Noch gibt es beim Bistum Münster keine Entscheidung zum Umbau der St.-Jakobuskirche. Wegen des Coronavirus hat der Bewilligungsausschuss noch nicht getagt. Auch das Wetter macht Probleme.

Südlohn

, 01.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sollte der Bewilligungsausschuss im Bistum Münster Ende März über die Um- und Neubaupläne rund um die St.-Jakobuskirche in Oeding entscheiden. Eigentlich. Denn auch im Bistum Münster sorgt das Coronavirus für einige Verschiebungen.

„Die Entscheidung ist nun für die Sitzung im Mai geplant“, erklärt Stephan Bengfort von der Zentralrendantur Ahaus-Vreden auf Nachfrage unserer Redaktion. Er ist dort für alle Investitionen zuständig.

Bistum könnte noch Kosten sparen wollen

„Gebaut werden soll auf jeden Fall“, macht er deutlich. Dafür liege inzwischen auch die Baugenehmigung vor. Es könne aber sein, dass sich das Bistum noch dazu entscheide, am einen oder anderen Ende Kosten einzusparen. Wie das genau aussehen könne, mag Stephan Bengfort aktuell noch nicht einschätzen. Auch zu den bisher veranschlagten Kosten schweigt er noch.

„Die Ausführungsplanung läuft gerade noch“, sagt er. Und damit auch die Berechnung der Baukosten. Vorher sei da nichts zu machen.

Ende des Jahres soll der Neubau beginnen

Fest stehe allerdings das bisherige Planungsziel: „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir Ende dieses Jahres mit dem Bau beginnen können.“ Aktuell arbeite das beauftragte Architekturbüro an dem geplanten Tragdach für den neuen Pfarrsaal der im vorderen Teil des Kirchenschiffs entstehen soll. „Da laufen gerade die Berechnungen“, erklärt Stephan Bengfort.

Im vergangenen Dezember hatten Pastor Stefan Scho, Stephan Bengfort und Architektin Monika Göddeker die Pläne in der Gemeinde vorgestellt.

Neuer Pfarrsaal in der Kirche und ein Neubau

Ein 140 Quadratmeter großer Saal soll ins Innere der Kirche gebaut werden. Der Clou: Der neue Saal soll nicht durch Mauern, sondern durch Glaselemente vom Rest der Kirche abgetrennt werden. So soll der Gesamteindruck des Kirchenraums erhalten bleiben. Die Glaselemente sollen für besonders große Messen oder Trauungen beiseite geschoben werden können. So sei auch weiterhin der Einzug durch das Hauptportal der Kirche möglich. Gleichzeitig sollen zum Beispiel große Vorhänge oder Lamellen den neuen Saal auch optisch abteilen, wenn beispielsweise eine Veranstaltung im Pfarrsaal stattfindet.

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Gerüst an der St.-Jakobus-Kirche streckt sich fast 30 Meter in die Höhe

14 Etagen hoch reicht das Baugerüst an der St.-Jakobus-Kirche in Oeding. Bis in fast 30 Meter Höhe wird dort die Fassade saniert. Matthias Pohl vom Gerüstbauunternehmen Pohl und Söhne freut sich über die besondere Baustelle.
28.02.2020
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Das Gerüst am Turm der St.-Jakobus-Kirche.© Stephan Teine
Matthias Pohl, Geschäftsführer des Gerüstbauunternehmens Pohl und Söhne aus Bottrop, freut sich über die besondere Baustelle. "Ich bin ja sonst meist im Büro, umso schöner ist es, wenn ich mal wieder auf ein Gerüst komme – und dann gleich so hoch", freut er sich.© Stephan Teine
Der Blick vom Turm in Richtung Westen entlang der Jakobi- und Winterswyker Straße. © Stephan Teine
Matthias Pohl sieht sich die Kirchturmuhr aus nächster Nähe an. Die Zifferblätter sind recht simpel konstruiert: "Einfach dünnes Blech mit ein paar Nieten", sagt der Gerüstbauer. © Stephan Teine
Der Blick von oben auf die – ausnahmsweise einmal nur schwach befahrene – Jakobistraße.© Stephan Teine
Vom Kirchturm in Richtung Süden: Rechts im Hintergrund das Neubaugebiet Burloer-Straße West. Mittig der Turm vom Burghotel Pass.© Stephan Teine
Das Dach des Kirchturms soll vorerst nicht eingerüstet werden. © Stephan Teine
Der Blick in Richtung der Wohngebiete nördlich der Winterswyker Straße. © Stephan Teine
Ein luftiger Arbeitsplatz: In der 14. Etage, fast 30 Meter über dem Boden, endet das Gerüst.© Stephan Teine
Das Gerüst am Turm der St.-Jakobus-Kirche. Hoch über der Jakobistraße wird gerade die Fassade der Kirche saniert.© Stephan Teine
Genau berechnetes Puzzle: Ein Statiker hat vor dem Aufbau berechnet, wo welche Verschraubung sitzen muss und wie das hohe Gewicht des Gerüsts verteilt werden kann.© Stephan Teine
Der Blick vom Kirchturm in Richtung Gewerbegebiet am Woorteweg. Gut zu erkennen vorne links: Die Gebäude von Bruno Kleine.© Stephan Teine
Fast 30 meter bis zum Boden: Der Arbeitsplatz an der Spitze des Gerüsts ist nichts für schwache Nerven.© Stephan Teine
Fast 30 meter bis zum Boden: Der Arbeitsplatz an der Spitze des Gerüsts ist nichts für schwache Nerven.© Stephan Teine
Mit diesem Stahlgewirr wird das Gewicht des gesamten Gerüsts um den Turm verteilt und auf mehrere Stützen bis zum Boden abgeleitet.© Stephan Teine
Mit diesem Stahlgewirr wird das Gewicht des gesamten Gerüsts um den Turm verteilt und auf mehrere Stützen bis zum Boden abgeleitet. Die Handwerker müssen sich zwischen den Streben einen Platz zum Arbeiten suchen.© Stephan Teine
Schon vom Boden aus macht das Baugerüst ziemlichen Eindruck. Was sich alles hinter der Plane verbirgt ist von unten aber kaum zu sehen.© Stephan Teine
Schon vom Boden aus macht das Baugerüst ziemlichen Eindruck. Was sich alles hinter der Plane verbirgt ist von unten aber kaum zu sehen.© Stephan Teine

Eine klare Absage hatte Pfarrer Stefan Scho einer gleichzeitigen Nutzung von Pfarrsaal und Kirche im Dezember erteilt. Das sei schon wegen der akustischen Trennung nicht möglich.

Neubau bietet Platz für Gruppenräume, Büro und Küche

Weitere Gemeinderäume sollen vor der Kirche in einem Neubau Platz finden. Dazu zählen kleinere Gruppenräume, ein Büro, Küche und sanitäre Einrichtungen. Das ganze soll barrierefrei werden. Ein gemeinsamer Eingang soll Kirche und den Neubau miteinander verbinden. Insgesamt entstehen so rund 300 Quadratmeter neue Räume für die Kirchengemeinde in Oeding.

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Die Planung in der Kirche hatte Pastor Stefan Scho ausdrücklich befürwortet: „Die Zahl der Gottesdienstbesucher zwingt uns ja nicht gerade dazu, anzubauen“, hatte er den Gemeindemitgliedern bei der Versammlung im Dezember erklärt. Mit dem Neubau soll dann das bisherige Pfarrheim an der Pfarrer-Becker-Straße aufgegeben werden.

Viel Zustimmung aber auch Kritik am Ablauf der Planung

Bei der Versammlung hatten die meisten Gemeindemitglieder die Pläne befürwortet – auch wenn man sich sicherlich an die neue Situation gewöhnen müsse. Kritisch äußerten sie sich allerdings dazu, dass sie erst sehr spät von den Plänen erfahren hätten. Das sei schlicht nicht früher möglich gewesen, da die bisherigen Planungen erst in verschiedenen Gremien auf Bistumsebene abgestimmt werden mussten, hatte Helmut Tecker vom Kirchenvorstand erklärt – und damit die Stimmung wieder beruhigt.

Auch die Architektin Monika Göddeker argumentierte, dass die Planung da noch in einem sehr frühen Stadium gesteckt habe, da sich deren Fortschritt im Bistum durch personelle Veränderungen über zwei Jahre verzögert habe.

Corona-Krise macht es den Handwerkern nicht leichter

Die laufende Sanierung der Fassade stockt aktuell etwas. Zum Teil auch wegen der Corona-Krise. „Die Handwerker müssen jetzt ja auch darauf achten, Abstand zu halten“, erklärt sie. Das sei gerade auf der Baustelle schwierig. Auch die Hygieneregeln – allein das regelmäßige Händewaschen – sei dort schwierig. Deswegen würden die Arbeiten etwas langsamer voran gehen, als geplant.

Größer sind allerdings die Verzögerungen durch die momentane Witterung. „Wir haben aktuell nachts Frost“, erklärt Monika Göddeker auf Nachfrage unserer Redaktion. „Wir würden gerne mit den Fugenarbeiten weitermachen, können es aber gerade ganz einfach nicht“, erklärt sie. Der Frost würde die neuen Fugen direkt wieder zerstören.

Nachtfrost behindert Arbeiten an der Fassade

Sie geht davon aus, dass ab nächster Woche dort weiter gearbeitet werden kann. Dann sollen die Temperaturen wieder steigen. Sobald es möglich sei, würde der Steinmetz seine Arbeit sofort wieder aufnehmen. „Der ist wegen der Verzögerung ja auch nicht gerade fröhlich“, erklärt sie.

Die weitere Zeitplanung sieht daher wie folgt aus: „Ursprünglich wollten wir zu Ostern fertig sein“, sagt sie. Das verzögere sich jetzt noch einmal leicht. Sie geht davon aus, dass die Arbeiten noch rund drei Wochen dauern, wenn es wieder losgeht. Dann würde das große Gerüst wieder abgebaut.

Das sei aber auch kein so großes Problem, da ja beispielsweise auch die großen Ostermessen ausfallen werden.

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