Windeln in der Natur

Nicht nur Sachbeschädigungen, sondern auch wilde Müllkippen machen der Stadtverwaltung Sorgen. „Wir haben jetzt schon die Fallzahl des letzten Jahres weit überschritten. Es wird alles mögliche in die Landschaft gekippt oder neben die Wertstoffcontainer gestellt, von Grünabfällen über Kartons bis zu 20 vollen Säcken mit Restmüll und benutzten Windeln“, erzählt Thomas Gausling vom Ordnungsamt.

Stadt Stadtlohn schlägt Alarm: Fälle von Vandalismus und wilden Müllkippen häufen sich

Die Zahl der wilden Müllkippen ist in den ersten fünf Monaten 2019 schon höher als im gesamten letzten Jahr. © Stadt Stadtlohn

Eine mögliche Erklärung dafür, dass die Zahlen jetzt so hoch sind, liefert Günter Wewers. Die Stadt hat in diesem Jahr das System für die Sperrmüll-Abfuhr geändert. Früher wurde der Sperrmüll zwei Mal pro Jahr an festen Terminen abgeholt. Die Stadtlohner konnten ohne Anmeldung an diesen Tagen ihren Unrat an die Straße stellen.

Sind geänderte Regeln für die Sperrmüll-Abfuhr der Grund?

„Doch das hat immer wieder für Chaos und verdreckte Straßen gesorgt“, erzählt Günter Wewers. Deswegen gilt seit Anfang des Jahres wieder die Karten-Regelung. Die Bürger können mit der Karte bei der Stadt eine Sperrmüll-Abfuhr beantragen und bekommen dann einen Termin mitgeteilt. „Das kostet nichts extra, das kann also nicht das Problem sein. Aber vielleicht ist das den Leuten zu viel Aufwand“, sagt Günter Wewers.

Stattdessen den Müll ins Auto zu laden, in den Außenbereich zu transportieren und da irgendwo abzuladen, kann Thomas Gausling dennoch nicht nachvollziehen. Da könne man die Abfälle doch auch gleich zum Wertstoffhof oder zu einem Entsorgungsunternehmen bringen.

Bußgeld kann deutlich dreistellig ausfallen

Wenn die Verursacher solcher wilden Müllkippen erwischt werden, wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. „Die Geldbußen können auch deutlich dreistellig ausfallen. Außerdem kommen die Kosten für die Entsorgung durch den Bauhof hinzu“, sagt Thomas Gausling.

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Günter Wewers fordert die Stadtlohner auf, sich auf jeden Fall bei der Verwaltung zu melden, wenn sie Sachbeschädigungen oder Menschen beim Abladen von Müll in der Natur beobachten. Für sachdienliche Hinweise sei auch eine Belohnung möglich. Schließlich gilt: „Wenn niemand ermittelt wird, dann zahlt die Allgemeinheit die Kosten. Das kann doch nicht richtig sein.“

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