Grundschüler fiebern dem ersten Schultag in der Coronakrise entgegen

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Lernaufgaben zuhause funktionieren, können den Schulalltag aber nicht ersetzen. Während sich die Kinder auf den Unterricht freuen, laufen in den Schulen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Südlohn

, 04.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Gruß der Grundschüler: Erstklässler halten Schilder in die Kamera. „Wir vermissen unsere Freunde und unsere Lehrer“, ist ein Teil der Botschaft der 1A der St.-Vitusgrundschule.

Sandra Gieseler hat die Collage zusammengestellt. Ihre Tochter Lena-Sophie besucht die erste Klasse der St. Vitusgrundschule in Südlohn. „Langsam wird es anstrengend zuhause für gute Laune zu sorgen“, erklärt sie. Natürlich gehe die Gesundheit vor, aber die Schule sei für Eltern und Kinder einfach enorm wichtig. „Ich bin seit Anfang der Coronakrise zuhause, um mich um die Kinder zu kümmern“, erklärt Sandra Gieseler.

Kinder und Eltern hoffen auf eine Perspektive

Kontakt halten Eltern und Schüler per Whatsapp. Daher ist sie sich sicher: „Bei den anderen Familien sieht das ähnlich aus.“ Kinder wie Eltern bräuchten einfach eine Perspektive. Die scheint sich langsam abzuzeichnen. Ab 7. Mai sollen die Viertklässler wieder zur Schule gehen. Ab 11. Mai die übrigen Klassen in einem tageweise rollierenden System.

Während Kinder und Eltern zuhause sehnsüchtig darauf warten, dass die Schule wieder losgeht, sind die Lehrer damit beschäftigt, die geforderten Konzepte in den Schulen umzusetzen. „Beinahe stündlich kommen neue Nachrichten“, sagt Friederike Voß, Leiterin der St.-Vitusgrundschule. Deswegen bremse sie schon bewusst neue Planungen. „Alleine schon um Frust im Kollegium zu vermeiden“, sagt sie.

Natürlich wünsche sich auch das Kollegium schnellstmöglich einen Rückkehr zum normalen Schulalltag. „Aber es gibt noch viele Fragezeichen“, sagt sie.

Alles ist für den Unterricht in der Coronakrise vorbereitet

Das Raum- und Hygienekonzept seien inzwischen umgesetzt. Ab Donnerstag, 7. Mai, sei der Unterricht für die Viertklässler vorbereitet. „Dafür wurden die Möbel in den Klassenzimmern umgestellt“, erklärt die Schulleiterin. Momentan sei eben nur Frontalunterricht möglich. „Zwischen den Kindern müssen ja immer 1,5 Meter Mindestabstand herrschen“, erklärt sie. Da seien andere Unterrichtskonzepte nicht möglich.

Personelle Schwierigkeiten in der von-Galen-Grundschule

Schwieriger gestaltet sich die Situation an der von-Galen-Grundschule in Oeding. Weil etliche Lehrer durch ihr Alter oder beispielsweise eine Schwangerschaft zur Risikogruppe gehören, können dort aktuell nur fünf Lehrer arbeiten. Wie das bei acht Klassen funktionieren soll, die dann ja auch noch aufgeteilt werden sollen, weiß Schulleiterin Hildegard Köppen noch nicht. „Wir wissen im Moment noch nicht, wie wir den Unterricht umsetzen sollen“, sagt sie und lacht.

Sich den Humor zu bewahren, sei im Moment das Wichtigste. „So oft, wie wir in den vergangenen Tagen Pläne geschrieben und wieder umgeworfen haben, da hilft nur Humor“, erklärt sie. Mehrmals täglich kämen neue Informationen von der Landesregierung zum geplanten Alltag in der Schule.

Hygienestandards wie im Pflegeheim

Von den personellen Schwierigkeiten abgesehen, sei die Schule aber bereit für den Unterricht. „Wir haben die Standards für einen Hygieneplan radikal hochgefahren“, erklärt Hildegard Köppen. Die Grundschule befinde sich was Reinigung und Hygiene angehe inzwischen auf demselben Stand wie beispielsweise ein Pflegeheim.

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Auch sie berichtet davon, dass die Kinder dringend wieder in die Schule zurück wollen. „Nach einigen Anfangsschwierigkeiten haben wohl alle einen Tagesrhythmus gefunden und kommen auch mit den Lernaufgaben gut klar“, sagt die Oedinger Schulleiterin. Ein Ersatz für den normalen Schulalltag könne das natürlich trotzdem nicht sein.

Frühestens beginnt der Unterricht in den Grundschulen am Donnerstag, 7. Mai. Dann kehren zumindest die Viertklässler in die Klassen zurück. Wann die übrigen Schüler nachziehen, ist noch nicht endgültig geklärt.

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