Landwirte aus Südlohn und Oeding ärgern sich über zugeparkte Wirtschaftswege

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Mit zugeparkten Wirtschaftswegen haben Landwirte in Südlohn und Oeding schon lange zu kämpfen. Doch Corona verschärft die Situation. Denn viele nutzen die Bauerschaften als Naherholungsgebiet.

Südlohn

, 07.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Feldarbeit ist seit zwei, drei Wochen wieder in vollem Gange. Auch die Landwirte in Südlohn und Oeding haben gerade alle Hände voll zu tun. Doch ein altbekanntes Problem sorgt ausgerechnet jetzt mehr denn je für Ärger: zugeparkte Wirtschaftswege. „Autos werden entweder auf dem Grünstreifen oder sogar halb auf der sowieso schon schmalen Straße abgestellt. Für die großen, landwirtschaftlichen Fahrzeuge ist dann oft kein Durchkommen mehr“, berichtet Dieter Valtwies.

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Er betont: „Wirtschaftswege sind keine öffentlichen Parkplätze.“ Als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Südlohn-Oeding haben sich in den vergangenen Wochen einige der hiesigen Bauern mit Beschwerden an ihn gewandt. „Mir wurde berichtet, dass auch vermehrt Feldeinfahrten zugeparkt wurden. Da macht sich offenbar keiner Gedanken, zu was für Problemen das führt“, so Valtwies.

Corona-Krise verschärft die Situation

Die Corona-Krise hat die Situation weiter verschärft: „Die Leute fahren nicht in den Urlaub, wollen aber trotzdem nicht nur zu Hause sitzen. Die Freizeitaktivitäten werden dann in die Außenbereiche verlagert.“ Prinzipiell spreche aus seiner Sicht auch nichts dagegen, erklärt Dieter Valtwies: „Aber dann kann man die kurze Entfernung auch mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen. Das ist auch für die Umwelt besser.“

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Warum sich die Lage in den vergangenen Jahren eher verschlechtert als verbessert hat, hat auch einen anderen Grund. „Die Autos werden immer breiter, teilweise knapp drei Meter. Die Wirtschaftswege sind maximal 3,50 Meter breit. Da ist es klar, dass das nicht passen kann“, so der LOV-Vorsitzende. Ein Dialog mit den Fahrzeughaltern sei nur in den seltensten Fällen möglich: „Man sieht oft nur die verwaisten Autos. Die Leute sind ja teilweise stundenlang unterwegs.“

Dringender Appell an Hundehalter

Einen dringenden Appell richtet Dieter Valtwies auch an die Hundehalter, die die Bauerschaften gerne für Spaziergänge nutzen: „Einige betrachten die privaten Wiesen und Weiden als Spielwiese für ihre Tiere und nicht als landwirtschaftliche Produktionsfläche. Doch wenn Futter durch Hundekot verunreinigt wird, kann es später gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Tiere haben.“

Dieter Valtwies hofft nun auf die Einsicht der Menschen. Denn obwohl die zugeparkten Wirtschaftswege ihm und seinen Kollegen ein Dorn im Auge sind, beobachtet er insgesamt einen positiven Trend: „Seit den großen Protesten spüren wird, dass das Verständnis für uns gestiegen ist. Die Bevölkerung hat in Südlohn und Oeding eine gute Beziehung zur örtlichen Landwirtschaft.“

Deshalb glaubt er, dass auch dieser Konflikt schon in naher in Zukunft der Vergangenheit angehören könnte: „Vieles beruht auf Gegenseitigkeit. Vielleicht können wir einfach alle vornehmen, mehr Rücksicht zu nehmen.“

Info:

  • Parken in den Außenbereichen ist nur dann erlaubt, wenn die Fahrbahn breit genug sind.
  • Zwischen dem abgestellten Auto und dem gegenüberliegenden Fahrbahnrand müssen mindestens 3,05 Meter liegen.
  • Auf angrenzenden Grünstreifen gilt ein Parkverbot, es sei denn, er ist als Parkbereich ausgewiesen.
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