Kegelbahnen bleiben in Südlohn und Oeding erstmal noch geschlossen

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Ahaus und Gescher erlauben es, Südlohn nicht: Kegeln bleibt in Südlohn und Oeding wegen des Coronavirus noch verboten. Das Ordnungsamt liest die Vorschriften anders als in den beiden Städten.

Südlohn

, 22.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht machte schnell die Runde: In Ahaus und Gescher dürfen die Kegelbahnen in der Corona-Krise wieder genutzt werden. Im Rathaus und in verschiedenen Restaurants mit Kegelbahn in Südlohn und Oeding liefen die Telefone heiß. Kegelklubs wollten auch hier wieder in die Vollen werfen.

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Doch: Die Vereine in beiden Orten brauchen noch Geduld. Denn in der Gemeinde legt das Ordnungsamt die Regelungen der Coronaschutzverordnung und der Hygienevorschriften für Gastronomie anders aus. Die Kegelbahnen müssen noch geschlossen bleiben.

Zwei Juristen, drei Meinungen

Auf Nachfrage erklärt Bürgermeister Christian Vedder die Regelung, die auf den ersten Blick irritieren mag. Schließlich liegen zwischen Ahaus, Gescher und Südlohn nur wenige Kilometer. Warum also so grundsätzlich andere Ansichten?

„Es ist wie immer, wenn sich zwei Juristen unterhalten, gibt es mindestens drei Meinungen“, sagt Bürgermeister Christian Vedder. In Gescher und Ahaus würde Kegeln als Breitensport gewertet. Der ist nach der aktuellen Coronaschutzverordnung erlaubt.

Tische auf der Kegelbahn folgen Regelungen für Gastronomie

Die Tische auf der Kegelbahn hingegen zählen als Gastronomie und folgen demnach anderen Vorschriften: Sie müssen in großem Abstand aufgestellt werden. Nur Familien oder Personen aus maximal zwei verschiedenen Haushalten dürfen zusammen an ihnen sitzen.

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In Südlohn folgt das Ordnungsamt hingegen Vorschriften aus derselben Coronaschutzverordnung und einem Anhang zu Hygienevorschriften in der Gastronomie, nach denen beispielsweise auch Dartscheiben oder Billardtische nicht genutzt werden dürfen. „Darunter haben wir auch die Kegelbahnen mit eingefasst“, erklärt Christian Vedder.

„Ein großes Kegeln wäre ja so oder so nicht möglich“, macht er weiter deutlich.

Wirte aus Südlohn und Oeding akzeptieren Regeln

Und die Wirte? Die können sich zumindest mit den Südlohner Regeln arrangieren. Helmut Terhörne vom Haus Terhörne erzählt von zahllosen Anrufen, die nach den Nachrichten aus Gescher und Ahaus bei ihm eingingen. „Die Leute wollen ja unbedingt wieder auf die Kegelbahn“, sagt er.

Auch er würde die Bahnen gerne wieder öffnen. „Aber wie sollen da die Mindestabstände eingehalten werden?“, fragt er. Unter den aktuellen Regeln sei das schlicht nicht möglich. Rentabel wäre die Kegelbahn sowieso nur, wenn ganze Kegelclubs dort sitzen dürften. „Und das funktioniert ja nicht, wenn ich die Tische so weit auseinander stellen muss“, erklärt er.

Lieber richtiges Kegeln statt Flickschusterei

Ähnlich sieht es Theo Pass vom Burghotel Pass: „Für die Leute und auch geschäftlich tut es mir natürlich leid, dass ich die Kegelbahn nicht öffnen kann“, sagt er. Es tue einem Westfalen einfach weh, wenn er sich mit seinem Kegelklub nicht treffen kann. „Vor allem weil ja auch alle anderen Veranstaltungen und sogar die Schützenfeste abgesagt wurden“, fügt er hinzu.

Dennoch: „Wenn ich die Tische auf der Kegelbahn so weit auseinander stelle, dann ist das doch kein Kegeln mehr“, erklärt er. Und nach dem zehnten Glas Bier seien solche Regeln sowieso nicht mehr einzuhalten.

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„Das wäre für mich Flickschusterei“, sagt Theo Pass. Er lässt die Kegelbahnen in seinem Hotel deswegen zu und blickt auch nicht sonderlich neidisch in Richtung Gescher oder Ahaus. „Mir ist es lieber, dass auf den Kegelbahnen vielleicht noch vier Wochen Ruhe ist und man sie dann wieder richtig öffnen kann. Im Juni sieht die Welt doch schon wieder ganz anders aus“, sagt er.

Und die Sonderwege in Gescher und Ahaus? „Eigentlich stimmen wir uns in den Kommunen über solche Fragen ab“, sagt Christian Vedder. Am Dienstag soll das Thema auf einer Konferenz der Bürgermeister angesprochen werden.

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