Wir haben getestet: Wird das Gasthaus Schlüter in Stadtlohn seinem guten Ruf gerecht?

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Das Gasthaus Schlüter in Stadtlohn hat einen guten Ruf. Vor allem das Fleisch soll hervorragend sein. Wir haben Tester vorbeigeschickt, um zu schauen, ob das Restaurant dem gerecht wird.

Stadtlohn

, 24.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Wer in der Region nach einem Tipp für gute westfälische Küche fragt, bekommt früher oder später immer das Gasthaus Schlüter in Stadtlohn genannt. Die Gaststätte hat einen guten Ruf, vor allem das Fleisch soll den Erzählungen nach hervorragend sein. Wir haben getestet, ob das Restaurant diesem guten Ruf gerecht wird.

Das Ambiente

Relativ spontan am Freitagabend haben wir für den Samstag einen Tisch reserviert. Kein Problem, hieß es am Telefon. Und so nehmen wir keine 24 Stunden nach der Reservierung Platz auf den gemütlichen Sitzbänken mit überraschend dicken Polstern. Zwar stehen noch benutzte Biergläser auf dem Tisch, doch die räumt die freundliche Bedienung sofort weg und deckt den Tisch neu für uns ein.

Wir haben getestet: Wird das Gasthaus Schlüter in Stadtlohn seinem guten Ruf gerecht?

Im Gasthaus Schlüter gibt es viel Holz, durch die vielen Fenster und Lampen wirkt es trotzdem nicht dunkel. © Markus Gehring

Viel Holz dominiert den Raum. Trotzdem ist es nicht dunkel. Dafür sorgen Strahler an Decke und Wänden und zusätzliche Hängelampen über jedem Tisch. Außerdem gibt es viele Fenster und die hellgrüne Tischdeko trägt auch dazu bei, dass es freundlich und einladend wirkt.

Die Speisekarte

Die Speisekarte macht direkt einen guten Eindruck. In schnörkeliger Schrift heißt die Betreiberfamilie Hintemann die Gäste willkommen, erklärt, dass sie den Gast verwöhnen möchte und sich zur „Liebe zur Gastlichkeit“ verpflichtet hat. Nette Worte, dazu ein paar schöne Bilder und schon fühlt man sich als Gast wohl.

Nun aber zum Wesentlichen: das Essen. Neben verschiedenen Suppen stehen auch kleine Gerichte wie gebackener Camembert, Zwiebelfleisch oder Shrimpssalat zur Auswahl. Bei den Hauptgerichten können die Gäste zwischen Steaks, Schnitzeln, Schweinemedaillons und Putensteaks wählen. Auf der Karte stehen außerdem eine vegetarische Nudelpfanne, Fischgerichte wie Zanderfilet, Lachssteak und Kabeljau und einige Kindergerichte.

Die Auswahl an Desserts ist klein, aber außergewöhnlich. Es gibt nicht nur das klassische gemischte Eis, sondern auch einen Eierlikörbecher oder Apfelringe in Bierteig gebacken.

Zudem gibt es eine Sonderkarte, die je nach Saison variiert. Bei uns drehte sich alles um Pfifferlinge.

Unsere Vorspeisen

Nach der Bestellung kommt zunächst ein Korb mit Brot und Kräuterbutter. Weil wir da schon ordentlich zuschlagen und die „kleinen Gerichte“ auf der Karte doch recht groß erscheinen, entscheiden wir uns bei der Vorspeise für Suppen.

Ich nehme die Kartoffelsuppe mit Streifen vom Räucherlachs und bin mit meiner Wahl mehr als zufrieden. Schön cremig und gut gewürzt kann die Suppe überzeugen. Vor allem von der Kombination mit dem Lachs bin ich begeistert. Dazu die Croutons, die auch nach einigen Minuten noch nicht von der Suppe aufgeweicht sind – einfach lecker.

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Die Kartoffelsuppe ist schön cremig. Die Räucherlachsstreifen sind am Boden der Suppe zu finden. © Victoria Thünte

Auf der anderen Seite des Tisches kann die Pilzrahmsuppe mit Pfifferlingen und Sahnehaube überzeugen. Die Pilze sind eindeutig frisch, die Suppe super cremig. Die Sahnehaube gibt dem Ganzen den letzten Kick. Ein guter Start.

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Die Pilzsupper überzeugt mit frischen Pfifferlingen und Sahnehaube. © Victoria Thünte

Unsere Hauptspeisen

Bevor die Hauptspeisen kommen, bedienen wir uns am Salatbüfett. Das ist bei jedem Hauptgericht inklusive. Hier wird deutlich, dass das Gasthaus Schlüter in einer anderen Liga spielt als andere gut-bürgerliche Restaurants. Neben dem klassischen grünen Salat in Sahnesoße gibt es nämlich zum Beispiel auch eine fruchtige Couscous-Variation, einen Mango-Salat, gefüllte Mini-Tomaten und Anti-Pasti. Das gibt es so längst nicht an jeder Salatbar.

„Darauf legen wir auch sehr viel Wert“, erzählt Betreiberin Anne Hintemann später. „Vor allem die Antipasti sind eigentlich immer der Renner.“

Nach Brot, Suppe und Salat sind unsere Mägen eigentlich schon gut gefüllt, als die Hauptspeise kommt. Trotzdem freue ich mich auf das Rinderfiletsteak auf meinem Teller. Bei der Bestellung wurde ich nicht gefragt, wie ich das Fleisch gerne gebraten hätte. Beim Anschneiden stelle ich fest, dass es von innen noch sehr rot ist. Ich mag mein Steak gerne so und finde es perfekt. Für manch anderen Gast mag es aber etwas zu sehr „rare“ sein.

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Das Rinderfilet ist noch recht rot von innen. Weil die Qualität aber wirklich gut ist, ist es so sehr gut zu essen. © Victoria Thünte

Das Fleisch ist super zart und weich. Man schmeckt die gute Qualität. Dazu gibt es eine Pfefferrahmsoße, Brokkoliröschen, eine halbe Tomate mit Couscous, Speckbohnen und Röstinchen. Insgesamt eine super Hauptspeise, die nur zwei kleine Schwächen hat. Die Bohnen sind für meinen Geschmack etwas zu fest, die Röstinchen kommen offensichtlich aus der Tiefkühltruhe. Weil ich aber eh schon fast satt bin und das Fleisch wirklich genial ist, stört mich das wenig bis gar nicht.

Meine Begleitung hat sich für ein Gericht von der Sonderkarte entschieden. Kabeljau im Speckmantel – diese Kombination wollten wir unbedingt ausprobieren. Es funktioniert. Der Fisch passt gut zum Speck, dazu gibt es Risotto und Pfifferlinge. Das Risotto ist richtig schön schlotzig, so wie es sein muss. Die Pfifferlinge sind wieder eindeutig frisch und schmecken herrlich zum Reis.

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Das Kabeljaufilet kommt im Speckmantel mit Risotto und Pfifferlingen. Eine gute Kombination. © Victoria Thünte

Unsere Desserts

Der Magen hätte nach diesem Essen keinen Nachtisch mehr gebraucht. Aber schließlich ist so ein Dessert ja auch eigentlich eher was fürs Herz. Und die Eis-Variationen auf der Karte klingen einfach zu verlockend. Und so steht wenige Minuten nach dem letzten Bissen Rinderfilet ein riesiger Eisbecher mit drei Kugeln Walnusseis und einer separaten Schüssel Schokosoße vor mir. Super lecker, aber doch ein bisschen viel.

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Das Walnusseis kommt mit warmer Schokosoße in einer separaten Schüssel. © Victoria Thünte

Auch das Joghurt-Waldfruchteis mit frischem Obst ist ein guter Abschluss für den Abend. Drei Kugeln Eis liegen auf Erdbeeren, daneben sorgen Kiwi, Nektarine, Melone und Preiselbeeren für ein hübsches Bild. Einfach lecker.

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Das Joghurt-Waldfrucht-Eis wird flankiert von einer Auswahl an frischem Obst. © Victoria Thünte

Die Getränke

Zwei DIN-A4-Seiten – genau so groß ist die Getränkeauswahl im Gasthaus Schlüter. Beim Bier gibt es durchaus ein ungewöhnliches Angebot. So stehen Biere von Herforder, Frankenheim oder König Ludwig auf der Karte. Selbst beim Wasser werden zwei unterschiedliche Marken angeboten. 16 verschiedene Schnäpse, sechs Aperitifs und zehn Heißgetränke komplettieren das Getränke-Angebot. Außerdem gibt es eine separate Weinkarte.

Die Preise

Ein Gasthaus mit langer Geschichte

  • Das Gasthaus Schlüter ist seit mehr als 120 Jahren in Familienbesitz.
  • 1887 haben Anton und Sophie Schlüter eine Bäckerei eröffnet, 1902 kam eine Gaststätte dazu mit dem Namen „Zur Altstadt“.
  • Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs musste die Familie harte Jahre überstehen. Unter anderem wurde das Gebäude 1945 bei einem Bombenangriff zerstört.
  • Nach dem Wiederaufbau lief auch das Gasthaus wieder gut und 1973 übernimmt die dritte Generation das Unternehmen.
  • Seit 1996 führt Anne Hintemann, geb. Schlüter das Gasthaus, ihr Bruder Franz Schlüter hat die Bäckerei übernommen.

Für die Qualität, die im Gasthaus Schlüter geboten wird, sind die Preise mehr als in Ordnung. Das getestete Rinderfiletsteak ist mit 25 Euro das teuerste Hauptgericht auf der Karte. Die vegetarische Nudelpfanne ist für 11 Euro zu haben, das Schweineschnitzel kostet 13,50 Euro, die Schlemmerpfanne mit Steak-Variationen 17,50 Euro. Wohlgemerkt ist bei diesen Preisen immer schon der Gang zur Salatbar inklusive.

Die Suppen kosten im Schnitt 4 Euro, die Fischgerichte liegen bei 16 Euro, die Desserts bei 5 Euro. Auch die Getränkepreise sind mit 2 Euro für ein Bier (0,25 Liter), 4,80 Euro für die offenen Hausweine (0,2 Liter) und 2 Euro für Softdrinks im Rahmen.

Barrierefreiheit

Am Haupteingang gibt es eine kleine Stufe, die mit Hilfe aber auch für Rollstuhlfahrer überwindbar sein dürfte. „Zur Not dürfen Rollstuhlfahrer aber auch gerne durch die Küche kommen“, meint Anne Hintemann. Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.

Anfahrt und Parken

Einen eigenen Parkplatz hat das Gasthaus Schlüter nicht. Es sind jedoch reichlich öffentliche Parkplätze in der Nähe.

Das sagt das Netz

Das Gasthaus Schlüter bekommt durchweg positive Bewertungen. 4,9 von 5 Punkten gibt es bei Facebook. „Wohlfühlatmosphäre trifft tollen Service, leckeres Essen trifft geschmackvolle Getränke“, schreibt einer. Ähnlich sieht es bei Tripadvisor aus. „Eine der besten Küchen am Ort“, lobt ein Gast.

Restaurant-Infos

Gasthaus Schlüter

Alte Poststraße 10

48703 Stadtlohn

Tel.: (02563) 1833

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag ab 14 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr Mittagstisch, Dienstag Ruhetag

www.gasthaus-schlueter.de

So funktioniert der Restaurant-Check

Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale, zahlende Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
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