Kreisausschuss stimmt zu: Häuser an der Hedwigstraße „wandern“ nach Burlo

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Ein Kuriosum ist so gut wie Geschichte: Die Gemeindegrenze in der Bauerschaft Feld wird verschoben. Damit gehören demnächst alle Häuser an der Hedwigstraße zu Burlo. Südlohn schrumpft.

von Peter Berger

Oeding/Burlo

, 11.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Burlo und damit das Borkener Stadtgebiet werden demnächst ein Stückchen größer – Südlohn wird dafür etwas schrumpfen. Der Kreisausschuss hat am Donnerstagabend einer sogenannten Gebietsanpassung zugestimmt. Demnach übernimmt die Stadt Borken rund 27 Hektar der Oedinger Bauerschaft Feld. Die Gemeinde Südlohn erhält dafür eine Ausgleichszahlung von 475.000 Euro.

Grenze verläuft mitten durch die Hedwigstraße

Mit der Vereinbarung werden rund 40 Anwohner zu Borkener Neubürgern. Hintergrund der Vereinbarung ist ein Kuriosum: Die unsichtbare Gemeindegrenze verläuft streckenweise mitten durch die Hedwigstraße. Anlieger, die sich wegen der direkten Nähe seit jeher als Burloer verstehen, waren offiziell in Südlohn-Oeding angesiedelt. Sie hatten andere Postleitzahlen, mussten sich bei Bedarf an andere lokale und regionale Behörden wenden.

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„Für uns wird es einfacher“, hofft Anwohnerin Andrea Meis. Lieferanten hätten sich oft verfahren, offenbar kamen die Navis nicht mit den kommunalen Grenzen klar. Noch habe man eine Anschrift im Feld, daraus werde bald ebenfalls die Hedwigstraße. Die Borkener Stadtverwaltung spricht von einer „zielführenden Beschilderung“, die im Zuge der Gebietsanpassung erfolgen soll. Zugleich bieten sich für Burlo auch bei der baulichen Entwicklung neue Perspektiven.

Zeitpunkt für Anpassung ist noch nicht klar

Wann die Vereinbarung in Kraft tritt, ist noch unklar. Mit dem Votum des Kreisausschusses sind die Formalitäten auf lokaler Ebene abgeschlossen. Zu entscheiden hat nun die Bezirksregierung. Da die Anpassung weit weniger als zehn Prozent des jeweiligen Gemeinde- beziehungsweise Stadtgebietes betrifft, sondern nur ein Bruchteil davon, ist von einem vereinfachten Gebietsänderungsverfahren auszugehen.

Einen ersten Anlauf dazu hatte es bereits 2007 gegeben. Damals strebten die beiden Nachbarkommunen allerdings einen Tausch von Flächen an. Dieser hätte zur Folge gehabt, dass 15 Weseker im Außenbereich des Ortes zu Südlohnern geworden wären. Eine Einigung kam damals nicht zustande. Bürger dürfte nicht „willkürlich aus ihren Gemeinden gerissen“ werden, lautete ein Argument.

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Das ist diesmal offensichtlich nicht der Fall. Die jetzige Lösung wird seit rund einem Jahr öffentlich diskutiert. Laut Stadtverwaltung erfolgt die Vergabe der neuen Adressen beziehungsweise die Straßenumbenennung im Einvernehmen mit den Betroffenen.

Anwohnerin Andrea Meis bestätigt das: In ihrer Nachbarschaft seien alle dafür, sagt sie. Einen Wunsch hätte sie noch: Dass, wie angekündigt, die Hedwigstraße erneuert werde. Die sei nämlich von Schlaglöchern übersät.

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