Die Fußgängerampel berge Gefahrenpotenzial gerade für Radfahrer, sie solle deshalb durch eine Vollampel ersetzt werden, lautete der Antrag der UWG an den Bauausschuss. Dessen Mitglieder sahen es mehrheitlich für sinnvoller an, die Umgestaltung der Kreuzung mit der Radwegeplanung dort zu verknüpfen. © Markus Gehring
Bauausschuss

UWG fordert Ampel am Breul – Verwaltung will erst Gespräche führen lassen

Schon Ende 2020 hatte die UWG angeregt, am Breul die Fußgängerampel durch eine Vollampel zu ersetzen. Nun beschäftigte sich der Bauausschuss erneut damit. Eine dauerhafte Lösung wurde vertagt.

Anfang Juni war es im Kreuzungsbereich L608/Ginsterweg/Alter Dyk zu einem tödlichen Radfahrunfall gekommen. Daraufhin hatte die UWG-Fraktion im Umwelt- und Bauausschuss ihr Anliegen aus dem Dezember 2020 noch einmal bekräftigt, die vorhandene Fußgängerampel durch eine ordentliche Ampelanlage mit Anforderung in den Abendstunden zu ersetzen.

Die Verwaltung hält dieses Unterfangen zunächst für wenig sinnvoll: Man solle den Gesamtprozess mit der Radwegeplanung mit Straßen NRW ins Auge fassen. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder folgte diesem Vorschlag.

Zehn Unfälle führt die Unfallstatistik für diesen Knotenpunkt am Breul seit 2010, in acht Fällen kam es zu einem Personenschaden. 15 Personen wurden verletzt, fünf der Verunglückten waren Radfahrer. „Jeder Unfall ist einer zu viel“, teilte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage mit. Für weitere Schlussfolgerungen müsse allerdings die Analyse des Unfallgeschehens betrachtet werden, auch wenn es nach dem tödlichen Unfall vermehrt Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben habe.

Tödlicher Unfall in keinem Zusammenhang mit Fußgängerampel

Eine Erkenntnis sei, dass besagter tödlicher Unfall nicht auf die Fußgängerampel zurückzuführen sei. Zudem seien nach einem Ortstermin im September 2020 schon erste Maßnahmen umgesetzt worden. Einen weiteren Ortstermin hatte es kurz nach dem Unfall im Juni dieses Jahres gegeben. Dabei wurde unter anderem ein Grünschnitt an der Einmündung Breul/Alter Dyk beschlossen. Und vor allem: Der Kreis solle mit Straßen NRW sprechen, ob an der Ampel kurzfristig eine Verbesserung erreicht werden kann.

Zehn Unfälle hat es im Bereich der Fußgängerampel am Breul seit 2021 gegeben.
Zehn Unfälle hat es im Bereich der Fußgängerampel am Breul seit 2021 gegeben. © Markus Gehring © Markus Gehring

Im Antwortschreiben stellt Straßen NRW heraus, dass die Lage an diesem Knotenpunkt „klarer und präziser gestaltet“ werden solle. Die Installation einer Ampelanlage sei mit Kosten von über einer halben Million Euro und einem Komplettumbau des Bereichs verbunden. Da gleichzeitig entlang der L608 eine Radwegeplanung anhängig sei, werde vorgeschlagen, beide Punkte gemeinsam zu beurteilen. Die Planungen ergänzten sich. Diesem Vorschlag folgte die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag. Auf dieser Basis solle dem Antrag der UWG zunächst nicht gefolgt werden.

Erwin Plate (UWG) erinnerte noch einmal daran, dass einst „eine Pommesbude hätte weichen müssen“, die Bäckerei habe an gleicher Stelle am Breul neben dem Aldi nun gebaut werden dürfen. Eine Sichtbehinderung. Mit Blick auf den geplanten Radweg sagte er: „Wir möchten nicht erst den nächsten tödlichen Unfall abwarten.“ Deshalb müsse die Ampelanlage kommen.

Fraktionen machen alternative Vorschläge

Ludger Bergerbusch erkannte an, dass die Stelle „gefährlich geworden“ sei. Das hänge aber nicht nur mit der Fußgängerampel, sondern vor allem mit rücksichtslosem Fahrverhalten zusammen. Ein Kreisverkehr sei letztlich die bessere Lösung gegenüber einer Vollampel. Dr. Markus Könning (CDU) machte den Vorschlag, die Einfahrt Alter Dyk ein wenig in Richtung des Kreisverkehrs zu verschieben, so gäbe es an diesem Punkt keine „direkte Überquerung“.

Ordnungsamtsleiter Thomas Gausling berichtete noch einmal vom Ortstermin mit Straßenverkehrsamt und Polizei: „Dort ist noch kein Unfallschwerpunkt.“ Das Grün sei wie gefordert zurückgeschnitten worden, „alles weitere fällt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich“.

Letztlich sprachen sich zwei Drittel der stimmberechtigten Ausschussmitglieder für den Vorschlag der Verwaltung aus, dass in die von Straßen NRW und Straßenverkehrsamt geführten Gespräche zusätzlich aufgenommen wird, wie sich die Kreuzung unter Berücksichtigung der Radwegeplanung umgestalten lässt. Bei zwei Enthaltungen und fünf Nein-Stimmen des Antragstellers wurde dem Antrag der UWG nicht gefolgt.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.