Bürgermeister Christian Vedder tritt zur Kommunalwahl im September nicht an

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Die Bombe ließ Bürgermeister Christian Vedder am Ende der öffentlichen Ratssitzung platzen: Er tritt bei der Kommunalwahl am 13. September nicht an. Begründet hat er das am Mittwoch nicht.

Südlohn

, 05.02.2020, 22:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittwochabend, 21.40 Uhr, Punkt 16 der öffentlichen Tagesordnung im Südlohner Rat. Unter Mitteilungen und Anfragen erklärt Bürgermeister Christian Vedder, dass er bei der kommenden Kommunalwahl im September nicht als Bürgermeister kandidieren will.

„Nach intensiven Überlegungen auch mit meiner Familie habe ich diese Entscheidung getroffen“, liest er vor.

Keine Begründung am Mittwochabend

Eine nähere Begründung liefert er an diesem Punkt nicht. Auch seine eigene berufliche Zukunft lässt er weitestgehend offen: Voraussichtlich werde er eines der Angebote aus der freien Wirtschaft annehmen.

Bis zum Ende der Legislaturperiode werde er sich weiterhin mit ganzer Kraft für die Gemeinde einsetzen, betont Christian Vedder. Dabei wird er auch ein wenig pathetisch: „Es ist mir und es wird mir eine Ehre gewesen sein, meiner Heimatgemeinde gedient zu haben.“

CDU kündigte am Dienstag an, nach anderen Kandidaten zu suchen

Am Dienstag hatte die CDU Südlohn-Oeding, für die Christian Vedder zweimal als Bürgermeister angetreten und gewählt wurde, auf Nachfrage unserer Redaktion mitgeteilt, dass die Findungskommission ihn nicht als Bürgermeisterkandidaten im Blick habe. Wie berichtet, war das Verhältnis zwischen Bürgermeister und CDU-Ratsfraktion zuletzt zerrüttet.

Als CDU-Mitglied hätte sich der amtierende Bürgermeister aber seinen Parteimitgliedern auch zur Kandidatenwahl stellen können, ohne vorgeschlagen worden zu sein. Doch die Entscheidung fiel bei dem Südlohner nun gegen eine eigene Kandidatur.

Lob für Ehrenamt und Dank für gute Zusammenarbeit

„Ich wünsche mir für unsere Gemeinde, dass die angestoßenen, positiven Entwicklungen fortgeführt werden und in der neuen Legislaturperiode eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung dazu beiträgt, unsere liebens- und lebenswerte Gemeinde in die Zukunft zu führen, damit sie für unsere Bürgerschaft weiterhin Heimat sein wird“, blickt Vedder in seiner Ansprache nach vorn und spielt damit auch auf indirekt auf verloren gegangenes Vertrauen an. Auch lobte er ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde.

Er werde am Ende der beiden Legislaturperioden dankbar auf seine Zeit als Bürgermeister zurückblicken, so Vedder. In seinen Dank schloss er die Mitarbeiter der Gemeinde, viele wertvolle Erfahrungen, gelungene Projekte und den stetigen Austausch mit der Bürgerschaft ein. Auch bedankte er sich für intensive und kontroverse Diskussionen.

Die Ratsmitglieder nahmen das mit kurzem Applaus aber ansonsten ohne große Regung auf. Seine Erklärung hatte Christian Vedder zu Beginn der Sitzung bereits per E-Mail öffentlich gemacht.

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