In der Gescher-Dyk-Schule sind am Freitag zehn Luftreiniger aufgestellt worden. Die Stadt Stadtlohn stattet alle Klassenräume der vier Grundschulen mit den Geräten aus. Von links: Kemper-Geschäftsführer Björn Kemper, Bürgermeister Berthold Dittmann und Schulleiter Oliver Puthen. © Stefan Grothues
Unterricht in der Pandemie

Stadtlohns weiterführende Schulen werden mit Lüftern ausgestattet

Um den Präsenzunterricht abzusichern, setzt die Stadt Stadtlohn auf Lüfter für Klassenzimmer. Das Unternehmen Kemper aus Vreden hat gerade 110 neue Lüfter geliefert.

Stadtlohns Grundschulen sind schon seit Januar mit Lüftern in den Klassenzimmern ausgestattet. Jetzt ziehen die weiterführenden Schulen in der Stadt nach.

Wie das Vredener Unternehmen Kemper am Montagmittag mitgeteilt hat, werden gerade 110 Luftreiniger für die Klassenräume in den weiterführenden Schulen geliefert und aufgestellt. Damit sind dann alle Schulen in öffentlicher Trägerschaft in der Stadt mit den Lüftern ausgestattet.

Für Stadtlohn sei die Investition ein wichtiger Baustein bei der Eindämmung des Corona-Virus und für die gewünschte Durchführung des Präsenzunterrichts. Die Geräte sollen aber auch in der Zeit nach der Pandemie Vorteile bringen. Die Stadt verspricht sich davon eine gesunde Lernumgebung in allen Klassenräumen.

Stadtlohn will Präsenzunterricht mit Lüftern absichern

„Die Gesundheit unserer Jüngsten liegt uns besonders am Herzen. Die mobilen Luftreiniger sehen wir als ein Element bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Sicherung des Präsenzunterrichts an unseren städtischen Schulen“, wird Bürgermeister Bertold Dittmann in der Pressemitteilung von Kemper zitiert.

Es bestehe seitens der Stadt die Hoffnung, dass in Zukunft Präsenzunterricht in Räumen mit solchen Lüftungskonzepten auch in der Pandemie möglich sei. Das befreit Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler allerdings nicht von den anderen Regeln: Die AHA-Regeln und die Vorgaben zum Lüften müssen trotz der Geräte eingehalten werden.

Laut Kemper reinigen die Geräte mit dem Namen „AirCO2NTROL“ die Luft in allen Klassenräumen sechsmal pro Zeitstunde – und das sehr geräuscharm. Im Schulausschuss und im Rat hatte die Verwaltung allerdings zuletzt auch von ersten Praxiserfahrungen mit den Geräten berichtet: Durch den Einsatz hätten die Schulleitungen ein sichereres Gefühl.

Lüfter funktionieren gut, sind aber im Unterricht deutlich zu hören

Die Lüfter würden gut funktionieren, seien jedoch trotzdem noch relativ laut. In der Niederschrift der Sitzungen heißt es weiter: „Gerade in halb besetzten Klassenräumen seien die Geräusche sehr deutlich zu hören. Sowohl Lehrpersonen als auch Kinder strenge das Sprechen gegen die Lüftungsgeräusche sehr an. Die Lüftungsgeräte erscheinen unterschiedlich laut, was gegebenenfalls von Raumgröße und Schallschutz abhängig sein könnte. Kinder in der Nähe der Geräte würden sich mitunter über die Zugluft beklagen.“

Dennoch werden die Geräte jetzt in den übrigen Klassenräumen eingesetzt: Ihre Vorteile scheinen zu überwiegen. Wie das Unternehmen Kemper mitteilt, ermögliche der Einsatz von HEPA-H14-Filtern in den Geräten das Abscheiden von Aerosolen, Partikeln, Viren und Bakterien aus der Luft. Der Wirkungsgrad liege bei 99,995 Prozent. Dadurch werde die ganze Raumluft im Klassenzimmer alle zehn Minuten vollständig gereinigt.

Weitere Städte und Gemeinden wollen Lüfter von Kemper nutzen

Björn Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Kemper erklärt dazu: „Die Luftreiniger sorgen grundsätzlich für ein besseres Raumklima, verbessern die Umgebungsluft zum Beispiel für Kinder mit Allergien und fördern damit motiviertes Lernen.“ Inzwischen würden auch weitere Städte und Gemeinden auf die Filter für Klassenräume und Kindertagesstätten setzen. Gerade erst hat das hessische Eschborn mit einer vergleichbaren Einwohnerzahl wie Stadtlohn 60 Lüfter bekommen.

Der Stadtrat in Stadtlohn hatte Ende 2020 dafür gestimmt, die Stadtlohner Schulen mit Luftreinigern auszustatten und investiert laut Kemper eine Gesamtsumme von 370.000 Euro.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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