Bauleiter Holger Hülsmann verschaffte sich am Freitag persönlich einen Eindruck von den Arbeiten an der Bodenplatte. Trotz aktuell immer möglicher Engpässe gerade bei der Materialbeschaffung geht der davon aus, dass der geplante Eröffnungstermin noch in diesem Jahr gehalten werden kann. © Michael Schley
Großbaustelle

Mit Video: Bodenplatte für Edeka – sorgen Materialengpässe für Verzögerungen?

Die Fertigbetonteile für den Edeka-Markt standen bereits, nun folgte die Bodenplatte. In Südlohn wird damit ein neuer Standard gesetzt. Die Baustelle liegt laut Bauleiter gut in der Zeit.

Ein Lkw mit Beton folgt dem nächsten Betonmischer, die Pumpe läuft im Dauerbetrieb, Schläuche lenken den Beton dorthin, wo er gebraucht wird: zu den Arbeitern, die emsig damit beschäftigt sind, den Beton schnell zu verdichten und – wenn die Konsistenz passt – zu glätten. Mit der Betonage der Bodenplatte wurde am Freitag auf der Baustelle des neuen Edeka-Marktes ein weiterer Meilenstein gesetzt.

Und in Südlohn gibt es eine Besonderheit, wie Bauleiter Holger Hülsmann erklärt: „Wir verlegen eine sogenannte oberflächenfertige Bodenplatte. Sprich: Die Beschichtung wird umgehend aufgetragen.“ Dafür musste vorab bereits die Gebäudehülle aufgestellt werden, samt Dach. Ein besonderer Standard, den der Investor, das Unternehmen Stroetmann aus Münster, setzt.

In Südlohn wird der Standard der oberflächenfertigen Bodenplatte gesetzt.
In Südlohn wird der Standard der oberflächenfertigen Bodenplatte gesetzt. © Michael Schley © Michael Schley

Die Zahlen zur Bodenplatte sind beeindruckend: „Wir haben 18 bis 20 Tonnen Stahl eingelassen, rund 260 Kubikmeter Beton werden darin verfüllt“, berichtet Holger Hülsmann. 28 Tage, so der Bauleiter, müsse Beton liegen, bis er voll ausgehärtet sei.

Corona sorgt auf dem Bau für Engpässe

Ein kurzer Rückblick: Nach der Verzögerung – die Baugenehmigung hatte sich hingezogen (wir berichteten) – war im Mai nach bauvorbereitenden Maßnahmen die eigentliche Bauphase eingeläutet worden. Entwässerungs- und Gründungsarbeiten wurden abgeschlossen, Fertigteilfundamente verlegt, es folgten bereits bald die Betonfertigteile, Trapezbleche einschließlich Dachdämmung. „Das Gebäude musste eben erst regendicht sein, bevor wir an die Betonplatte gehen konnten“, so Hülsmann.

Die Pumpe lenkt über Schläuche den Beton genau dorthin, wo er benötigt wird. Im Hintergrund wird die Platte bereits bearbeitet und geglättet.
Die Pumpe lenkt über Schläuche den Beton genau dorthin, wo er benötigt wird. Im Hintergrund wird die Platte bereits bearbeitet und geglättet. © Michael Schley © Michael Schley

Zum Ende habe die Corona-Lage auch diese Baustelle getroffen, merkt Holger Hülsmann im Gespräch an. „Organisatorisch haben wir es die gesamte Zeit über gut hinbekommen, auch wenn einmal Mitarbeiter ausfielen“, erklärt der Bauleiter. Nun aber muss sich auch Stroetmann der allgemein schwierigen Situation auf dem Bau stellen. „Kostenexplosion“, nennt Hülsmann eine Facette.

Aber viel komplizierter sei die zweite, der Engpass in der Materialbeschaffung. „Gerade bei den Dämmstoffen und bei allem, was irgendwie mit Kunststoff zu tun hat“, so Hülsmann. Dennoch sei man „gut im Rennen“ – und wenn alles glatt laufe, dann könne man die Baustelle hoffentlich Ende Oktober an den Innenausbau respektive Ladenbau bei Stroetmann übergeben. Stolpersteine könnten sich aber jederzeit noch stellen, betont Holger Hülsmann noch einmal – und lenkt den Blick wieder aufs Tagesgeschäft.

Parallel zum Gießen der Bodenplatte wurden bereits die Klinkerarbeiten an der Längsseite fortgesetzt.
Parallel zum Gießen der Bodenplatte wurden bereits die Klinkerarbeiten an der Längsseite fortgesetzt. © Michael Schley © Michael Schley

Parallel werden am Freitagmorgen an der Westseite des Gebäudes bereits die Klinkerarbeiten forciert. Man kann sich schon einen Eindruck verschaffen, wie der Edeka-Markt einmal wirken wird. Auch auf der östlichen Seite wird es bald möglich sein, Wand- und Fensterelemente einzubauen, im Süden wird dann mit der Eingangsfassade begonnen. „Auch der technische Innenausbau wird folgen“, so Holger Hülsmann. Elektro, Lüftung, Heizung, Sanitär, zählt der Bauleiter auf.

Markt soll noch in diesem Jahr die Türen öffnen

Auf der Nordseite, mit Blick auf das benachbarte Maisfeld, ist vom Baulärm nicht viel zu hören. Dort soll später die Anlieferung zum Lager vonstattengehen. „Ebenso werden dort Tiefkühlbereich und auch Sozialräume eingerichtet“, so Hülsmann. 450 Quadratmeter sind es – „im Grunde ein eigener Gebäudekörper“, erklärt er. Um Auflagen zu erfüllen, müsse man dort auch einen Löschwassertank aufstellen.

Die reine Verkaufsfläche wird daneben 1300 Quadratmeter einnehmen, sechs Meter hoch wird der gesamte Komplex. 80 Stellplätze werden entstehen, „auch Behindertenparkplätze“, so Hülsmann. „Ebenso sind E-Lade-Säulen geplant“, ergänzt der Bauleiter. 6400 Quadratmeter umfasst das gesamte Grundstück.

Reger Betrieb herrschte am Freitag auf der Großbaustelle des neuen Edekas.
Reger Betrieb herrschte am Freitag auf der Großbaustelle des neuen Edekas. © Michael Schley © Michael Schley

„Es läuft gut.“ Holger Hülsmann wirkt zufrieden mit dem Fortschritt beim Gießen der Bodenplatte. „Wir müssen heute auch fertig werden.“ Die Anwohner seien entsprechend informiert worden, falls es später werden sollte. „Alle zeigen Verständnis. Die Nachbereitung ist wichtig, bevor der Beton angezogen ist. Nur dann erhalten wir die gewünschte und notwendige Oberflächenqualität“, erklärt Holger Hülsmann.

Sollte es so weitergehen, dann werde man den Zeitplan einhalten können. Noch vor Weihnachten soll Marktleiterin Anja Beyer dann mit ihrem Team die Arbeit im Edeka-Markt mit Vollsortiment und Schwerpunkt auf Lebensmitteln aufnehmen können.

Der Rohbau steht bereits, Passanten können sich schon einen Eindruck von den besonderen Dimensionen verschaffen.
Der Rohbau steht bereits, Passanten können sich schon einen Eindruck von den besonderen Dimensionen verschaffen. © Michael Schley © Michael Schley
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