Stadtlohner Reittherapiepferde machen Zwangsurlaub auf der grünen Wiese

Johannesreithalle

Die Corona-Krise ist auch am Reittherapiezentrum in Stadtlohn nicht vorbeigegangen. Auf unbestimmte Zeit ruht der Therapiebetrieb. Für die Pferde bedeutet das einen ganz neuen Tagesablauf.

16.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im „Zwangsurlaub“ erhielt Therapiepferd Pacco Besuch von einer Dohle.

Im „Zwangsurlaub“ erhielt Therapiepferd Pacco Besuch von einer Dohle. © Schöttler

Kein Reitbetrieb in der Johannes-Reithalle mehr, keine Pferde auf dem Außenreitplatz, kein Ausritt durch den Losbergpark, Jalousien am Johannes-Café heruntergefahren, kein öffentliches Ponyreiten mehr an Sonntagen und Feiertagen für Kinder aus dem Kreis Borken.

Das Reittherapiezentrum Stadtlohn ist für die Angebote in der Reittherapie und für das Reiten bis auf Weiteres aufgrund der Gesetzeslage während der Corona-Krise geschlossen. 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene können nicht mehr an den Kursen und Angeboten in der Reittherapie und am Reiten teilnehmen. „Man merkt schon den Ausfall der Hippotherapie, der pferdegestützten Reittherapie, bei unserem förderbedürftigen Sohn“, so zitiert das Reittherapiezentrum in einer Pressemitteilung einen besorgten Vater.

20 Mitarbeiter betroffen

Über 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können im Reittherapiezentrum Stadtlohn nicht mehr ihren täglichen beruflichen reiterlichen und reittherapeutischen und physiotherapeutischen Tätigkeiten nachgehen.

Freya Mels, Leiterin der Einrichtung, hat einen Noteinsatzplan für die Johannes-Reithalle eingesetzt. Danach werden morgens ab 7 Uhr bereits die zehn Pferde versorgt. Zuerst steht die Fütterung der Pferde auf dem Plan.

Danach werden die Pferde im Innenhof und in der Stallgasse geputzt und gestriegelt. Den Tag verbringen die Pferde alle auf der Wiese. Die Johannes-Reithalle verfügt über drei Hektar Wiesen im Umfeld an der Reithalle. Wie lange ihr „Zwangsurlaub“ noch dauert, wisse zurzeit keiner, so das Reittherapiezentrum in einer Pressemitteilung.

Dohle reitet auf Paco

Stefanie Schöttler, Reitlehrerin und Reittherapeutin im Reittherapiezentrum Stadtlohn, holte vor wenigen Tagen am Abend die Pferde von der Wiese. Sie kam aus dem Staunen nicht heraus. Sie zückte sofort ihr Handy und drückte ab. Auf dem Rücken vom Pferd Pacco saß eine Dohle und zupfte aus dem Rückenfell die langen Haare vom Winterfell für den Nestbau. „Toll! Das habe ich noch nie gesehen“, meinte sie.

Alfred Kramer, Vorsitzender vom Reitverein Fortuna im Reittherapiezentrum Stadtlohn, sieht derweil zusammen mit Monika Hasenkamp und Franz Marpert in der Verwaltung hoffnungsvoll in die Zukunft. Alle hoffen, dass der Reitbetrieb bald wieder voll aufgenommen werden kann.

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