Das Absaugen des Eichenprozessionsspinners hat sich auch in 2020 als die effektivste, wenn auch kostspielige Maßnahme erwiesen. Die Gemeinde Südlohn wird auch 2021 an ihrer Strategie festhalten, dabei aber stets reaktionsschnell bleiben. © picture alliance/dpa
Eichenprozessionsspinner

Gemeinde hält an Strategie zur EPS-Bekämpfung fest – bleibt aber flexibel

Umfassend berichtete Fachbereichsleiter Matthias Lüke dem Umweltausschuss über die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Jahr 2020. Das Votum war eindeutig: Die Maßnahmen passen.

Das Thema Corona hat die Problematik des Eichenprozessionsspinners auch in Südlohn im vergangenen Jahr ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Letzteres war aber dennoch präsent in einer Entwicklung, die der der Vorjahre ähnelte. Das ging aus den Ausführungen von Matthias Lüke vor dem Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Sicherheit und Ordnung hervor.

Der Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales der Gemeinde Südlohn antwortete umfassend auf einen Antrag der WSO-Fraktion zum Thema „Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) im Jahr 2020“ sowie weiteren Planungen. Der Beschluss erfolgte letztlich einstimmig: Die Gemeinde Südlohn hält an ihrer Strategie zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners fest.

Coronabedingt weniger Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Dass dieses Thema durchaus weiter aktuell ist, verdeutlichen die Zahlen, die Matthias Lüke präsentierte. Auf den öffentlichen Flächen sowie den Flächen in Gemeindeeigentum waren 2020 circa 75 Prozent der Eichen betroffen respektive befallen – und damit vergleichbar mit den beiden Vorjahren. Die Bekämpfung erfolgte vorrangig in stark frequentierten Bereichen wie Schulen, Kindergärten, Spiel- und Sportplätzen, Bushaltestellen und Schutzhütten. Diese Stellen wurden von den Mitarbeitern des Bauhofes regelmäßig kontrolliert.

Natürlich wurden hierbei auch Hinweise aus der Bevölkerung berücksichtigt. Diese seien allerdings im Vergleich zu den Vorjahren geringer ausgefallen – zum einen, weil die Bürger aufgrund der Pandemie „weniger oder anders“ unterwegs gewesen seien, zum anderen sicher auch, weil große Veranstaltungen wie die Hüttentour abgesagt werden mussten, so die Vermutung Lükes.

Aufgrund der Maßnahmen der Gemeinde und dem zunehmenden Wissen der Bürger über den Eichenprozessionsspinner werde die Situation von Jahr zu Jahr deutlich problembewusster und sachlicher bewertet, erklärte Lüke. Er stehe in regelmäßigem Austausch mit den Ordnungsamtsleitern auf Kreisebene. Das Problem: „In jedem Ort erzielt jede Maßnahme eine andere Wirkung.“ Auch der Einsatz von Sprühkanonen bringe in anderen Gemeinden nicht immer den gleichen Erfolg. Die „Wunderwaffe“ schlechthin gebe es noch nicht.

EPS-Fallen bringen nur bedingt und kurzfristig Erfolg

In Südlohn brachte man im Jahr 2020 erstmals an zehn unterschiedlichen und im Gemeindegebiet verteilten Stellen zu Testzwecken Superol-EPS-Fallen an den Eichen an. Aufgetretener Befall wurde durch Absaugung beseitigt. Ebenso wurden Warnschilder angebracht. Diese wurden ebenfalls genutzt, wenn ein Absaugen aufgrund der Vielzahl an Meldungen nicht umgehend möglich war. Durch die Warnschilder würden die Bürger bereits sensibilisiert und mieden häufig diese Bereiche.

Die neu angeschafften EPS-Fallen hätten zwar eine Wirkung gezeigt, sie konnten den Befall aber nicht gänzlich verhindern – vor allem nicht nachhaltig, so Matthias Lüke. Die Absaugung sei hier deutlich erfolgreicher, jedoch auch kostspieliger. Für das Frühjahr 2020 war zudem ein Nistkästen-Projekt mit dem Berufskolleg Borken geplant, dieses wurde coronabedingt allerdings abgesagt.

Ausgleich zwischen Gesundheitsgefährdung und Naturschutz

Auf Nachfrage erläuterte Matthias Lüke, dass eine sinnvolle Alternative zu der Praxis, die EPS abzusaugen, derzeit nicht bestehe. Die Verwendung biologischer Mittel wirke sich auch negativ auf andere Insekten aus. Andere Maßnahmen seien ebenfalls nicht auf Dauer erfolgreich.

Auf dieser Basis werde die Gemeinde Südlohn am eingeschlagenen Weg mit den gewählten Maßnahmen festhalten, betonte der Fachbereichsleiter. Ziel bleibe es, einen Ausgleich zwischen der Gesundheitsgefährdung durch den EPS und dem Schutz der Natur und der Insekten zu finden. Aufgrund unvorhersehbarer Entwicklung könne die Strategie jedoch jederzeit kurzfristig geändert werden. Wie im Haushalt 2020 plane man auch für die kommenden Jahre mit einem Etat von 12.000 Euro. Die WSO-Fraktion regte an, beim Kreis den Erfolg einer EPS-Warn-App abzufragen.

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