Vor dem Elsebad stapelt sich unbrauchbar Hausrat, der durch die Überschwemmung unbrauchbar geworden ist. Aber das ist nur einer der geringsten Schäden. © Reinhard Schmitz
Hochwasser in Schwerte

Elsebad nach Flut vom Schlamm befreit: Womöglich über 100.000 Euro Schaden

Das Hochwasser hat im Elsebad weitaus größere Schäden angerichtet als 2010. Freiwillige haben den Schlamm beseitigt. Andere Bürgerbäder helfen. Und eine erste große Geldspende ging ein.

In einer Ecke des sonst so klaren Schwimmbeckens macht sich schon Entengrütze breit. Die verheerende Flut vom Mittwochabend hat das Wasserpflanzen-Unkraut in ihrer braunen Schlammbrühe mitgespült, die über die Umrandung des Elsebads schwappte und auch die Technikräume flutete. „Wir rechnen mit einem Schaden im höheren fünfstelligen Bereich, wenn nicht gar im sechsstelligen Bereich“, sagt Geschäftsführerin Annette Wild nach einer Tagung ihres kleinen Krisenstabs.

Die Schäden sind schlimmer als beim Hochwasser 2010

Genaueres weiß sie noch nicht, da bislang nur ein Elektriker vor Ort war. Nach dem Okay der Versicherung können jetzt auch die anderen Handwerker die Folgen der Katastrophe begutachten und Angebote schreiben. „Es ist schlimmer als im November 2010“, weiß Annette Wild aber schon jetzt.

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So sieht es nach dem Rückzug der Flut im Elsebad aus

Damals, als für den Wiederaufbau 60.000 Spenden-Euro nötig waren, sei die Flut nicht ins Becken gelaufen. Jetzt schoss sie so schnell und mit solcher Macht über die vorsorglich installierten Schotten, dass die bereitstehenden Pumpen es nicht schafften, die Wassermassen aus den Technikräumen herauszufördern.

Mit einem Sofortscheck über 5000 Euro griff die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) Schwerte dem von der Überschwemmung betroffenen Elsebad schon am Montag (19.7.) unter die Arme. Bei der Übergabe (v.l.) GWG-Vorstand Burkhard Floegel, Bad-Geschäftsführerin Annette Wild, GWG-Geschäftsführer Jürgen Tekhaus, GWG-Prokuristin Birgit Theis und Elsebad-Spendebeauftragte Brigitte Stirnberg.
Mit einem Sofortscheck über 5000 Euro griff die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) Schwerte dem von der Überschwemmung betroffenen Elsebad schon am Montag (19.7.) unter die Arme. Bei der Übergabe (v.l.) GWG-Vorstand Burkhard Floegel, Bad-Geschäftsführerin Annette Wild, GWG-Geschäftsführer Jürgen Tekhaus, GWG-Prokuristin Birgit Theis und Elsebad-Spendebeauftragte Brigitte Stirnberg. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Nachdem der am Mittwoch so reißende Elsebach wieder zu einem Rinnsal geworden ist, ist die erste grobe Säuberung des Elsebads erledigt. Mit Schläuchen und Besen wurden die zurückgebliebenen Schlammmassen von Wegen, aus Räumen und von der Beckenumrandung beseitigt. Das Kinderplantschbecken haben Freiwillige sogar schon wieder blitzeblank geputzt. Im Handumdrehen waren unzählige helfende Hände unaufgefordert zur Stelle gewesen.

„An so einem Tag wie am Donnerstag, wo so viele Leute kommen, weiß man, wofür man das macht“, sagt Annette Wild: „In allem Elend macht es dann auch Spaß.“ Dazu trugen auch die spontanen Angebote aus Iserlohn bei: Die Bürgerbäder Heidebad (Heideplatz 24) und Schleddenhof (Seeuferstraße) lassen Saisonkarten-Inhaber des Elsebads ein.

GWG will mit 5000-Euro-Scheck eine Spendenwelle in Gang setzen

Nach dem Großreinemachen gibt es derzeit für Ehrenamtliche vorerst nicht mehr so viel zu tun. Dafür wollte Jürgen Tekhaus, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft Schwerte (GWG), am Montag (19.7.) eine Spendenwelle in Gang setzen. Er überbrachte einen Hilfscheck über 5000 Euro.

„Wir wollen mithelfen, dass es weitergeht“, sagte er und sah in der Unterstützung auch ein Stück Mitgliederförderung für die GWG-Mitglieder, die regelmäßig das Elsebad nutzen. Das eigentlich dort von der Genossenschaft erneut geplante Oktoberfest für alle Mieter, das dem Elsebad neben einer Spende auch immer Einnahmen aus dem Getränkeverkauf brachte, muss in diesem Corona-Jahr ausfallen: „Aber wir hoffen, dann im nächsten Jahre zu unserem 125-Jährigen zu feiern.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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