Kirchturmsanierung: Finanzierung bereitet weiter Sorgen – Jugendliche klettern Gerüst hoch

hzKirchenturmsanierung in Oeding

Die Kirchturmsanierung der evangelischen Gemeinde steht in den Startlöchern. Das Gerüst steht bereits. Noch ungeklärt ist allerdings, woher die circa 225.000 Euro kommen sollen.

Südlohn

, 11.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es tut sich was an der der Kirche der evangelischen Gemeinde Oeding-Stadtlohn-Vreden – zumindest ein bisschen. Die von langer Hand geplante und seit Jahren notwendige Kirchturmsanierung soll zeitnah beginnen. So zumindest der fromme Wunsch von Kirchmeister Wolfgang Hops. Das Gerüst steht, die Vorbereitungen haben begonnen.

„Zunächst wurde der Turm freigelegt, um wirklich alle Schäden begutachten zu können“, erklärt Hops. Die Spitze des Turmes und die Verkleidung wurden dafür abgenommen. Was dort zum Vorschein kam, erfreute ihn wenig: „Es sieht schlimmer aus, als ich es erwartet hatte. Aber das ist meine persönliche Meinung. Das müssen am Ende Fachmänner beurteilen.“

Termin mit Gemeinde, Unterer Denkmalbehörde und Architekt

Am 18. September steht nun der offizielle Termin mit der Unteren Denkmalbehörde (UDB), dem Architekten und der Gemeinde an. Danach wird beschlossen, wie es weitergeht. Im Mai hatte Hops im Gespräch mit der Münsterland Zeitung angekündigt: „Es muss in diesem Sommer etwas werden.“

Kirchturmsanierung: Finanzierung bereitet weiter Sorgen – Jugendliche klettern Gerüst hoch

Die Schaden sind sehr gut erkennbar. © Bernd Schlusemann

Dass die Sanierung bis zum Herbstanfang am 23. September abgeschlossen sein wird, ist utopisch. Dennoch glaubt Wolfgang Hops daran, dass „bis zum Winter noch etwas passiert“. Denn: Die Hälfte der Zuschüsse aus dem Denkmalförderprogramm – insgesamt rund 78.000 Euro – müssen noch in diesem Jahr ausgegeben werden. Sonst verfällt der Förderbescheid.

Doch nicht nur wegen des Förderbescheids sollen die Arbeiten zeitnah beginnen. „Wir haben das Dach abgenommen und der Innenraum der Kirche wird nur von einer Plane geschützt. Das ist sicher keine Dauerlösung“, so der Kirchmeister.

Finanzierung weiterhin ein Problem

Ein ungelöstes Problem bleibt auch weiterhin die Finanzierung der Kirchensanierung. Neben den 78.000 Euro vom Land NRW ist keine weitere Finanzspritze in Aussicht. Wie der finanzielle Kraftakt gestemmt werden soll, ist weiterhin offen. Die Gemeinde geht bei der Sanierung von Gesamtkosten in Höhe von wenigstens 225.000 Euro aus.

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Allein 35.000 Euro kostet das Baugerüst, das vom Boden bis zum Dach der Kirche und rund um den Turm reichen soll. Erschwerend kommt hinzu, dass die kleine, 1825 erbaute Kirche unter Denkmalschutz steht. Das bedeutet: Nach der Renovierung muss alles genauso aussehen wie vorher.

Kinder spielen auf dem Gerüst

Trotz der Arbeiten am Kirchturm finden die Gottesdienste weiterhin statt. „Es ist zwar etwas umständlicher reinzukommen, aber ansonsten wird sie normal genutzt. Nur für Rollstuhlfahrer wird es kritisch“, erklärt Wolfgang Hops.

Ein Ärgernis, das nur indirekt mit dem baufälligen Turm zu tun hat, tat sich am Dienstagmittag auf. Nachbarn der Kirche informierten Wolfgang Hops, dass mehrere Jugendliche das Gerüst bestiegen hatten. „Der Gerüstbauer ist informiert. Wir können allerdings nicht mehr machen, als das Gerüst unten zu verschließen. Wenn die Jugendlichen von außen hochklettern, kann man das kaum verhindern“, so der Kirchmeister.

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