Minister Karl-Josef Laumann: Schulabgänger mehr für Ausbildung im Handwerk begeistern

CDU-Neujahrsfrühschoppen

Mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte die Südlohner CDU einen besonderen Gast bei ihrem Neujahrsfrüschoppen. Der nahm bei seiner Rede kein Blatt vor den Mund.

von Stefan Hubbeling

Südlohn

, 27.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Minister Karl-Josef Laumann: Schulabgänger mehr für Ausbildung im Handwerk begeistern

CDU-Vorsitzender Frank Engbers begrüßte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zum Neujahrsfrühschoppen. © Stefan Hubbeling

Zunächst begrüßte Frank Engbers, Ortsvorstandsvorsitzender der Südlohner CDU, die gut 100 Besucher, NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Bürgermeister Christian Vedder im Saal des Hotels Nagel.

Engbers blickte zunächst auf das letzte Jahr zurück und analysierte Entwicklungen der letzten Monate auf Bundesebene und lokaler Ebene. Dann ging der Redner auf die Heimatverbundenheit der Südlohner und Oedinger Bürger ein, indem er auf die Verleihung des letztjährigen Heimatpreises zurückblickte.

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„Hier zeigt sich, dass unserer Gemeinschaft besonders von den ehrenamtlichen Bürgern mitgetragen wird“, erklärte Engbers. Ein großes Lob gab es für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr und die ortsansässigen Schützenvereine sowie die Karnevalsvereine. „Es ist wichtig, dass auch hier immer wieder neue Nachwuchskräfte und begeisterte Mitbürger die Ortsinstitutionen weiterführen“, appellierte Frank Engbers.

Danach kam der Hauptredner an das Mikrofon. Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales, kam auch sofort zur Sache. Er lobte zunächst die Arbeitsmarktsituation im Westmünsterland. „Wir haben es noch nie so gut gehabt wie momentan“, freute sich Karl-Josef Laumann.

Minister Karl-Josef Laumann: Schulabgänger mehr für Ausbildung im Handwerk begeistern

Gut besucht war der Neujahrsfrühschoppen der CDU. © Stefan Hubbeling

Das war laut dem NRW-Minister nicht immer so. „Als ich in Düsseldorf anfing, war die Situation wesentlich schlechter“, erklärte Karl-Josef Laumann. Nichtsdestotrotz hat sich in den letzten 20 Jahren das Arbeitsbild innerhalb der Familie stark verändert. „Heute arbeiten Mann und Frau gleichberechtigt nebeneinander. Das typische Familienbild existiert in vielen Familien nicht mehr. Das ist auch eine Entwicklung unserer Gesellschaft“, sagte Karl-Josef Laumann.

Danach ging der NRW-Minister auf den politischen Umwelt- und Klimaschutz und dessen Zusammenhang mit der sozialen Marktwirtschaft ein. „Es muss ein politischer Weg gefunden werden, bei dem man Umwelt- und Klimaschutz mit einer gut funktionierenden Wirtschaft verbinden kann“, beschrieb Karl-Josef Laumann die politische Lösung.

Umwelt und Klimaschutz

„Effektiver Umwelt- und Klimaschutz kann nur das Land umsetzen, welches sich, durch die Wirtschaftseinnahmen auch diese Maßnahmen leisten kann“, führte Karl-Josef Laumann weiter aus. „Es hilft nicht nur, auf dem rigorosen politischen Klimatrip zu sein und es hilft ebenfalls nicht nur die Wirtschaftsinteressen der Global Player zu unterstützen. Es muss ein vernünftiger Kompromiss her. Nur so können positive Entwicklungen und Maßnahmen eingeleitet werden“, analysierte der NRW- Minister.

Der demographische Wandel in unserer Gesellschaft war der nächste Vortragspunkt von Karl-Josef Laumann. „Die Klassische Ausbildung ist bei vielen Eltern keine Option mehr für ihre Kinder. Es muss am besten direkt studiert werden“, erklärte Laumann. Aber gerade das Handwerk und die Industrie würden von den Nachwuchskräften leben, die noch fleißig Hand anlegen.

Nachwuchs: Handwerksunternehmen müssen 200 Tage suchen

„Ein Handwerksunternehmen muss mittlerweile durchschnittlich 200 Tage suchen, um einen Lehrling in den Handwerksberufen Heizungsmonteur, Fliesenleger oder Klempner zu finden“, informierte der NRW-Minister. Die Politik, aber auch die Unternehmen sollen laut Laumann die betrieblichen Praktika besser unterstützen und einen sinnvollen Inhalt geben, damit die Schulabgänger sich wieder vermehrt für eine Ausbildung entscheiden.

Als nordrhein-westfälischer Gesundheitsminister ging der Gastredner auch auf die Problematik bei den Pflegeberufen ein. Auch hier werden in den nächsten Jahren viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen.

Pflegekräfte fehlen

Im Zusammenhang mit der erhöhten Zahl von Pflegebedürftigen, also dem Ergebnis des demographischen Wandels in unserer Gesellschaft, fehlen in den nächsten Jahren 2000 bis 3000 Pflegekräfte jährlich.

„Das müssen wir in den Griff bekommen. Genauso die Situation mit dem Landarztmangel. Auf lange Sicht ist es nicht die Ideallösung, ausschließlich ausländische Ärzte anzuwerben, da sie dann in ihrer Heimat fehlen“, antwortete Laumann.

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