Mit Terminschwierigkeiten ist die Verzögerung beim Kulturbürgerhaus nicht mehr zu erklären

hzKlare Kante

Zum Stillstand rund um das Projekt Kulturbürgerhaus lesen Sie hier einen Kommentar

Südlohn

, 22.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kulturbürgerhaus tritt auf der Stelle. Worüber sprechen wir eigentlich genau?

Die Verwaltung – in Person der Bürgermeister – schafft es in vier Monaten nicht, einen Termin zumindest vorzuschlagen oder anzufragen. Dass es immer Überschneidungen geben kann – keine Frage. Dass es nicht einfach ist, Vertreter von Verwaltung, Fraktionen und Trägerverein gleichzeitig an einen Tisch zu bekommen – geschenkt.

Dass es aber in viereinhalb Monaten – oder genauer in 84 Werktagen – nicht möglich ist, zumindest die Anfrage nach einem Gesprächstermin auf den Weg zu schicken, ist nun auch mit dem schlimmsten Termindruck kaum zu begründen.

Viele Erklärungen machen es nicht besser

Erklärungen wird es nun eine Menge geben. Und sie sind längst bekannt: Termindruck, Arbeitsbelastung, die geringe Größe der Verwaltung, die Vielzahl anstehender Projekte,...

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Allein, Südlohn mit seinen 9000 Einwohnern und zwei Ortsteilen ist nicht die einzige Gemeinde mit einer überschaubaren Größe, mehreren Ortsteilen und vielen Projekten vor der Brust. Auch in anderen Gemeinden werden Schulen neu gebaut oder erweitert, Neubaugebiete ausgewiesen, Umgehungsstraßen geplant, Wirtschaftswege saniert oder Fördermittel beantragt.

Aus anderen Gemeinden hört man aber weniger davon, dass viele Projekte derart in der Pipeline verrecken. Das liegt entweder daran, dass die anderen Verwaltungen es irgendwie gestemmt bekommen, oder früh genug mitteilen, dass es mit diesem oder jenen Vorhaben bis zu einem genannten Stichtag nichts wird. Darauf könnten sich dann alle Beteiligten einstellen.

Mehr Geld bringt nicht automatisch auch mehr Fortschritt

Ach ja, und dann ist da noch der politische Umgang mit dem Projekt bei der Haushaltsberatung: Es ist ja verständlich, dass die SPD dem Projekt neuen Antrieb geben möchte. Dafür aber nur mehr Geld bereitzustellen, greift doch viel zu kurz. Wohin denn mit dem Geld? Abgesehen davon, dass sie keinen Vorschlag zur Gegenfinanzierung gemacht haben: Genau wie beim angedachten Ausbau der Spielplätze in der Gemeinde war überhaupt nicht klar, was mit dem Geld passieren sollte.

Dass die CDU erst sehen will, worüber sie entscheidet, finde ich voll und ganz verständlich. Dafür sollte es ja ein klärendes Gespräch geben. Das sollte der Bürgermeister vereinbaren. Merken Sie was? Wir stehen wieder am Anfang.

Um es mit Hermann-Josef Frielings Worten zu sagen: „Hier geht es nicht um das Wohl oder Wehe der Gemeinde.“ Südlohn und Oeding inklusive seiner Vereine funktionieren auch ohne ein Kulturbürgerhaus. Es ist nur ganz einfach eins von vielen Projekten, das im Moment für unbestimmte Zeit auf dem Parkgleis steht. Machen wir es so wie immer: Vertagen wir es in den nächsten Ausschuss.

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