Die Nester der Eichenprozessionsspinner sind verwaist – die Gefahren aber bleiben

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Es ist ruhiger geworden um den Eichenprozessionsspinner in Südlohn. Die Meldungen über befallene Bäume werden seltener. Der Schein aber trügt: Die Gefahr ist nicht gebannt.

Südlohn

, 03.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wochenlang alarmierten die Bilder von Kindern, Erwachsenen und sogar Tieren, bei denen die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen allergische Reaktionen ausgelöst hatten, auch die Verantwortlichen im Südlohner Rathaus. Fast täglich klingelten dort die Telefone, erkundigten sich dort besorgte und aufgeregte Bürger.

Nur noch vereinzelte Meldungen im Rathaus

Das ist jetzt deutlich entspannter geworden. Und das nicht nur wegen der Sommerferien. „Es sind nur noch vereinzelt Anrufe von Bürgern, die entsprechende Nester in den Bäumen melden“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Matthias Lüke. Nur in Einzelfällen werde man zurzeit aktiv. Das insbesondere dann, wenn Meldungen von Spielplätzen, Schulen oder anderen öffentlichen Flächen eingingen.

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Hintergrund für die momentane Entspannung ist sicher, dass man in Südlohn reagiert hat. Bauhofmitarbeiter waren im Dauereinsatz, um die Nester in den Bäumen zu entfernen.

6000 Euro hat die Bekämpfung bisher gekostet

Personell aber geriet man angesichts der regelrechten Invasion der Tierchen an Grenzen, so dass zusätzlich Fachfirmen beauftragt werden mussten. Erschwert wurde das aber dadurch, dass es erstmals zu einem mehrfachen Befall kam. Sprich: War ein Nest entfernt, wurden gleich mehre neue entdeckt. Rund 6000 Euro hat Südlohn die bisherige Aktion bereits gekostet.

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Ein weiterer Grund ist aber auch, dass die Raupen seit Ende Juli als unauffällige Nachtfalter ausschwärmen, die Nester verwaist sind. Lüke: „Seit es keine Prozessionen mehr gibt, ist das so.“ Aber: Von den Nestern geht weiterhin eine Gefahr aus: Die Brennhaare bleiben dort noch über lange Zeit aktiv. Zusätzliche Probleme gibt es, wenn sie durch Wind und Regen herabfallen und als unscheinbare und unverdächtige Überbleibsel der Bäume am Boden liegen.

Warnung: Nester nicht berühren!

Matthias Lüke rät daher: „Finger weg von den Nestern!“ Sie sollten im privaten Bereich nur mit Hilfsmitteln entfernt werden und müssen dann als Sondermüll entsorgt werden. Im öffentlichen Bereich sollte die Gemeinde informiert werden.

Und wie bereitet man sich in Südlohn auf das nächste Jahr vor? Experten gehen nämlich davon aus, sollte es wieder keinen knackigen Winter geben, sich die Probleme wiederholen werden.

Südlohns Ordnungsamtsleiter sagt, dass man sich bislang noch auf kein bestimmtes Verfahren geeinigt habe. Man stehe aber im Austausch mit den anderen Kommunen im Kreis, tausche Erfahrungen aus. Lüke weiß natürlich von den verschiedensten Methoden, um den Prozessionsspinner zu bekämpfen.

Noch kein Königsweg für Südlohn

Er weiß auch von Baumringen und -fallen, wie sie gerade auch zwei Brüder im niederländischen Glanerbrug entwickelt haben, oder auch von biologisch-chemischen Verfahren wie der „Wasserdampfschaummethode“. Bei allen aber gibt es auch Nachteile, wie zum Beispiel den ökologischen Schaden, wenn durch den Einsatz von Chemie oder Bakterien auch andere Fauna Schaden nimmt.

Lüke jedenfalls hat gewisse Zweifel.

Aber: „In der Sache ist Bewegung drin.“ Nach den Sommerferien werde es, davon geht er aus, die Problematik erneut auf den Rathaus-Tischen liegen und es eine Entscheidung über das weitere Vorgehen in Südlohn geben.

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