Eichenprozessionsspinner: Vögel nehmen gespendete Nistkästen gut an

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1000 Nistkästen gegen den Eichenprozessionsspinner hat das Südlohner Unternehmen Gebrüder Robers gespendet. Das freut den Nabu, doch der Erfolg gegen die Raupen ist noch nicht abzusehen.

Südlohn

, 20.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

1000 zusätzliche Nistkästen für Meisen hat das Unternehmen Gebrüder Robers zum Jahreswechsel zusammen mit den Heimatvereinen in Südlohn und Oeding in und um die Gemeinde verkauft. Auch Kunden des Unternehmens bekamen Kästen als Geschenk. Aktuell treffen viele Bilder und Videos der Kästen mit ihren Bewohnern ein. „Wir freuen uns richtig über die große Resonanz“, sagt Susanne Gebauer, Leiterin Einkauf und Finanzen bei Gebrüder Robers.

Bedeuten also viele bewohnte Kästen, dass die Meisen zukünftig dem Eichenprozessionsspinner in der Gemeinde den Garaus machen? Aus diesem Grund werden schließlich seit vergangenem Jahr verstärkt die Kästen aufgehängt.

Erfolg der Meisenansiedlung zeigt sich erst in ein oder zwei Jahren

Martin Frenk, Kreisgeschäftsführer beim Nabu in Borken, ist da unsicher. Ausdrücklich lobt er die Nistkastenaktion als biologische Schädlingsbekämpfung. „Die Raupen mit Fressfeinden zu bekämpfen ist natürlich viel besser, als Insektizide zu versprühen“, sagt er. Auch das gebe es ja sogar in einigen Kommunen im Kreis noch. „Völlig bekloppt“, sagt er dazu.

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Wie erfolgreich die Meisen gegen die Raupen seien, könne ohnehin erst in ein paar Jahren abgeschätzt werden. „Die Vögel müssen sich ja erst einmal darauf einstellen, dass sie diese Raupen verstärkt fressen können“, sagt Martin Frenke. Auch das könne schon mal eine oder zwei Generationen dauern. In zwei oder drei Jahren, so schätzt er, könne man von Erfolg oder Misserfolg sprechen. Dass die Vögel jedoch alle Raupen restlos vernichten könnten, schließt er eher aus.

„Auch Eichenprozessionsspinner sind ein Stück Natur“

Er spricht auch von einer Art Hysterie. „Man muss differenzieren. Wo reicht es zum Beispiel, einfach nur einen befallenen Baum mit Flatterband abzusperren oder ein Hinweisschild aufzustellen?“, fragt er. Klar, rund um Spielplätze oder Kindertagesstätten müssten die Nester entfernt werden. Am ehesten sei das punktuell per Absaugung möglich. Etwas teurer zwar, aber dafür zielgerichtet.

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„Das ist eben auch ein Stück Natur“, sagt er. Die Folgen des Klimawandels seien in seinen Augen ein viel drängenderes Problem als die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Aber das sei eben ein abstraktes Problem. „Dort wo Menschen direkt betroffen sind, beispielsweise durch die Brennhaare der Raupen, wollen sie, dass direkt gehandelt wird“, erklärt er. Das führe dann zu einer Diskussion wie bei den Raupen. „Auch die Bestände schwanken aber schon seit Jahren. Mal gibt es mehr, mal weniger“, fügt er noch hinzu. Er spricht von Panikmache.

Zu viele Nistkästen gibt es nicht

Dennoch können in seinen Augen kaum zu viele Nistkästen aufgehängt werden. „Normalerweise nisten die Vögel ja in hohlen Baumstämmen“, sagt er. Doch die würden immer seltener, da Bäume schnell gefällt würden, wenn sie hohle Stellen zeigen. Meisen seien dabei recht dankbare Vögel. „Man könnte die Kästen zu regelrechten Hochhäusern auftürmen. Die Meisen würden sie trotzdem annehmen“, erklärt er. Wenn es denn genug Meisen gebe.

Auch wenn die Blaumeisen aktuell mit dem Bakterium zu kämpfen hätten, macht sich Martin Frenk aber keine zu großen Sorgen um die Tiere. „Vor zwei Jahren waren es die Amseln, vor sieben Jahren der Haussperling. Gewöhnliche Arten erholen sich recht schnell wieder von solchen Infektionswellen“, erklärt er.

Nistkastenaktion war ein voller Erfolg für Gebrüder Robers

Für die Firma Gebrüder Robers jedenfalls war die Aktion Ende vergangenen Jahres ein voller Erfolg. In diesem Ausmaß aber auch vorläufig eine einmalige Geschichte. „Das kann man ja nicht jedes Jahr machen“, sagt Susanne Gebauer, Allein schon wegen der Arbeitsstunden, die in das Projekt geflossen seien.

Den Erlös aus der Nistkastenaktion hat das Unternehmen Gebrüder Robers auf 4000 Euro aufgerundet und dann – noch vor Ausbruch der Corona-Krise – an die Kinderkrebshilfe Weseke gespendet.

Den Erlös aus der Nistkastenaktion hat das Unternehmen Gebrüder Robers auf 4000 Euro aufgerundet und dann – noch vor Ausbruch der Corona-Krise – an die Kinderkrebshilfe Weseke gespendet. © Gebrüder Robers

Den Erlös aus dem Verkauf der Nistkästen hat das Unternehmen Gebrüder Robers übrigens aufgerundet und gespendet. 4000 Euro gingen so noch vor Ausbruch der Corona-Krise an die Kinderkrebshilfe in Weseke.

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