„Berkel-Verbindungen“ mit viel Kunst

Spiel mit Spannungsräumen

Eine junge Frau ist auf dem Aquarell zu erkennen. Ihr Blick lässt Lebenslust erahnen, auch wenn die Haare eines ihrer Augen verdecken. "Man hat ja auch nicht immer den vollen Blick auf die Berkel", erzählt Gabriele Templin-Kirz, die das Bild gemalt hat. "Die liegende Berkel" hat sie es genannt. Ja, gemeint ist der Fluss.

SÜDLOHN

20.01.2016, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gabriele Templin-Kirz (l.) aus Südlohn) und Ferdinand Schreiber aus Stadtlohn haben Kunstwerke für das Buch „Berkel-Verbindungen“ geschaffen, das Doris Röckinghausen (r.) herausgibt.

Gabriele Templin-Kirz (l.) aus Südlohn) und Ferdinand Schreiber aus Stadtlohn haben Kunstwerke für das Buch „Berkel-Verbindungen“ geschaffen, das Doris Röckinghausen (r.) herausgibt.

Dieses ungewöhnliche Kunstwerk ist der Südlohner Künstlerin "so aus der Hand geflossen", als Beitrag zu dem Buch "Berkel-Verbindungen". Beim Begriff Berkel komme schnell der Gedanke an ein Landschaftsbild, blickte Templin-Kirz gestern im Gespräch mit der Münsterland Zeitung zurück. Weil sie sich in jüngster Zeit aber künstlerisch viel mit Menschen und Emotionen auseinandergesetzt hat, kam spontan die Idee für die "Liegende Berkel".

"Liebeserklärungen an die Berkel in den unterschiedlichsten Sprachen", so umschreibt Doris Röckinghausen, Herausgeberin des neuen Berkelbuches, die etwa 30 Gemälde und 10 Gedichte, die die Künstler aus den Anrainer-Orten der Berkel zwischen Billerbeck und Zutphen nun fertig gestellt haben.

Auf halber Strecke

Etwa auf halber Strecke zwischen Quelle und Mündung trafen sich die Künstler auf Einladung von Gabriele Templin-Kirz am Wochenende in Südlohn, um die Bilder in Empfang zu nehmen, nachdem sie reproduziert worden waren. Südlohn liegt zwar nicht an der Berkel, aber auch nicht allzuweit davon entfernt. Die Künstler genossen das Zusammensein, bei dem erneut landestypische Gewohnheiten und Gepflogenheiten im Mittelpunkt standen: "Den Kontakt über die Grenze hinweg haben wir dank des Buches tatsächlich knüpfen können. Allein schon die unterschiedlichen Begrüßungs- und Abschiedsrituale kennenzulernen und auszuprobieren, machte einfach Spaß", waren die Künstler sich einig. Alle Kunstwerke zum Berkelbuch sind fertig. "Die Sprachen sind mal wild romantisch, mal konkret und modern", beschreibt Doris Röckinghausen. Die Künstler haben sich einer Vielzahl von Techniken bedient, von Acryl und Öl über Aquarell, Kreide und Tusche bis hin zu monochromen Holzschnitten.

Abstrakte Werke

Auch Fotograf Martin Timm ist begeistert: "Bei vielen Werken ist die große emotionale Nähe zur Berkel spürbar. Die Künstler bewegen sich im Spannungsraum zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit." So sind zum Beispiel neben der wie die Berkel als liegende Frau die Nymphen im Quellteich genauso dabei, oder wie der figürliche Ausschnitt eines Mühlrades.

Vorgestellt wird das Buch "Berkel-Verbindungen" am ersten Maiwochenende (7./8. Mai) in Coesfeld. Dann wird auch die Wanderausstellung mit den dazugehörigen Kunstwerken eröffnet. In Stadtlohn wird die Ausstellung voraussichtlich im September zu sehen sein. pd/ewa

Das Buch erscheint auf Deutsch und auf Niederländisch. Als Künstler aus Stadtlohn und Vreden sind Ferdi Schreiber, Günter Schorer und Gregor Malysczek beteiligt. Die Kunstwerke aus dem Buch sollen im Anschluss als Kunstdrucke erhältlich sein.

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