Freuen sich über den neuen, langfristigen Liefervertrag für Trinkwasser (v.l.) Ursula Boes (SWG), Geschers Bürgermeisterin Anne Kortüm, Thomas Spieß (SVS) und Südlohns Bürgermeister Werner Stödtke. © Stefan Grothues
Trinkwasserversorgung

Trinkwasser fließt auch in den nächsten 25 Jahren von Gescher nach Stadtlohn

Ein neuer Vertrag ist unterzeichnet: Mindestens bis zum Jahr 2046 wird Gescher Stadtlohn mit Trinkwasser beliefern. Damit soll die Versorgungssicherheit auf beiden Seiten verbessert werden.

Gescher wird in den nächsten 25 Jahren weiter Trinkwasser nach Stadtlohn pumpen. Das haben die Stadtwerke Gescher und die SVS-Versorgungsbetriebe in einem neuen Wasserliefervertrag festgeschrieben. Am Montag haben Ursula Boes, Geschäftsführerin der Stadtwerke Gescher und SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß den Vertrag unterzeichnet.

„Wir müssen uns bei der Trinkwasserversorgung gerade angesichts des Klimawandels breiter aufstellen und über Ortsgrenzen hinausdenken. Die Region ist dann besonders stark, wenn sie zusammenarbeitet“, erklärte Südlohns Bürgermeister Werner Stödtke, der zugleich Vorsitzender des SVS-Aufsichtsrates ist. Werner Stödtke nahm zusammen mit Geschers Bürgermeisterin Anne Kortüm an der Vertragsunterzeichnung in Stadtlohn teil.

Lieferverpflichtung beträgt maximal 200.000 Kubikmeter im Jahr

Seit 1996 fließt Trinkwasser durch eine vier Kilometer lange Verbindungsleitung von Gescher nach Stadtlohn und versorgt Stadtlohner Haushalte im Bereich Immingfeldweg und Breul. Nach 25 Jahren ist der alte Vertrag zwischen den beiden Versorgungsunternehmen ausgelaufen.

Um welche Mengen geht es? Im Vertrag ist eine Lieferverpflichtung von maximal 200.000 Kubikmeter pro Jahr festgelegt. Sollte in Gescher Wasserknappheit herrschen, kann die Menge unterschritten werden. Die jährliche Mindestabnahme in Stadtlohn liegt bei 13.400 Kubikmetern. Für die Jahre 2022 und 2023 wurde eine Mindestabnahme von jeweils 50.000 Kubikmetern vereinbart. Damit können rein rechnerisch knapp 300 Haushalte versorgt werden.

Die größten Mengen kommen aus Borken

Erst vor wenigen Wochen hatten die SVS auch mit den Stadtwerken Borken einen neuen Wasserliefervertrag abgeschlossen. Dabei ging es um ungleich größere Mengen. Die jährliche Liefermenge aus Borken wurde um 250.000 Kubikmeter auf zwei Millionen Kubikmeter erhöht. Die Eigenförderung der SVS im Wasserwerk Hundewick stößt mit 1,2 Millionen Kubikmetern jährlich an ihre natürlichen und genehmigungsrechtlichen Grenzen.

„In der Not hilft jeder Liter Trinkwasser“, sagt Ursula Boes am Montag und fügte hinzu: „Ich betone: jeder Liter. Ich rede ausnahmsweise nicht über Kubikmeter.“ Thomas Spieß nickte zustimmend. Die SVS-Versorgungsbetriebe sind aus geologischen Gründen schon seit vielen Jahren für die Trinkwasserversorgung in Stadtlohn, Südlohn und Vreden auf die Wasserzulieferung aus Borken und Gescher angewiesen.

Ursula Boes betonte aber, dass auch die Versorgungssicherheit in Gescher durch den Vertrag besser würde: „Falls ein unvorhergesehener Notfall in Gescher einträte, könnte Trinkwasser auch von Stadtlohn zu uns gepumpt werden.“ Sie verhehlte auch nicht, dass der notwendige Neubau des Wasserwerks in Gescher sich betriebswirtschaftlich besser rechne, wenn auch Stadtlohn Trinkwasser aus Gescher bezieht.

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Redaktion Ahaus
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