Mitarbeiter des Bauhofs müssen sich noch eine Weile mit Riss in der Wand arrangieren

hzSanierung steht an

Seit eineinhalb Jahren klafft in der Wand am Bauhof ein großer Riss. Die Gebäude sollen saniert und erweitert werden. Doch einen Plan für die anstehenden Arbeiten gibt es noch nicht.

Südlohn

, 22.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Zentimeter breit ist der Riss, der in der Wand der alten Fahrzeughalle am Südlohner Bauhof klafft. Notdürftig ist er mit Bauschaum verschlossen. Die Decke der Halle ist mit zusätzlichen Stempeln abgestützt.

Einsturzgefährdet sei das Gebäude aber nicht. „Sonst hätten wir es ja auch schon komplett gesperrt“, sagt Bauamtsleiter Dirk Vahlmann. Auch ein Statiker sei vor Ort gewesen und hätte bestätigt, dass durch die zusätzlichen Stützen das Gebäude erst einmal ausreichend gesichert sei. Allerdings hätte eine Fachkraft für Arbeitssicherheit die Wand bemängelt.

Mitarbeiter des Bauhofs müssen sich noch eine Weile mit Riss in der Wand arrangieren

Der Riss zieht sich seit knapp 1,5 Jahren quer über die Wand. Das Dach wurde vorerst mit zusätzlichen Stempeln abgestützt. Einsturzgefährdet sei es nicht, dauerhaft ist diese Lösung aber auch nicht. © Stephan Teine

„Hier muss dringend etwas passieren“, sagt auch Bauhofleiter Stefan Brüggemann und deutet auf die kaputte Wand. Seit gut eineinhalb Jahren sieht die Wand so aus. Dirk Vahlmann geht davon aus, dass das Problem in der Gründung des Gebäudes liegt.

Ende der 1960er-Jahre galten noch andere Baustandards

Das Gebäude sei Ende der 1960er-Jahre gebaut worden. Damals hätten eben noch ganz andere Baustandards gegolten. „Man kann merken, dass der gesamte Boden an einer Seite abgesackt ist“, sagt er und macht einige Schritte über den Betonfußboden. Ob das ausschließlich am Fundament oder beispielsweise auch am Grundwasser liegt, sei so allerdings nicht klar zu ermitteln. Wasser könnte auf jeden Fall mit der abgesackten Ecke zu tun haben: Unmittelbar hinter der Halle verläuft die Schlinge.

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Die Risse im Gemäuer ziehen sich auch entlang der Längswand. „Die werden langsam größer und größer“, erklärt Stefan Brüggemann. Auch wenn das Dach erst einmal abgestützt ist und keine unmittelbare Gefahr droht: „Ein Dauerzustand kann das ja nicht sein“, sagt er.

Statik ist nicht das einzige Problem: Der Bauhof ist zu eng

Probleme macht am Bauhof aber nicht nur die Statik. Die Räume für die Mitarbeiter sind zu eng geworden. Auch das hatte der Fachmann für Arbeitssicherheit bei seiner Begehung kritisiert.

Mitarbeiter des Bauhofs müssen sich noch eine Weile mit Riss in der Wand arrangieren

Die Statik ist nicht das einzige Problem am Bauhof: Auch die Sozialräume (hier der Pausenraum) sind zu klein geworden und müssten erweitert werden. © Stephan Teine

Sowohl der Pausenraum als auch die Umkleide seien für die zwölf Mitarbeiter des Bauhofs zu klein dimensioniert. „Der Anbau mit der Umkleide ist mittlerweile auch schon 15 Jahre alt“, erklärt Stefan Brüggemann beim Gang durch die Anlage. Damals sei das Team des Bauhofs noch kleiner gewesen.

Neue Mitarbeiter und neue Aufgaben

„Seitdem haben wir ja auch einige zusätzliche Aufgaben übernommen“, erklärt der Bauhofleiter. Etwa die Hausmeistertätigkeiten in den Schulen oder Asylunterkünften. Außerdem sei die Gemeinde ja auch gewachsen: Mit neuen Straßen und Wohngebieten seien eben auch neue Beete und Spielplätze hinzugekommen. Drei neue Mitarbeiter kamen in den vergangenen Jahren so zum Bauhof. Insgesamt sind dort zwölf Mitarbeiter beschäftigt.

Zusätzlich müsste eigentlich auch die neue Fahrzeughalle schon wieder erweitert werden. „Hier müssen wir schon ordentlich puzzeln, wenn alle Fahrzeuge in der Garage stehen“, erklärt der Bauhofleiter.

Bauausschuss nimmt den Bauhof im Februar unter die Lupe

Als erstes wird sich der Bauausschuss der Gemeinde in seiner Sitzung am 19. Februar vor Ort ein Bild von der Lage machen. Wie es dann weitergeht, ist vor allem auch eine politische Entscheidung.

Schon in der vergangenen Beratung über den Haushalt der Gemeinde im Haupt- und Finanzausschuss war der Bauhof Thema: 50.000 Euro hat die Verwaltung als Planungskosten für dieses Jahr am Bauhof eingeplant. Wie Dirk Vahlmann dort erklärte, müsse die Planung ohnehin von einem externen Büro gemacht werden.

Für Günther Bergup (UWG) leuchtete das nicht ein. Es gehe schließlich nur um eine Halle. Dafür müsse kein Büro eingeschaltet werden. Das müsse von der Verwaltung zu leisten sein. Dirk Vahlmann hielt dagegen, dass er eingebunden sei und deswegen die Planung extern vergeben werden müsse. Bis zur Sitzung des Bauausschusses wurde der Posten erstmal mit einem Sperrvermerk versehen.

Was genau auf dem Gelände des Bauhofs geplant wird oder wie hoch die Kosten dafür werden, steht momentan noch nicht fest.

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