Amprion: „Es gibt noch keine Entscheidung für eine Stromtrasse“

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Die Stromtrasse A-Nord könnte Südlohn und Oeding zerteilen. Bei der Bürgersprechstunde in der Jakobihalle hat Amprion seinen Vorzugskorridor bestätigt. Noch ist aber nichts entschieden.

Südlohn

, 09.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier große Tische stehen am Mittwochabend in den Ecken der Jakobihalle. Amprion hat zur Bürgersprechstunde eingeladen, um über das Projekt A-Nord zu informieren. Jene Höchstspannungsleitung, die Strom von Emden bis ins Rheinland transportieren soll. Geht es nach Amprion, soll die Leitung mitten zwischen Südlohn und Oeding hindurch führen.

Jonas Knoop ist Projektsprecher A-Nord bei Amprion. Aktuell tourt er mit seinen Kollegen an der zukünftigen Trasse entlang und veranstaltet die Bürgersprechstunden.

„Normalerweise würden wir das als Infomarkt vor bis zu 300 Zuhörern organisieren“, sagt er. Doch als die Termine vor einigen Monaten organisiert wurden, gab es noch die strengen Vorschriften gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

„Entsprechend haben wir umgeplant, um überhaupt vor Ort Präsenz zeigen zu können“, sagt Jonas Knoop. Nur elf Personen oder Haushalte haben sich an diesem Abend zu einem Gespräch mit den Amprion-Vertretern angemeldet.

Die Bürgersprechstunde wurde schon vor Monaten geplant. Damals galten noch strengere Vorschriften gegen das Coronavirus. Deswegen wurde die Bürgersprechstunde in Einzelgesprächen durchgeführt.

Die Bürgersprechstunde wurde schon vor Monaten geplant. Damals galten noch strengere Vorschriften gegen das Coronavirus. Deswegen wurde die Bürgersprechstunde in Einzelgesprächen durchgeführt. © Stephan Teine

Aus den Einzelgesprächen gibt er keine Details weiter. Nur so viel:

  • Es gibt noch keine Entscheidung für oder gegen eine endgültige Trasse. Darüber befindet die Bundesfachplanung. Amprion hat lediglich einen Vorzugskorridor: Der verläuft genau zwischen Südlohn und Oeding.
  • Entlang dieses Korridors hat das Unternehmen bereits mit Bodenuntersuchungen begonnen. „Wir tun das auf eigenes Risiko, um die weiteren Arbeiten vorzubereiten“, erklärt Jonas Knoop. Sollte sich die Bundesfachplanung für einen anderen Korridor entscheiden, müssten die Bodenuntersuchungen wiederholt werden.
  • Jonas Knoop zeigt am Mittwochabend Verständnis für den Protest gegen die Leitung. „Würden wir die Trasse anders führen, hätten wir dort den gleichen Effekt“, sagt er. Die anderen Trassen seien nicht besser als der Vorzugskorridor von Amprion. Auf dem Weg aus der Grafschaft Bentheim zur Rheinquerung bei Rees sei der Vorzugskorridor ganz einfach die sinnvollste Alternative.

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  • Wenn das Kabel liegt, entsteht ein 24 Meter breiter Schutzstreifen: Dort dürfen weder Bäume gepflanzt noch Häuser gebaut werden. Ackerbau wäre dort – im schlimmsten Fall nach einigen Jahren Pause – wieder möglich. Für die übrige eingezeichnete Trasse gäbe es keine Beschränkungen.
  • Mit einer Entscheidung der Bundesfachplanung rechnet Amprion zu Beginn 2021. Dann würde das Planfeststellungsverfahren starten. Einen Beschluss könnte es 2023 geben. Würde der in die erste Jahreshälfte fallen, könnte noch im selben Jahr der Bau beginnen.
  • Einwendungen gegen die Trasse sind noch bis 21. August 2020 bei der Bundesnetzagentur möglich. „Diese Einwendungen sind extrem wichtig, damit die Bundesfachplanung ein komplettes Bild bekommt und auf dieser Grundlage entscheiden kann“, sagt Jonas Knoop.
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