Nach Großbrand in Südlohn: Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen

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Über 24 Stunden waren die Feuerwehrleute beim Großbrand an der Lagerhalle des „Verpackungsservice Ingenhorst“ im Einsatz. Die Ermittlungen der Kripo sollen nun die Brandursache klären.

Südlohn

, 11.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Großbrand einer Lagerhalle der Firma „Ingenhorst Verpackungsservice“ auf einem Hof kurz vor dem Ortseingang Südlohn sorgte am Sonntag für große Aufmerksamkeit und stellte für die rund 150 Einsatzkräfte eine echte Herkulesaufgabe dar. Die dichte schwarze Rauchwolke war selbst in großer Entfernung am Himmel zu erkennen.

Die Chemikalien im Inneren der Lagerhalle sorgten für dichte schwarze Rauchwolken.

Die Chemikalien im Inneren der Lagerhalle sorgten für dichte schwarze Rauchwolken. © Johannes Schmittmann

Bis tief in die Nacht kämpften die Mitglieder der Löschzüge Südlohn und Oeding an der Straße „Haus Volmering“ noch mit den Flammen. Der Regen, der am Sonntagabend einsetzte, war im wörtlichen Sinne „ein Tropfen auf den heißen Stein“, wie Einsatzleiter Hendrik Tenk am Montag erklärte. Gemeinsam mit 20 Kameraden war er noch bis 2 Uhr an der Einsatzstelle. Anschließend legte er sich für wenige Stunden schlafen, sechs Feuerwehrmänner hielten die Brandwache.

Löscharbeiten erst am Montagmittag beendet

Um 8 Uhr kehrte Tenk mit Verstärkung zurück. Noch immer waren die Löscharbeiten nicht beendet. „Die letzten Glutnester halten sich hartnäckig, aber die haben wir auch bald im Griff“, berichtete er um kurz vor 11 Uhr direkt vom Einsatzort. Nun könne man mit den Aufräumarbeiten langsam beginnen. Das Fazit des Einsatzleiters fiel insgesamt positiv aus: „Wir konnten das Wohnhaus und die zwei anderen Hallen retten. Die Lagerhalle brannte leider schon vor unserem Eintreffen lichterloh.“

Einsatzleiter Hendrik Tenk (2.v.l.) und sein Team am Sonntagabend bei der Lagebesprechung.

Einsatzleiter Hendrik Tenk (2.v.l.) und sein Team am Sonntagabend bei der Lagebesprechung. © Johannes Schmittmann

Größere Probleme gab es keine, Herausforderungen allerdings umso mehr. „Im Außenbereich ist die Versorgung mit Löschwasser immer eine Hürde. Aber das haben wir über Hydranten und den angrenzenden Löschteich schnell regeln können“, so Tenk. Unsicherheit gab es am Anfang wegen des Inhalts der Lagerhalle.

Schadstoffe bereiten zunächst Sorgen

„Weil wir nicht wussten, welche Schadstoffe sich im Inneren befinden, mussten wir erstmal Abstand halten. Wegen der starken Rauchentwicklung haben wir die Bevölkerung ja auch gewarnt“, sagt der Einsatzleiter. Auch der Materialaufwand sei dadurch deutlich höher gewesen als bei einem vergleichbaren Brand in dieser Größe. „Wir brauchten zahlreiche Atemschutzmasken, auch die Kleidung muss nun komplett gereinigt werden“, so Tenk.

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Josef Ingenhorst berichtete am Montag auf Anfrage der Redaktion, was sich alles in der Lagerhalle seines Unternehmens befunden hatte: „Zahlreiche Kunststoffteile, verschiedene Flüssigkeiten und Pflegemittel.“ Den Flammen zum Opfer gefallen sind unter anderem auch mehrere Abfüllanlagen, Beutel- und Abzählautomaten. Der Südlohner Unternehmer bat um Verständnis, sich zur Zukunft der Firma Ingenhorst Verpackungsservice erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern zu wollen.

Ursache des Brandes noch unklar

Derweil ist weiterhin unklar, wie es zu dem Großbrand kommen konnte. Hendrik Tenk und sein Team übergaben den Brandort an die Kriminalpolizei. Die Ermittlungen laufen weiter. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 600.000 Euro. In einer Pressemitteilung wiederholte die Kreispolizei, dass „durch den Brand, beziehungsweise durch die zeitweise starke Rauchentwicklung keine Gefahr für die Bevölkerung entstand“.

Mit einem Großaufgebot war die Feuerwehr im Einsatz. Nach dem Großbrand in Südlohn beginnt nun die Polizei mit den Ermittlungen.

Nach Großbrand in Südlohn: Die Polizei beginnt mit den Ermittlungen. © Johannes Schmittmann

Am Montag waren allerdings erneut Mitarbeiter des Kreises Borken vor Ort, um die Umgebung auf Umweltschäden zu untersuchen. Auf Anfrage erklärte Ellen Bulten von der Kreispressestelle: „Die Lagerhalle befand sich in einem Wasserschutzgebiet. Daher prüft die untere Wasserbehörde, ob Chemikalien in das Grundwasser oder den Löschteich gedrungen sind.“ Ein Gutachter des Kreises schaut auch, ob das verwendete Löschwasser oder Löschschaum für Verunreinigungen des umliegenden Ackerbodens gesorgt haben.

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