Vorerst werden keine neuen Termine für das Corona-Schnelltestzentrum der Firma Covimedical auf dem Gelände der Heideschützen auf der Heidestraße 55 vergeben. Bereits gebuchte werden an dem Container aber noch abgearbeitet. © Reinhard Schmitz

Schnelltest-Zentrum bei den Heideschützen stoppt die Termin-Vergabe

Bereits vereinbarte Termine werden an dem Container am Schützenheim Heidestraße noch abgearbeitet. Neue kann man nicht buchen. Der Betreiber hat das System abgestellt. Es geht um viel Geld.

Zu Ostern war es noch „brechend voll“ an dem Corona-Schnelltestzentrum, das seit drei Wochen auf dem Gelände der Heideschützen eingerichtet ist. Das erlebte Vereins-Geschäftsführer Günter Schmidt, der persönlich auch schon dreimal zu dem strahlend-weißen Container gegangen ist, aus dessen Fenster heraus ein Mitarbeiter die Untersuchungsstäbchen in die Nase führt. Aber plötzlich sind neue Termine auf der Internetseite des Betreibers, der Firma Covimedical, nicht mehr buchbar.

Für die Tests ist bislang noch kein Geld vom Bund geflossen

„Wir sind vorerst offline gegangen mit unserer Buchungsseite“, bestätigt David Timm, Expansions-Manager von Covimedical, auf Nachfrage. Neue Termine für die kostenlosen Bürgertests könnten zurzeit nicht vergeben werden, weil diese Leistung bislang noch nicht bezahlt worden sei. Eigentlich – so berichtet er – sollte das Geld über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) fließen: „Aber die KV hatte keine genauen Zusagen vom Bund bisher.“

Seit drei Wochen gibt es das Corona-Schnelltestzentrum beim Bürgerschützenverein Schwerterheide an der Heidestraße 55.
Seit drei Wochen gibt es das Corona-Schnelltestzentrum beim Bürgerschützenverein Schwerterheide an der Heidestraße 55. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Auf Dauer konnte Covimedical, das derzeit bereits 69 Testzentren in Deutschland betreibt und weiterhin stark expandiert, nicht in Vorleistung treten. Mit den steigenden Inzidenzzahlen explodiere die Zahl der Menschen, die sich testen lassen wollen. „Wir müssen täglich 50.000 Tests vorfinanzieren“, rechnet David Timm vor. Dafür seien jeweils rund 300.000 Euro nötig. Insgesamt sei man deutschlandweit schon mit mehreren Millionen Euro in Vorleistung gegangen – viel Geld für ein „kleines Start-up“-Unternehmen, das erst im Dezember gegründet worden sei. Und von Finanz-Investoren wolle man sich das Werk, das man mit großem Engagement aufgebaut hat, nicht aus der Hand nehmen lassen.

Ab Anfang nächster Woche sollen wieder Termine buchbar sein

Aber David Timm ist zuversichtlich. „Angeblich soll zum 15. April die erste Zahlung kommen“, sagt er. Sehr wahrscheinlich werde sein Unternehmen ab Anfang nächster Woche auch wieder online gehen, damit die Bürger neue Termine buchen können. Bereits vereinbarte Termin würden auch jetzt noch sämtlich abgearbeitet: „Wir sind nach wie vor täglich geöffnet.“ Weiterhin durchgeführt – so der Expansions-Manager – werden außerdem die Firmentestungen, die von den Unternehmen selbst bezahlt werden: „Die Firmen halten uns über Wasser. Das ist zurzeit unser einziger Cash-Flow.“ Schließlich brauche man liquide Mittel. Dazu tragen außerdem PCR-Tests für Reisende bei, die es ebenfalls immer noch gibt.

Wenn endlich das Geld vom Bund fließt, hat David Timm bereits große Pläne in der Schublade. „Wir haben noch mindestens 50 Zentren in Petto, die wir aufmachen könnten.“ Termine – auch für Schwerte – können dann gebucht werden im Internet unter: www.15Minutentest.de

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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