Kämmerer Martin Wilmers beendet seine 45-jährige Rathaus-Laufbahn. Er blickt auf abwechslungsreiche Tätigkeiten zurück. Nächster Halt ist ein Strand.

Südlohn

, 13.12.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Alter von 16 Jahren hat Martin Wilmers im Oedinger Rathaus angefangen. Das war 1973. Da hatte er gerade seine zwei Jahre Handelsschule in Ahaus hinter sich. Es war seine erste und einzige Arbeitsstelle – 45 Jahre lang.

Sollte man ihn daher mit dem oft genutzten Begriff „Urgestein“ bezeichnen? Sicher nicht. So herzhaft, wie dieser Mann lacht, hat er überhaupt nichts „steiniges“ an sich.

Nun hört Martin Wilmers auf. Seit 1998 war er Kämmerer. In der Kämmerei hatte er damals, 1973, auch seine Ausbildung begonnen. „Wir hatten damals noch eine 42-Stunden-Woche“, erinnert er sich. Er ist einfach ein Mann der Zahlen. „Bis 1974 war ich in der Kämmerei, dann kamen zwei Jahre Ordnungs- und Meldeamt“, bilanziert er.

Stationen in Ämtern

Dann war von 1977 bis 1990 das Sozialamt an der Reihe. Von 1990 bis 1998 war er im Hauptamt für die EDV verantwortlich. Und im Jahre 1998, als ganz plötzlich der damalige Kämmerer Josef Sicking verstarb, ging es ganz schnell: Martin Wilmers wurde der neue Kämmerer.

Er hat im Gespräch mit der Münsterland Zeitung noch ein paar Zahlenspiele: Seit jenem Startjahr 1998 hat er bis heute 22 Gemeindehaushalte eingebracht – elf nach dem alten Finanzrecht, elf nach dem „neuen kommunalen Finanzmanagement“ (NKF). Dazu kommen 37 betriebliche Haushalte – summa summarum: 59 Haushalte.

Altersteilzeit

Und noch eine Zahl: Seit seinem Eintritt ins Rathaus – das im Übrigen als Neubau gerade ein Jahr zuvor im Juli 1972 bezogen worden war – hat Martin Wilmers, inklusive des derzeit amtierenden, zwei Bürgermeister und drei Gemeindedirektoren „verschlissen“.

„Ich bin jetzt 61, und ich mache gerne Schluss“, betont er. Er habe sich ja in seiner Altersteilzeit auch gut darauf vorbereiten können. Ob es schon konkrete Pläne für die kommende Zeit gäbe? „Nein, erstmal nicht“, sagt er, „Ich werde das erste Jahr genießen, ohne fremdbestimmte Termine wahrnehmen zu müssen.“

Hauptsache Sonne

Verreisen wollen er und seine Frau, die beruflich auch aufhört, nun öfter. Ihre Traumziele haben sich die beiden schon erfüllt. Die USA haben es ihnen angetan: „Da ist es sehr spannend und interessant.“ Aber in erster Linie wollen sie in die Sonne, wie Marin Wilmers betont: „Ich bin kein Typ für den Winter.“

Am morgigen Freitag ist Schluss. Dann gibt’s im Rathaus eine kleine Abschiedsfeier – er habe keine Ahnung, was ihn erwartet, sagt er.

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