Digitalisierung im Rathaus – was die Südlohner und Oedinger davon haben

hzVirtuelles Rathaus

Den Gang ins Rathaus können sich die Südlohner und Oedinger bald in einigen Angelegenheiten sparen. Immer mehr kann online erledigt werden. Der nächste Schritt ist das Thema Bezahlen.

Südlohn

, 17.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Thema Digitalisierung ist inzwischen in allen Lebensbereichen zu spüren. Auch im Rathaus der Gemeinde Südlohn wird daran fleißig gearbeitet. E-Government heißt der Fachbegriff dafür. Die neueste Baustelle: das Bezahlen der Leistungen über das Internet. Hier kommen Fragen und Antworten zum Thema.

? Was genau ist E-Government?

Übersetzt heißt das soviel wie elektronische Verwaltung. Auf kommunaler Ebene wird auch häufig der Begriff virtuelles Rathaus genutzt. So schreibt es auch die Gemeinde Südlohn auf ihrer Internetseite. Demnach geht es darum, „das umfassende Dienstleistungsangebot einer Gemeindeverwaltung auf elektronischem Wege abzubilden und zu verbessern“.

? Was heißt das ganz konkret?

Bei der Gemeinde Südlohn macht auf der Internetseite ein kleines Antennen-Symbol auf digitalen Mehrwert aufmerksam. So ist es zum Beispiel möglich, Formulare bereits am Computer ausfüllen. In einigen Fällen können die dann direkt per E-Mail an die Gemeindeverwaltung geschickt werden. Aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen kann aber nicht immer auf eine Unterschrift oder ein persönliches Erscheinen verzichtet werden. Um einen neuen Personalausweis zu beantragen, muss man zum Beispiel auch weiterhin persönlich ins Bürgerbüro kommen.

? Ist die Gemeinde damit weit vorne?

Nicht wirklich. Das ist aber ein bundesweites Problem. In Estland beispielsweise können so gut wie alle Behördengänge online erledigt werden. Das Land gilt europaweit als Vorreiter der digitalisierten Verwaltung. Deutsche Verwaltungen tun sich damit jedoch noch schwer. Auch wenn der elektronische Personalausweis seit 2010 eine zweifelsfreie Identifizierung bietet, gibt es erst sehr wenige Stellen, an denen er auch genutzt werden kann.

? Was ist der nächste Schritt in Sachen Digitalisierung?

Die Gemeinde Südlohn arbeitet gerade daran, das sogenannte E-Payment einzuführen. Es geht also darum, Bezahlmöglichkeiten im Internet zu schaffen. Das soll zunächst bei standesamtlichen Urkunden möglich sein. „Der Bürger kann dann zum Beispiel eine Geburtsurkunde online beantragen, direkt bezahlen und bekommt sie dann von uns zugeschickt“, erklärt Werner Stödtke, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

? Wie weit sind die Planungen dafür?

Laut Werner Stödtke sind die nötigen Verträge unterschrieben. Wann genau die Funktion scharf geschaltet wird, kann er aber noch nicht sagen. Einen Zeitplan dafür gebe es nicht und derzeit stehen noch einige andere Projekte an.

? Was ist eigentlich mit dem Datenschutz?

Daten, die über die normale Mailadresse an die Verwaltung geschickt werden, sind nicht verschlüsselt. Darauf weist die Gemeinde ausdrücklich hin. Deswegen wurde eine sogenannte De-Mail-Adresse eingerichtet. Dadurch wird eine sichere und verschlüsselte Kommunikation gewährleistet.

? Wie genau funktioniert De-Mail?

Dafür muss sich der Nutzer zunächst selber eine De-Mail-Adresse anlegen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat dafür eine Liste von zugelassenen Anbietern zusammengestellt. Nach der Registrierung und der Identifizierung durch einen elektronischen Personalausweis funktioniert das Ganze wie beim normalen Mail-Verkehr.

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