Michael Robers wehrt sich gegen Kritik an seinen Plänen für vier große Häuser

hzMehrfamilienhäuser

An der Straße Am Vereinshaus sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Planung sorgt für Ärger. Der Investor sieht sich zu Unrecht in der Kritik. An den Plänen will er nur wenig ändern.

Südlohn

, 25.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ärger um die geplanten Häuser auf dem ehemaligen Grundstück Terhedebrügge in Südlohn reißt noch nicht ab. Der Investor wehrt sich gegen Kritik aus dem Rat: „Wir haben das Projekt dem Bürgermeister und der Verwaltung vorgestellt“, sagt Michael Robers. Von dort habe es erst einmal grünes Licht gegeben.

Das hatten die Politiker in der vergangenen Ratssitzung anders aufgefasst und teils scharfe Kritik an den Plänen und dem Ablauf formuliert.

Das bestätigt Bürgermeister Christian Vedder. „Die Planung ist sicherlich ein Grenzfall“, erklärt er. Dennoch: Im Vergleich zum Gebäude der Tagespflege in der Nachbarschaft habe die Südlohner Verwaltung durchaus gesehen, dass sich die Planung einfüge. „Auch das Gebäude ist ja nicht so klein“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister: Investor hat nichts falsch gemacht

Ganz deutlich sagt er: „Der Investor Michael Robers hat nichts falsch gemacht. Er war bei uns.“ Weil es in dem Bereich keinen Bebauungsplan gibt, hätte es ausgereicht, wenn sich die Planung in die übrige Bebauung eingefügt hätte. Darüber entschied der Kreis als Bauordnungsbehörde. Und kam zu einem anderen Ergebnis.

Jetzt lesen

Damit will Christian Vedder den Schwarzen Peter weder an den Kreis Borken noch an die Südlohner Politik weiterreichen. „Ich kann beide Seiten verstehen“, erklärt er. Gerade in bau- oder verwaltungsrechtlichen Details könnten ehrenamtliche Politiker gar nicht so sicher sein. „Die Kritik der Politiker kann ich deswegen nachvollziehen“, sagt Christian Vedder weiter.

Dennoch: Wäre der Kreis der Auffassung der Südlohner Verwaltung gefolgt und hätte keine weiteren Hindernisse für die Planung gesehen, wäre der Südlohner Rat ebenfalls nicht eingeschaltet worden.

Bebauungsplan wurde erst bei der Detailprüfung gefordert

So sieht es auch der Investor: Erst im Zuge der detaillierten Prüfung der Bauantragsunterlagen sei die Forderung aufgekommen, die Baumaßnahme wegen ihrer Größe und mit Blick auf ähnliche Planungen im Ort durch einen Bebauungsplan abzusichern.

Zur Architektur selbst: „Wir wollen nicht wie 1980 bauen, sondern etwas zeitgemäßes entwickeln“, sagt Michael Robers. Mehr noch: Er wolle etwas bauen, wo er später einmal selbst einziehen würde. „Ich bin Südlohner, fühle mich als Südlohner und möchte etwas für Südlohn bauen“, sagt er.

Jetzt lesen

Die besondere städtebauliche Lage sei ihm bewusst. Daher sei bei der Planung auf hochwertige Materialien und eine klare Gebäudesprache wert gelegt worden. Auch wurden die Wohnungen barrierefrei und energieeffizient geplant. Zudem wolle man dem Südlohner Wohnungsmarkt gerecht werden, indem unterschiedliche Wohnungsgrößen geplant wurden.

Das alles sei für ihn aber keine rein persönliche Geschmacksfrage. „Aus der ersten Vermarktung haben wir eine sehr gute Resonanz erhalten“, erklärt Michael Robers.

Prüfung ist keine Geschmacksfrage

Bürgermeister Christian Vedder macht ganz deutlich: Die Frage sei nicht, ob die gewählte Architektur gefalle oder nicht. „Es geht nur darum, ob sich eine Planung juristisch einfügt.“

Abschließend stellt Michael Robers noch etwas klar: „Natürlich halten wir uns an die Gesetze. Und gerne stellen wir unsere Planungen auch im Rat vor.“ Aber: „Wir werden die Pläne nicht großartig ändern und eine Architektur entwickeln, hinter der wir nicht stehen“, sagt er. Es sei schade, dass die Politik ihm und dem anderen Investor solche Steine in den Weg lege.

Jetzt lesen

Besonders laute Kritik hatte auch die Fällung der großen Bäume auf dem Grundstück hervorgerufen. Michael Robers nickt. Ja, das habe er mitbekommen. Er erklärt aber auch, dass zwei der sieben großen Bäume bereits beschädigt gewesen seien. „Ein Baum hat eben auch keine unendliche Lebenszeit“, sagt er. Im Zuge des Baus werde für eine ausreichende Bepflanzung gesorgt. „Es ist besser, das nachher wieder gescheit einzupflanzen, als mit Kompromissen zu leben“, sagt er.

Lesen Sie jetzt