Werkstätten für behinderte Menschen schließen - Betreuung in Ahaus und Stadtlohn gesichert

Coronavirus

Nach den Schulen müssen seit Mittwoch auch die Werkstätten für behinderte Menschen schließen. Bei den Einrichtungen der Stiftung Haus Hall ist die Betreuungssituation aber weitgehend geklärt.

Stadtlohn

, 20.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Werkstätten der Stiftung Haus Hall sind wenigstens bis zum 19. April geschlossen.

Die Werkstätten der Stiftung Haus Hall sind wenigstens bis zum 19. April geschlossen. Die Betreuungssituation der knapp 170 Beschäftigten ist aber weitgehend geklärt. © Stefan Grothues

Erst die Schulen, dann die Universitäten, nun die Werkstätten für behinderte Menschen: Das Coronavirus sorgt für die Zwangsschließung zahlreicher Einrichtungen. Laut Erlass des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gilt die Maßnahme vorerst bis zum 19. April. Eine echte Herausforderung für die Stiftung Haus Hall.

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Denn allein an den Standorten Ahaus und Stadtlohn arbeiten in der Regel rund 170 Beschäftige in den beiden Werkstätten. Und die müssen nun anderweitig betreut werden. „Direkt nach der Bekanntmachung haben wir uns an die Angehörigen gewandt, um uns nach der Betreuungssituation zu erkundigen“, berichtet Ulla Pietsch, die bei der Stiftung Haus Hall für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Für einen Großteil kam Schließung nicht überraschend

Für einen Großteil sei die Schließung der Standorte nicht überraschend gekommen. „Einige hatten sogar schon früher damit gerechnet“, so Pietsch. In den allermeisten Fällen konnte deshalb schnell eine Lösung gefunden werden. in Ahaus ist gar bei jedem der 143 Werkstattbeschäftigen geklärt, wie sie im nächsten Monat betreut werden. „In Stadtlohn sieht es ähnlich aus. Hier haben wir nur zwei, drei Fälle, wo wir noch nach einer Lösung suchen“, erklärt Ulla Pietsch.

Für Notfälle hat das Land NRW ein Schlupfloch offen gelassen. Hier heißt es: „Für Beschäftigte, deren Betreuung außerhalb der Werkstätten nicht sichergestellt werden kann, kann ein eingeschränkter Betrieb aufrecht erhalten werden.“ Ob das in Stadtlohn nötig sein wird, stand am Donnerstag noch nicht fest.

Klar ist allerdings, wo die Betreuer der Stiftung Haus Hall, die sonst in den Werkstätten arbeiten, eingesetzt werden. „Da wir nun tagsüber deutlich mehr Betrieb in der Wohnstätte Livia Ahaus und Wohnstätte Alexander Stadtlohn haben, werden sie dort unterstützend tätig sein. So haben wir die außergewöhnliche Betreuungssituation auf jeden Fall im Griff“, berichtet Ulla Pietsch.

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