Staupe-Fälle bei Hunden in NRW: Hundehalter sollten ihrer Impfverantwortung nachkommen

hzStaupe bei Hunden

In Teilen Nordrhein-Westfalens ist es zu Ansteckungen von Hunden mit dem Staupe-Virus gekommen. Hundehalter sollten deswegen Vorsorgemaßnahmen ergreifen.

Stadtlohn

, 21.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Befällt es einen Hund, dann endet die Krankheit meist tödlich und elendig für den Betroffenen zugleich: das Staupe-Virus. In Teilen von NRW, unter anderem im Ruhrgebiet und am Niederrhein, grassiert das tödliche Virus seit Monaten. Ulrich Behmenburg, Leiter des Hegerings Stadtlohn-Südlohn-Oeding, kann in dieser Hinsicht beruhigen: „Aktuelle Fälle in der Region sind mit nicht bekannt.“

Bekannte Überträger sind Fuchs und Marder

Er warnt aber eindringlich davor, die Gefahr auf die leichte Schulter zu nehmen: „Befällt das Virus einen Hund, dann wird natürlich gemeldet. Aber steckt sich ein anderes hunde- und marderartiges Tier damit an, dann wird das oft nicht registriert.“ Würde ein solches Wild entdeckt, dann würden entsprechende Maßnahmen durch die Jägerschaft vorgenommen. Bekannte Staupe-Überträger in freier Wildbahn sind der Fuchs und der Marder. Diese können natürlich nicht geimpft werden.

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Doch auch durch Hunde kann das Staupe-Virus verbreitet werden. Nach Deutschland eingeschleppt wird es unter anderem durch Hunde, die verantwortungslose Verkäufer aus osteuropäischen Ländern hierzulande anbieten. Oder durch Hunde aus dem Mittelmeerraum, die nach Deutschland geholt werden. Da wähnt auch Behmenburg eine gewisse Dunkelziffer.

Staupe kann „Riesenproblem“ werden

Dass die Staupe zu einem „Riesenproblem“ werden kann, das hat der Stadtlohner Ulrich Behmenburg persönlich kennengelernt: bei Reisen in den Osten, so auch in den Spreewald, wo Füchse, Marder oder auch Iltisse das Virus auf Hunde übertrugen. Und so nimmt er vor allem die Hundehalter in die Pflicht: „Eine Impfung gegen das Staupe-Virus sollte genauso zum Standardprogramm gehören wie eine Impfung gegen Tollwut und Leptospirose.“ Dann wäre auch einer Verbreitung des Virus auf Hunde vorgesorgt.

Staupe-Fälle bei Hunden in NRW: Hundehalter sollten ihrer Impfverantwortung nachkommen

Ebenso wie gegen Tollwut sollte eine Impfung gegen Staupe zum Standardprogramm für Hundehalter gehören. © picture alliance/dpa

Problemtisch könnte natürlich eine sich einstellende Impfmüdigkeit werden, so Tierarzt Dr. Michael Bühs. Die kenne er aus seiner Stadtlohner Praxis aber nicht: „Wir impfen im Jahr 1500 Hunde, die Besitzer sind sehr zuverlässig und verantwortungsbewusst. Diese Impfung zählt zu einem jährlichen Komplettpaket an Impfungen“, so Bühs. Man impfe in dieser Hinsicht nicht zu viel, sondern immer ausreichend, um den notwendigen Schutz zu gewährleisten. Staupe-Impfungen gehören zu den Pflichtimpfungen.

Regelmäßige Impfung ist Pflicht

Eine Staupe-Welle habe es in den 1960er-Jahren gegeben, – auch weil eben nicht flächendeckend geimpft wurde. Einen Staupe-Fall in eigener Praxis gab es nachweislich zuletzt 2011. Die Symptome seien recht unspezifisch, meist haben diese andere Ursachen. Appetitlosigkeit, Erbrechen, Lähmungserscheinungen, Kopfschiefhaltungen und Atemnot können Indizien für die Viruserkrankung eines Tieres sein. Ist ein Hund angesteckt, dann ist es oft schwierig, diesen am Leben zu halten. Eine gravierende Abwehrschwäche ist die Folge.

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Die Behandlung ist auch schwierig, weil die Zulassung für ein Staupe-Serum noch fehlt. Es gebe auch Menschen, die gegen die Staupe-Impfung vorgingen. „Dabei habe ich in 26 Jahren noch keine schwerwiegenden Impfreaktionen kennengelernt“, berichtet Michael Bühs. Die Impfstoffe seien heute sicher.

Menschen können sich übrigens nicht anstecken. Auf Hunde übertragen werden kann das Virus durch den Kontakt mit erkrankten Wildtieren und deren Speichel, Kot, Urin sowie Nasen- und Augensekret.

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