Zweimal Heinrich für mehr Sicherheit: Buslotsen für Busbahnhof Stadtlohn gefunden

hzSichere Verkehrssituation

Lange war die Stelle des Buslotsen am Busbahnhof Stadtlohn vakant. Nun ist sie wieder besetzt – und das gleich durch zwei Leute. Beide sind Rentner und kommen aus Stadtlohn.

Stadtlohn

, 19.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen dem Gedränge der Schüler sind Heinrich Mers und Heinrich Böing gut in ihren gelben Westen zu erkennen – und genau das ist auch das Ziel: Schließlich sollen die beiden am Busbahnhof Stadtlohn für Ordnung sorgen und garantieren, dass die Kinder und Jugendlichen sicher in ihre Busse einstiegen.

Heinrich Böing und Heinrich Mers sind die neuen Buslotsen am Busbahnhof. „Wir sind froh und super zufrieden, dass wir so schnell jemanden für die Stelle gefunden haben“, sagt Stefan Wichmann, Schulleiter der Herta-Lebenstein-Realschule.

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„Gleich an der Realschule angerufen“

Unsere Redaktion hatte zuvor berichtet, dass die Stelle seit Ostern dieses Jahres nicht besetzt war. Dadurch ist Heinrich Mers darauf aufmerksam geworden. „Ich habe gleich an der Herta-Lebenstein-Realschule angerufen und mich nach der Stelle erkundigt“, erzählt der Rentner.

Der 65-Jährige freut sich auf seine neue Beschäftigung. „Ich arbeite gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammen. So bleibt man jung. Dazu kann ich mittags an der frischen Luft sein.“ Der Stadtlohner arbeitete, nachdem er ursprünglich eine Ausbildung zum REFA-Techniker machte, über 40 Jahre lang für die Weberei Cramer in Heek-Nienborg.

Zweimal Heinrich für mehr Sicherheit: Buslotsen für Busbahnhof Stadtlohn gefunden

Heinrich Böing (ganz rechts) Heinrich Mers machten schon ihre Späße mit den Schülern. © Maximilian Konrad

„Habe gern was zu tun“

In seiner Freizeit beschäftigt sich Heinrich Mers mit dem runden Leder und sorgt auch auf dem grünen Rasen für Ordnung. „Ich bin seit knapp 30 Jahren Fußball-Schiedsrichter – sowohl für den Nachwuchs als auch für den Erwachsenenbereich“, sagt der 65-Jährige, der drei Kinder und einen Enkel hat.

Auch Heinrich Böing wurde durch den Zeitungsartikel auf die freie Position aufmerksam und meldete sich gleich bei der Schule. „Ich habe einfach gern was zu tun und bei uns gibt es keine feste Essenszeiten zum Mittag“, sagt der 73-Jährige mit einem Schmunzeln, der gebürtig aus Stadtlohn kommt.

Abwechselnd im Einsatz

Die Sicherheit der Schüler ist für ihn ein wichtiges Anliegen. Dementsprechend elementar sei ein Buslotse am Busbahnhof, meint der Rentner. Neben der Buslotsen-Stelle ist Heinrich Böing auch noch in weiteren Ehrenämtern tätig. „Ich sitze im Beirat der Flüchtlingshilfe und bin zudem auch Vorsitzender bei der Senioren-Union Stadtlohn.“

Zweimal Heinrich für mehr Sicherheit: Buslotsen für Busbahnhof Stadtlohn gefunden

Da hat wohl jemand was vergessen: Zu den Aufgaben eines Buslotsen gehört es nicht nur, die Kinder in den Bus zu bringen – diese Erfahrung konnte Heinrich Mers gleich am ersten Tag machen. © Maximilian Konrad

Zusammen werden sich Heinrich Böing und Heinrich Mers die Position des Buslotsen teilen. „Geplant ist, dass beide je eine Woche übernehmen und dann wird getauscht. Deswegen freuen wir uns, dass wir zwei Buslotsen gefunden haben, sodass einer immer als Vertretung da ist“, meint Uwe Gehling, Schulpflegschaftsvorsitzender der Herta-Lebenstein-Realschule.

„Stadt hat uns vertröstet“

Wenn beide Buslotsen verhindert sind, wird die Elterninitiative der Herta-Lebenstein als Vertretung einspringen. „Wir sind eine Gruppe von einigen Eltern und haben auch schon vorher vertretungsweise die Stelle des Buslotsen übernommen“, berichtet Ilka Meiering, die ebenfalls zu den Elternvetretern der Schule gehört.

Obwohl die Söhne von Ilka Meiering nicht mit dem Bus zur Schule fahren, findet sie das Thema der Sicherheit am Busbahnhof Stadtlohn enorm wichtig. Gerade deshalb ärgert die Elternvertreterin, dass die Stadt das Thema so stiefmütterlich behandelt. „Die Stadt hat nach mehrmaliger Nachfrage nicht reagiert und uns immer wieder vertröstet. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir auf diese Weise eine Lösung gefunden haben“, sagt Ilka Meiering.

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