Stadtlohner Vereine mit „großer Hoffnung“, Schützenfest feiern zu können

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In Ahaus wurden die ersten beiden Schützenfeste abgesagt. In Stadtlohn spielen die Vereine noch auf Zeit. In Hengeler und Almsick, die den Auftakt bilden, sieht man die Politik am Zug.

Stadtlohn

, 31.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Stadtlohn sind es traditionell die Vereine in Hengeler und Almsick, die die Schützenfest-Saison eröffnen. Während in den vergangenen Jahren die Wochenenden nicht schnell genug näher rücken konnten, ist es 2020 ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn aktuell gilt in NRW noch wenigstens bis zum 19. April ein Kontaktverbot von mehr als zwei Personen.

Auch Veranstaltungen wurden bis zu diesem Stichtag komplett abgesagt. Wie es danach weitergeht: völlig offen. Alles hängt davon ab, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Paul Kahmen vorsichtig optimistisch

Paul Kahmen, Vorsitzender des Schützenvereins Hengeler, äußerte sich gegenüber der Redaktion vorsichtig optimistisch: „Wir haben die große Hoffnung, dass unser Schützenfest am Christi-Himmelfahrt-Wochenende (21.-23. Mai, d. Red.) stattfinden kann. Wir sehen keinen Grund, es jetzt schon abzusagen.“

Als Beispiel nennt er einen Fall aus der Vergangenheit: „In einem Jahr gab es die Warnung von starken Orkanböen und am Ende kam nur ein laues Lüftchen. Mit Prognosen, gerade so weit im Voraus, sollte man vorsichtig umgehen.“

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Die Entscheidung, so der aktuelle Stand, legen die Hengeler Schützen in die Hände der Politik. „Die Regierung ist am Zug“, sagt Kahmen. Allerdings erklärt der Vorsitzende auch: „Wenn die Stimmung in der Gemeinde kippt und den Menschen nicht nach feiern zumute ist, würden wir auch von uns aus die Veranstaltung absagen. Egal ob sie dann formal erlaubt wäre oder nicht.“

Keine Option ist es für Paul Kahmen, das Schützenfest auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr zu verschieben, so wie es aktuell die Ellewicker überlegen: „Das halte ich für Mumpitz. Ein Schützenfest im Oktober kann ich mir nicht vorstellen. Wenn es abgesagt werden sollte, fällt es in diesem Jahr ersatzlos aus.“

Schützenverein Almsick spielt auf Zeit

Eine Woche mehr Puffer haben die Schützen aus Almsick. Und auch hier spielt man auf Zeit. „Wir sind auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet, aber wir warten noch ab“, erklärt Karl-Heinz Böing, Vorsitzender des örtlichen Schützenvereins. Er schaut ebenfalls gespannt auf den 19. April. „Wenn es dann bei der aktuellen Verordnung bleibt, wird das Schützenfest vom Gesetzgeber und nicht vom Verein abgesagt. Dann können uns keine Kosten in Rechnung gestellt werden“, erklärt Böing.

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Um kein unnötiges Geld aus der Kasse zu verschwenden, wurden vom Verein noch keine Plakate gedruckt. Auch die kostenpflichtige Genehmigung beim Kreis Borken ruht. Bis Ende April wollen sich die Almsicker die Situation anschauen und im Zweifelsfall von sich aus die Notbremse ziehen, falls keine Ende der Corona-Krise in Sicht ist und die Politik mit ihrer Entscheidung noch zögern sollte.

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