Zahl der Katholiken im Bistum halbiert sich bis 2060

Caritasverband

Caritasverband macht sich mit Mitarbeitern Gedanken über die Zukunft. Burkard Severin stellt fest: „Die Kirche hat keine Macht mehr über die Herzen der Menschen.“

Stadtlohn

16.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Zahl der Katholiken im Bistum halbiert sich bis 2060

Burkard Severin sprach vor Vertretern des Caritasverbandes im Otgerus-Haus in Stadtlohn über Zukunftstrends. © Caritasverband Vreden-Ahaus

Die gesellschaftlichen Entwicklungen und die damit verbundene Rolle von Caritas und Kirche haben jetzt Pfarrer Stefan Scho, Vorsitzender des Caritasrates sowie Hans-Peter Merzbach und Peter Schwack vom Caritas-Vorstand in einer Delegiertenversammlung im Otgerus-Haus in Stadtlohn mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern aus dem Dekanat Ahaus-Vreden diskutiert.

Im Jahr 2060 nur noch 900.000 Katholiken im Bistum

Peter Schwack begrüßte die Teilnehmer mit einer Zahl: Laut einer Studie gebe es im Bistum Münster im Jahr 2060 noch etwa 900.000 Katholiken – heute seien es noch 1,8 Millionen. Die Halbierung der Katholikenzahl werde viele Folgen haben.

Referent Burkard Severin sprach über die Zukunftstrends: von der älter werdenden Gesellschaft über den Klimawandel bis zur Vernetzung und der Bedeutung von Heimat. Caritas und Kirche müssten sich den Entwicklungen stellen und gemeinsam überlegen, wie Caritas und Kirche die unterschiedlichen Entwicklungen als Herausforderung annehmen.

Intensive Diskussionen

„Die Kirche hat keine Macht mehr über die Herzen der Menschen“, stellte Severin ebenso fest wie das die Kirche auf dem Markt der „Sinnangebote“ immer mehr ein Anbieter unter anderen werde. Auch das Image der Kirche leide sehr unter den hierarchischen Strukturen und den Geschlechterrollen.

Damit eröffnete er die Diskussion an den sechs Tischen im „World-Café“, an denen die Delegierten unter verschiedenen Themenstellungen intensiv über neue Wege diskutierten, Problemlagen benennen konnten. Neben vielen anderen Beiträgen wurde hierbei deutlich, dass sowohl Kirche und Caritas die eigene Arbeit, das eigene Engagement klarer hervorheben sollten. Auch die Ideen und Kreativität von Youngcaritas wurden immer wieder als wichtiger Faktor für die Zukunft genannt.

Strategieprozess soll Weichen stellen

Auch wurde klar benannt, dass Caritas und Kirche aufgrund mancher Entwicklungen ihr „Licht nicht unter den Scheffel“ stellen müssen, denn sie nehmen ehren- und hauptamtlich wichtige Aufgaben in Gesellschaft wahr, ohne die viel Menschlichkeit verloren ginge.

Die Ergebnisse werden jetzt in einen Strategieprozess des Caritasverbandes einfließen, um sich in den nächsten zwei Jahren den Herausforderungen zu stellen, zu den Erwartungen Lösungen zu erarbeiten und konkrete Schritte umzusetzen. www.caritas-ahaus-vreden.de

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