Karin Otto (51) ist bekennender Europa-Fan

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Privat wie beruflich ist Karin Otto aus Oeding in Europa unterwegs. Natürlich in den benachbarten Niederlanden, aber auch in Portugal. Ihre Erfahrungen haben sie zum „Europa-Fan“ gemacht.

Südlohn

, 27.05.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karin Otto hat ihre Stimme abgegeben. Für Europa. Die 51-Jährige ist bekennender „Europa-Fan“. Denn sie erlebt eigentlich tagtäglich, was Europa bedeutet. Privat mit ihren vielen Kontakten in die Niederlanden oder nach Portugal, und beruflich als Geschäftsführerin des Vredener Stadtmarketings.

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„Europa ist für mich eine Selbstverständlichkeit, der ich mir aber stets sehr bewusst bin und für die ich sehr dankbar bin“, sagt Karin Otto. Bis zu ihrem neunten Lebensjahr wohnte sie in Oeding, zog dann mit ihrer Familie nach Borken-Gemen und lebt nun seit 17 Jahren wieder in Oeding – „am Wald, kurz vor der Grenze“, beschreibt sie. Vorurteilsfreie Offenheit gegenüber anderen Kulturen war ihren Eltern stets ein großes Anliegen und im Elternhaus gelebte Praxis: „Als Oedinger waren im engsten Freundeskreis meiner Eltern stets Winterswijker; Hochzeiten, Geburtstage wurde feiertechnisch auf Oeding und Winterswijk verteilt“, erinnert sie sich.

Portugal hat sich positiv entwickelt

Enge private Kontakte führen sie seit 30 Jahren regelmäßg nach Portugal. Nicht nur aus der Perspektive einer Tourismusexpertin kann sie beurteilen, welche positive Entwicklung Portugal seit seinem Beitritt zur EU gemacht hat. Auch der Kontakt zu den befreundeten Familien bestätigt ihre Sicht der Dinge. Die von der EU geförderten Projekte zum Beispiel für den Naturschutz und nachhaltigen Tourismus seien auch der Bevölkerung dort zugute gekommen.

Karin Otto hat noch die Grenzkontrollen miterlebt, die bis 1995 auch an der deutsch-niederländischen Grenze die Regel waren. Und sie genießt das „Offene Europa“: „Es ist jeden Tag zu spüren und zu erleben: Man kann einfach mal über die Grenze radeln oder wandern.“ Die gelerne Reiseverkehrskauffrau hat als Geschäftsführerin des Stadtmarketings Vreden auch viel grenzüberschreitend zu tun, es gibt viele Projekte und Förderprogramme. Sie kennt und schätzt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Beispiel in Arbeitsweisen und Co von Niederländern und Deutschen. Wenn am Ende alle an einem Strang ziehen. Das sei gelebtes Europa.

„Europa hat viele Vorteile“

Die Oedingerin genießt die Möglichkeit des grenzenlosen Austauschs. Und zählt viele Vorteile von Europa auf: „Das ,Andere‘ so unbedarft kennenlernen zu dürfen, die wirtschaftlichen Erleichterungen, die Bereicherungen durch unproblematisches Reisen, die beruflichen Möglichkeiten EU-weit…“ Die Liste könne sehr lang werden, ergänzt sie. Schließlich gibt es auch grenzüberschreitende Rettungseinsätze und Arztbesuche. „In Vielfalt geeint“ – das bedeute Europa für sie. Auch sehe sie das vereinte Europa als Vergangenheitsbewältigung: „Europa ist Zukunft als Antwort auf die Vergangenheit.“ In dem großen Zahnradsystem aller EU-Partner knarze es sicherlich und viele Bestimmungen seien sicherlich unnötig. „Aber sich ständig an einheitlichen Gurkenmaßen abzuarbeiten, die im übrigen gar nicht mehr gelten, ist sicher nicht zielführend“, nimmt sie Nörglern den Wind aus den Segeln.

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