Mit brachialer Gewalt wurde die Tür des Bauwagens aufgebrochen, wie der ehrenamtliche Obstwiesen-Pfleger Peter Molczyk zeigt. © Reinhard Schmitz
Polizei in Schwerte

Alkohol-Exzess im aufgebrochenen Bauwagen: Verrät ein Kleidungsstück die Täter?

Ein Paradies ist die Streuobstwiese am Rand von Geisecke, seit Ehrenamtliche die Bäume pflegen. Vandalen brachen jetzt ihren Bauwagen auf, wo sie eine Alkohol-Orgie feierten. Teures Gerät verschwand.

Ein Kleidungsstück blieb nach der wilden Nacht zurück. Zügellos muss es zugegangen sein in dem brachial aufgebrochenen Bauwagen auf der Geisecker Obstwiese. Davon zeugen leere Wodka- und Bierflaschen edler Marken, die auf dem Tisch und und auf Fußboden herumfliegen, wo Zigarettenkippen ausgedrückt worden sind. Dazwischen liegen eklige Pizzareste und deren Papp-Verpackungen. Ähnlich sah es auf der Terrasse mit den selbstgebauten Sitzen aus ausgedienten Paletten aus.

Zwei Super-Rasenmäher von Sabo wurden gestohlen

Hier aufzuräumen war keine angenehme Aufgabe für die Ehrenamtlichen um den früheren Fahrlehrer Udo Edelmeier, die sich seit anderthalb Jahren um das lange vernachlässigte Gelände kümmern. Damit die Arbeit etwas leichter von der Hand geht, hatte ihnen ein Geisecker Nachbar zwei besondere Rasenmäher hinterlassen. Dass die seit dem Einbruch verschwunden sind, schmerzt fast noch mehr als die Spuren des Vandalismus.

Eklige Pizzareste, leere Bierflaschen, ausgedrückte Kippen auf dem Fußboden: Vollkommen vermüllt ließen die Vandalen den Bauwagen nach ihrer Orgie zurück.
Eklige Pizzareste, leere Bierflaschen, ausgedrückte Kippen auf dem Fußboden: Vollkommen vermüllt ließen die Vandalen den Bauwagen nach ihrer Orgie zurück. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Es waren zwei Super-Rasenmäher von Sabo“, berichtet Uwe Hollop, einer der Ehrenamtlichen. Der rote Benziner war normal. Aber in dem grünen arbeitete ein kräftiger Sachs-Fichtel-Motor: „Der wird seit 30 Jahren nicht mehr gebaut.“ Das 40 Kilogramm schwere Gerät verfügte sogar über einen eigenen Antrieb: „Damit konnte man durchs hohe Gras fahren.“ Zumindest unter den rund 100 Bäumen muss es kurz gehalten werden, damit man Fallobst besser finden und auflesen kann.

Mütze könnte Polizei auf die Spur der Täter führen

Am Donnerstagmorgen (1.7.) war die Welt noch in Ordnung gewesen auf der Streuobstwiese. Der Geisecker Kindergarten war zu Gast und brachte selbstgebastelte Insektenhotels mit. Neugierig saßen die Jungen und Mädchen auch in dem Bauwagen, den eine Schwerter Firma für das Projekt gespendet hatte. Erst ein paar Tage zuvor waren bunte Blumen und die Biene Maja auf die Außenwände gesprüht worden. Die kunstvolle Gestaltung hatten Jugendliche der Initiative Faktor Ruhr von Straßensozialarbeiter Peter Blaschke übernommen.

In dem aufgebrochenen Bauwagen zurückgelassen wurde eine Schlägermütze an der Wandgarderobe.
In dem aufgebrochenen Bauwagen zurückgelassen wurde eine Schlägermütze an der Wandgarderobe. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Umso größer war das Entsetzen, als Uwe Hollop am Freitagmorgen (2.7.) bei Mähen einer anderen Wiese von ein paar Jungs erfuhr: „Euer Bauwagen ist aufgebrochen worden.“ Die Tat müsse sich in der Nacht ereignet haben, ist er überzeugt. Sein Kollege Peter Molczyk zeigt an der völlig verzogenen Tür, mit welch roher Gewalt die Täter zu Werke gegangen sind. „Die haben dringesessen und einen Saustall hinterlassen“, schimpft er.

Noch am selben Nachmittag erstatteten die Obstwiesen-Pfleger eine Strafanzeige, wie Polizei-Pressesprecher Bernd Pentrop (Unna) bestätigt: „Die Ermittlungen dauern an.“ Vielleicht führt dabei das zurückgelassene Kleidungsstück auf die Spur der Täter: An der Wandgarderobe hängt eine karierte Mütze, die keinem der Ehrenamtlichen gehört.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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