Ausgebrannt ist der Renault Kangoo mit der Werbung der CDU Ergste-Villigst an der Straße Am Kleinenberg - nur einen Steinwurf entfernt vom katholischen Gemeindehaus St. Monika.. © Reinhard Schmitz
Staatsschutz ermittelt

CDU-Auto angezündet: Feuerschein schreckt Nachbarn in ruhiger Wohngegend auf

Versteckt in einer ruhigen Sackgasse stand der CDU-Kangoo, der in der Nacht zu Dienstag angezündet wurde. Eine Nachbarin hörte ungewohnte Geräusche.

Es geschah in einer ruhigen Wohngegend am Ortsrand von Ergste, einen Steinwurf von der postmodernen St.-Monika-Kirche entfernt. Ziemlich versteckt in einem Sackgassen-Seitenstich der Straße Am Kleinenberg war der CDU-Werbewagen in der Nacht zu Dienstag (27.7.) geparkt.

Kaum zu glauben, dass hier ein Brandstifter zufällig des Weges kommt. Doch noch ermittelt der Staatsschutz.

Am heftigsten gebrannt hat offensichtlich das linke Vorderrad

Vor dem Haus, auf dessen Klingelschild der Name des örtlichen Ortsunions-Vorsitzenden steht, war der Renault Kangoo mit der auffälligen Beschriftung abgestellt. „September CDU wählen“, fordert sie an der Seitenwand noch immer auf, an der gewünschten Stelle sein Kreuzchen zu machen.

Von der Motorhaube ist dagegen nur ein nacktes Stück verbeultes Blech geblieben, von den Scheinwerfern nur leere Höhlen in der Karosserie. Die vordere Stoßstange und das Nummernschild sind völlig verschwunden. Durch die zerborstene Windschutzscheibe fällt der Blick frei in den Innenraum mit dem Armaturenbrett, dessen Kunststoff durch die große Hitzeeinwirkung verschmorgelt ist.

So sah der Renault Kangoo der CDU Ergste-Villigst vor dem Brand aus. Die Ortsunion hatte den Wagen erst 2020 zum Kommunalwahlkampf gekauft.
So sah der Renault Kangoo der CDU Ergste-Villigst vor dem Brand aus. Die Ortsunion hatte den Wagen erst 2020 zum Kommunalwahlkampf gekauft. © Hans-Georg Rehage © Hans-Georg Rehage

Am heftigsten gebrannt hat offensichtlich das Vorderrad auf der Fahrerseite. Vom Gummi ist hier nichts mehr übrig. Es gibt lediglich noch die ausgeglühte Stahlfelge mit den vier Radmuttern. Irgendjemand hat das Fahrzeug hier auf einen Holzklotz hochgebockt. Das muss geschehen sein, nachdem das Wrack ein Stückchen weiter von der Doppelgarage weg in Richtung Hauseingang geschoben worden ist.

Nachbarin wurde von ungewohntem Geräusch aufgeschreckt

Eine Nachbarin kann noch den ursprünglichen Standort zeigen, wo das Pflaster deutliche Rußspuren aufweist. „Da war auch Löschschaum“, sagt die Frau, die in der Nacht auf den Brand aufmerksam geworden war. Sie war längst zu Bett gegangen, als sie durch ein ungewohntes Geräusch aufgeschreckt wurde: „Es war dumpf, kein Knall.“

Als sie aufstand und zu einem Fenster ging, um der Ursache auf den Grund zu gehen, bemerkte sie schon: „Durch die Ritzen der Rollladen drang dunkelrotes Licht.“ Beim Öffnen des Fensters sah sie dann den Feuerschein vom Auto des Nachbarn.

Die Frau zögerte keinen Moment. Umgehend informierte sie den Fahrzeugbesitzer und eine weitere Nachbarin, die in einem Haus um die Ecke wohnt. Die habe – wie sie später erfuhr – auch schon etwas bemerkt und die Feuerwehr und die Polizei verständigt, die sehr schnell vor Ort gewesen seien.

Der Autobesitzer habe noch versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen – vergeblich. Das ausgebrannte Wrack stand noch am Dienstagnachmittag neben seiner Haustür. Mit jedem Windstoß schickte es den Gestank von Rauch mit in Richtung St.-Monika-Kirche, die friedlich wie eh und je über dem Kleinenberg thronte.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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