Ein Oedinger in Südlohn will für den ganzen Ort Bürgermeister werden

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Für Werner Stödtke ist das Gemeindemotto „Gemeinsam aktiv“ längst Alltag. Die Grenze zwischen den Ortsteilen gibt es für ihn nicht: Der gebürtige Oedinger lebt ja auch schon lange in Südlohn

Südlohn

, 03.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Werner Stödtke (54) will Bürgermeister werden. Der gebürtige Oedinger lebt mit seiner Familie seit 1994 in Südlohn. „Das war damals unsere Art von Generationenvertrag“, sagt er. Mit seiner Frau zog er bei den Schwiegereltern ein. Mit den beiden Kinder Tim (22) und Jana (19) leben sie heute noch dort.

Die Grenzen zwischen den Orten verschwimmen für den Bürgermeister-Kandidaten natürlich, das Gemeindemotto „Gemeinsam aktiv“ sei ja inzwischen in den meisten Köpfen angekommen.

Dennoch sieht er sich immer noch ein bisschen mehr als Oedinger, denn als Südlohner. „In Oeding bin ich bekannter. Dort war ich auch in verschiedenen Vereinen aktiv“, sagt er. Etwa als Jugendbetreuer und Trainer der Damenmannschaft beim FC Oeding oder als Geschäftsführer beim Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes.

Langsamer Abschied aus dem Ehrenamt

Aus den Vereinen – abgesehen von seinem Kegelclub – hat er sich während seiner Tätigkeit in der Verwaltung langsam zurückgezogen. „Je höher ich im Rathaus tätig war, desto weniger habe ich in Vereinen gemacht“, sagt er. Die Doppelfunktion aus Ehrenamt und Verwaltung habe einfach nicht funktioniert. „Der Bürgermeister hat mich einmal im Scherz Doppelagent genannt“, sagt er.

Doch der Scherz saß und Stödtke verabschiedete sich von den Ehrenämtern.

Die Kandidatur hat dabei seine eigene Jahresplanung umgeworfen. „Bis Februar hatte ich überhaupt nicht auf dem Zettel, zu kandidieren“, sagt er. Bis dahin habe er fest damit gerechnet, dass der amtierende Bürgermeister Christian Vedder für eine weitere Amtsperiode kandidieren werde. Doch es kam anders.

Werner Stödtke, bisher allgemeiner Vertreter in der Südlohner Verwaltung, will Bürgermeister werden. Er kandidiert als unabhängiger Kandidat – setzt aber auf die Unterstützung von UWG, SPD und FDP.

Werner Stödtke, bisher allgemeiner Vertreter in der Südlohner Verwaltung, will Bürgermeister werden. Er kandidiert als unabhängiger Kandidat – setzt aber auf die Unterstützung von UWG, SPD und FDP. © Werner Stödtke

Entsprechend eng getaktet sei das Jahr daher für ihn. Für einen ausgiebigen Urlaub sei da keine Zeit gewesen. Normalerweise sei er mit seiner Frau zusammen gerne im Wohnmobil unterwegs. Mit einer Betonung auf dem Unterwegs-sein. „Ich bin weder Sonnenlieger noch Dauercamper“, sagt er. Aber durch die Mobilität bekomme er einen Mix aus Stadt, Kultur, Landschaft und Meer, den er sehr schätze. „Dieser Ausgleich fehlt mir im Moment“, gibt er zu.

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Bürgermeisterkandidat Werner Stödtke beantwortet 20 Fragen

Auch ist ihm klar, dass mit dem Bürgermeister-Amt noch mehr Arbeit als jetzt mit der Position als Allgemeiner Vertreter verbunden ist. Das mögliche Amt sieht er deswegen mit einer großen Portion Demut. „Im Moment habe ich ja noch einen vor mir“, sagt er. Der Bürgermeister trage eben die Hauptverantwortung für die Gemeinde und ihre Menschen. „Ich bin selbst davon beeindruckt, was da unter Umständen auf mich zukommt“, sagt er.

Bürgermeister ist oberster Krisenmanager

Gleichzeitig sei ein Bürgermeister Hauptkrisenmanager, müsse improvisieren und organisieren können. Dass es auch eine kleine Gemeinde wie Südlohn durchaus mit einer handfesten Krise zu tun bekommen kann, sei ja inzwischen klar: „2015 war es die Flüchtlingskrise, jetzt die Coronakrise.“ Das Amt sei ein 24-Stunden-Job. Auch das könne er jetzt als allgemeiner Vertreter schon absehen. Dass er sich das zutraue, ist für ihn keine Frage, schließlich hat er die Verwaltung in Südlohn und Oeding seit seiner Ausbildung 1985 von der Pike auf kennengelernt.

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Die freie Zeit, die bleibt, verbringt er gerne auf Reisen oder mit Fahrradfahren. Auch Basteln und Heimwerken gehört für ihn zu Lieblingsbeschäftigungen. „Meine Frau ist die Künstlerin, ich schaffe dafür die Rahmen“, sagt er. Auch im Garten betätigt er sich mit kleineren Handwerksarbeiten. „Über den Heimwerker-Status bin ich aber nicht hinausgekommen“, gibt er zu.

Seit zwei Jahren kümmert er sich auch um ein Bienenvolk. Als Hobbyimker. Das macht er zusammen mit seinem Sohn. Mit seiner Tochter geht er gerne Joggen. Natürlich auch in der freien Natur. „Daran habe ich sehr viel Freude“, erklärt er.

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