Ehrenamtspreisträger

Ehrenamtlich aktiv im DRK Südlohn-Oeding: „Wie in einer großen Familie“

Das Deutsche Rote Kreuz ist unermüdlich im Einsatz. Die Ortsgruppe Südlohn-Oeding hat auch zu Corona-Zeiten Wertvolles geleistet. Ehrenamtlich. Ein Grund, sie mit dem Ehrenamtspreis zu ehren.
Waren am Samstag für die DRK-Ortsgruppe an der Jakobihalle im Testeinsatz: Franz Bergerbusch, Johannes Esling, Claudia Pankratz und Oliver Pankratz (v.l.). Auch für dieses ehrenamtlich getragene Engagement erhält die Ortsgruppe den Ehrenamtspreis von Gemeinde und Sparkasse Westmünsterland.
Waren am Samstag für die DRK-Ortsgruppe an der Jakobihalle im Testeinsatz: Oliver und Claudia Pankratz, Johannes Esling und Franz Bergerbusch(v.l.). Auch für dieses ehrenamtlich getragene Engagement erhält die Ortsgruppe den Ehrenamtspreis von Gemeinde und Sparkasse Westmünsterland. © Katrin Sarholz

Ein eingeschworenes Team steht am Samstag am Testzentrum in der Jakobihalle. Beim Einchecken am Haupteingang wird jeder Testwillige mit dem Satz begrüßt „Sie haben eine Rundreise durch die Jakobihalle gebucht“ und darf auf dem Stuhl neben der Tür Platz nehmen.

Oliver Pankratz ist geübt im Testen. Hier ist Johannes Esling an der Reihe.
Oliver Pankratz ist geübt im Testen. Hier ist Johannes Esling an der Reihe. © Katrin Sarholz © Katrin Sarholz

Die geübten Hände von Oliver Pankratz führen das Stäbchen, schon ist der Coronatest geschafft und die Getesten dürfen dem roten Flatterband folgend zum Ausgang gehen. Nach 15 Minuten wird das Testergebnis per Chayns-App aufs Handy geschickt.

Familien werden schon mal mobilisiert

Aber auch wenn jemand kein Handy hat oder irgendetwas nicht funktioniert, „wie am 22. Mai, als das Computerprogramm in ganz Deutschland zusammenbrach“, erinnert sich Claudia Pankratz, „da wurde die Familie mobilisiert, um das Formular zu kopieren. So konnte hier weiter getestet werden, während an vielen anderen Orten die Testzentren für diesen Tag geschlossen werden mussten.“

Viele, die Samstags hier in die Jakobihalle kommen, seien „Wiederholungstäter“, meint DRK-Ortsvorstand Franz Bergerbusch. Sie kämen, um das Ehrenamt zu unterstützen, und „weil die Stimmung hier so gut ist!“

Corona-Pandemie hat auch beim DRK vieles verändert

Die Corona-Pandemie hat auch beim DRK vieles verändert. So habe man sich durch den Ausfall der regelmäßigen Dienstabende (normalerweise dienstags alle zwei Wochen) etwas aus den Augen verloren, berichtet Bergerbusch- Für eine Blutspende müsse man sich jetzt anmelden, das DRK fahre auch nicht mehr mit der Lautsprecherdurchsage durch den Ort, um dazu einzuladen.

Weniger zu tun hätten sie deswegen aber nicht, so Claudia Pankratz: Zwischen Weihnachten und Neujahr hätten sie immer zu dritt die Besucher im Henricus-Stift getestet.

So langsam komme auch das normale Leben wieder in Gang, die Dienstabende könnten wieder beginnen, Oliver Pankratz kann als Ausbilder des DRK wieder Erste-Hilfe-Kurse anbieten und auch die Jugendarbeit könne hoffentlich wieder anlaufen, sagt Franz Bergerbusch. „Wir sind stolz auf die Nachtwanderung beim Ferienspaß“, erzählt er. „Seit circa 1982 organisieren wir das, und auch beim Nikolausumzug helfen wir immer mit.“

So ist auch Johannes Esling, jüngstes Mitglied des hiesigen DRK dazu gestoßen. „Franz Bergerbusch hatte mich mal gefragt, ob ich bei der Nachtwanderung helfen könne. Seit dem bin ich dabei, und wenn es mit dem Schichtdienst passt, helfe ich auch beim Blutspenden“, erklärt er. „Erst helfen, dann Geselligkeit mit einer großen Portion Wissen“ ist der Leitsatz der Ortsgruppe Südlohn-Oeding – auch da gefällt ihm.

DRK-Ortsgruppe: Wie in einer großen Familie

Bei den Dienstabenden im Feuerwehrhaus seien normalerweise immer etwa 12 bis 15 Mitglieder da, zählt Bergerbusch zusammen, und bei Blutspendeterminen helfen meist noch einmal 30 Leute mit. Es sei wie in einer großen Familie. Nach den Gründungsmitgliedern führen jetzt deren Kinder und meist auch deren Ehepartner das Ehrenamt weiter.

Wie in jedem Verein sei es schwierig, neue Leute zu gewinnen, betont Franz Bergerbusch, „Wenn die jungen Leute die Schule wechseln oder in Ausbildung gehen, so haben sie meist keine Zeit mehr“, sagt er mit Bedauern. „Wenn unser Sohn nicht akzeptiert hätte, jeden Samstag bei Oma zu sein, könnten wir das auch nicht machen“ bestätigt das Ehepaar Pankratz mit Blick auf die samstägliche Corona-Tests. . „Aber wir sind hier hineingeboren und leben dafür.“

Dankbarkeit der Menschen ist der Lohn des Ehrenamts

Sie wollen positive Vorbilder sein und den Zugang zu den Jugendlichen nicht verlieren. Dies strahlen sie mit jeder Pore aus. „Der Dank ist auch wirklich da von den Menschen, das bekommen wir immer wieder zurückgespiegelt“ sagt Claudia Pankratzlächelnd.

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