Stadtlohn bezuschusst Gutscheine für Händler und Wirte mit 250.000 Euro

hzCorona-Krise

Stadtlohn zahlt 250.000 Euro Zuschuss für Gutscheine für den lokalen Einzelhandel und Gastronomie. Jeder Stadtlohner kann davon profitieren. Der Weg dorthin war am Mittwoch nicht leicht.

Stadtlohn

, 15.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch in Stadtlohn wird demnächst ein Gutschein eingeführt, um den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie in der Corona-Krise zu unterstützen. 250.000 Euro hat der Rat dafür am Mittwochabend freigegeben. Der Zuschuss soll zunächst bis zum 30. September befristet werden, um das Geld schnell in Umlauf zu bringen.

Mit dem Geld sollen Stadtlohn-Gutscheine mit jeweils 25 Prozent bezuschusst werden. Ein ähnliches System hatte in Ahaus der Rat vor einigen Wochen auf den Weg gebracht. Der Absatz dort läuft, wie berichtet, auf vollen Touren.

Jeder Stadtlohner soll die Gutscheine im Wert von bis zu 100 Euro kaufen können, um sie dann in den teilnehmenden Geschäften einzulösen. Auch geringere Werte sollen möglich sein. Details stehen noch aus.

Otger Harks: „Wir müssen wie eine Feuerwehr wirken!“

In Stadtlohn hatten die CDU- und die SPD-Fraktion fast gleichlautende Anträge in den Rat getragen. „Wir haben gerade eine einmalige Situation mit gravierenden Auswirkungen für Einzelhandel und Gastronomie“, erklärte Otger Harks, SPD-Fraktionsvorsitzender.

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Heruntergerechnet von Zahlen auf Bundesebene müsse man damit rechnen, dass in Stadtlohn bis zu 50 Geschäfte schließen müssten. „Das wäre verheerend“, sagte er. Die Politik müsse nun wie eine Feuerwehr wirken und schnell, unbürokratisch sowie effizient handeln. In Ahaus laufe der Gutschein schon sehr gut, da müsse man das Rad nicht neu erfinden.

Zeichen setzen gegen eine dramatische Situation

So sah es auch Helmut Stowermann (CDU): „Die Situation ist dramatisch“, sagte er. Mit dem Zuschuss könne man in Stadtlohn einen Umsatz von bis zu einer Million Euro generieren. „Das löst nicht alle Probleme, hilft aber.“ Seine Fraktion wolle ein Zeichen setzen und den Gutschein so schnell wie möglich auf den Weg bringen.

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Erwin Plate (UWG) war von der Idee begeistert: „Es kommt jetzt auf jeden Stadtlohner an, sich für seinen Heimatort einzusetzen“, erklärte er. Mit Blick nach Ahaus verspreche der Gutschein einen vollen Erfolg.

Details soll die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing erarbeiten und den Gutschein dann schnellstmöglich auf den Markt bringen.

SPD-Ratsherren kritisieren Gutschein, bieten aber keine Alternative

Uneinigkeit herrschte dazu allerdings innerhalb der SPD-Fraktion. Ludger Brockherde und Reinhold Dapper sahen in den Gutscheinen nicht das richtige Instrument für die Hilfe: Vor allem die fehlende Steuerbarkeit war ihnen ein Dorn im Auge. „Am Ende kommt das Geld im Zweifel bei den falschen Branchen an“, erklärte Reinhold Dapper im Rat.

„Und wenn wir Pech haben, wird das Geld über die drei Jahre Laufzeit der Gutscheine gestreut“, fügte Ludger Brockherde hinzu. Es müsse ein anderer Weg für die Förderung gefunden werden. Denn: Handel und Gastronomie mit 250.000 Euro zu fördern, war auch in seinen Augen eine gute Sache. Eine Alternative bot er jedoch nicht.

Darüber entbrannte dann eine längere Diskussion. Helmut Stowermann reagierte irritiert. „Uns ist wichtig, dass wir schnell handeln“, sagte er. Weder könne man vorschreiben, welche Geschäfte die Gutscheine annehmen dürfen, noch was die Käufer damit machen.

Gutschein-Lösung findet breite Mehrheit

Zu einem Konsens kam es im Rat nicht. Helmut Stowermann ließ schließlich über den CDU-Antrag abstimmen. Er bekam eine breite Mehrheit. Nur die beiden SPD-Ratsherren stimmten dagegen. Für Richard Henrichs (Grüne) blieben in der Diskussion zu viele Fragen offen. Die beiden Ratsherren der grünen Fraktion enthielten sich.

Otger Harks erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass der SPD-Antrag von der Fraktion mit breiter Mehrheit getragen worden sei. „In der Sache waren wir uns einig, nur der Weg dorthin wurde unterschiedlich gesehen“, sagte er am Donnerstag. Für ihn kein Problem: „Andere Meinungen muss eine demokratische Partei aushalten.“

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