Stadtlohn soll sich als „sicherer Hafen“ für Geflüchtete bekennen

hzFlüchtlingshilfe: Bürgerantrag

Auch in Corona-Zeiten gebe es viele weitere wichtige Themen. Die Flüchtlingshilfe fordert in einem Bürgerantrag, dass Stadtlohn seine offene Bereitschaft zur Aufnahme Geflüchteter zeigt.

Stadtlohn

, 26.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir möchten vor allem darauf hinweisen, dass viele weitere wichtige Themen, die uns alle betreffen, auch in Corona-Zeiten nicht in Vergessenheit geraten dürfen." Rudolf Kleyboldt ist die Flüchtlingsarbeit ein besonderes Anliegen.

Nun hat er mit seinen Mitstreitern in der Flüchtlingshilfe einen offenen Brief an den Bürgermeister Helmut Könning und den Rat der Stadt Stadtlohn gerichtet. Die Quintessenz: Die Stadt solle eine offene Bereitschaft zur weiteren Aufnahme Geflüchteter zeigen. Die Politik wird sich kurzfristig mit dem Thema befassen.

Hoffnungslos überfüllte Flüchtlingslager

Es seien verstörende Bilder, die in diesen Tagen an der türkisch-griechischen Grenze zu sehen sind. Gleichzeitig lebten viele Geflüchtete in hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslagern, wie man sie von der Insel Lesbos kennt. „Jeder weiß, dass die Zustände dort katastrophal und absolut menschenunwürdig sind. All dies, weil wir uns als Europäer nicht auf ein humanes Asylsystem einigen können und keiner den Mut hat, einen Schritt voranzugehen“, heißt es in dem Brief.

Weiter: „Bei allem Verständnis für die schwierige politische Lage und die Sorge um einen unkontrollierten Zugang: Die europäischen Werte des Humanismus und der Menschenrechte werden hier massiv verletzt.“

Beschluss der Bundesregierung wird begrüßt

Humanität und Ordnung müssten aber kein Widerspruch sein. Der Schutz der Menschen in lebensbedrohlichen Situationen müsse deshalb eine ebenso hohe Priorität haben, wie die Sicherung der Grenzen. In dieser schwierigen Situation begrüßten die Mitglieder der Flüchtlingshilfe deshalb den längst überfälligen Beschluss der Bundesregierung, wenigstens einen Teil der unbegleiteten und kranken minderjährigen Kinder aus den menschenunwürdigen Lagern in Griechenland herauszuholen und ihnen Schutz zu gewähren.

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„Wir fordern die Verantwortlichen auf, diesen Beschluss schnellstmöglich und großzügig umzusetzen und nicht mit dem Verweis auf eine ‚europäische Lösung‘ nochmal viel Zeit zu verlieren oder die Zahl der Kinder nach unten zu rechnen.“

Damit könnte Deutschland deutlich machen, dass man sich auch in der praktischen Politik tatsächlich an den in Sonntagsreden oft beschworenen christlich-abendländischen Werten Europas orientiert. Gleichzeitig wäre das ein Zeichen der Solidarität mit Griechenland.

Kapazitäten sind in Stadtlohn vorhanden

„Um dies vor Ort zu unterstützen, fordern wir in einem Bürgerantrag den Bürgermeister und den Rat der Stadt Stadtlohn auf, zu beschließen, dass sich Stadtlohn den 130 Städten und Gemeinden anschließt, die als ‚Sichere Häfen‘ bereit sind, über den gesetzlichen Verteilungsschlüssel hinaus Geflüchtete aufzunehmen. Die Kapazitäten dazu wären vorhanden“, so Kleyboldt.

Die Flüchtlingshilfe wäre bereit, „im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen“. Befassen wird sich die Politik mit diesem Bürgerantrag am Mittwoch, 27. Mai, in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

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